Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe in den Themenbereichen Gottesvorstellungen, religiöse Erfahrungen, Symbole, Sakralräume, Weltreligionen sowie Religion und Lebensgestaltung. Die Lernenden setzen sich mit einer grundlegenden religiösen Erfahrung auseinander und erkennen, dass Vorstellungen vom Heiligen in nahezu allen Religionen vorkommen. Dadurch eröffnet das Video einen lebensnahen Zugang zu einer abstrakten theologischen Fragestellung und fördert zugleich das interreligiöse Lernen.
Methodisch bietet sich zunächst ein Unterrichtsgespräch an, in dem die Lernenden eigene Vorstellungen zum Begriff Heilig sammeln und Beispiele aus ihrem Alltag benennen. Während des Videos können sie verschiedene Beispiele für heilige Orte, Gegenstände oder Texte notieren und deren Bedeutung vergleichen. Anschließend lassen sich die Gedanken Rudolf Ottos zur Erfahrung des Heiligen gemeinsam erschließen und auf eigene Erfahrungen von Staunen, Ehrfurcht oder Grenzerfahrungen übertragen. Ebenso eignet sich das Medium für Gruppenarbeiten, in denen heilige Orte oder Gegenstände verschiedener Religionen vorgestellt werden. Ein Vergleich zwischen christlichen, jüdischen, muslimischen, hinduistischen oder buddhistischen Vorstellungen vom Heiligen fördert die Dialogfähigkeit und das Verständnis religiöser Vielfalt. Kreative Methoden wie Bildbetrachtungen, Symbolanalysen oder das Gestalten einer Gedankenkarte zum Begriff Heilig unterstützen die Vertiefung. Das Medium stärkt die religiöse Urteilskompetenz, die Fähigkeit zum Perspektivwechsel sowie das Verständnis dafür, dass Religion nicht nur aus Lehren besteht, sondern wesentlich von Erfahrungen, Symbolen und persönlichen Deutungen lebt.Heilig bedeutet traditionell, besonders nah an Gott zu sein. Heilig ist in den meisten Religionen etwas Vollkommenes, also etwas Göttliches. Aber was könnte "heilig" heute für uns bedeuten? Im Zentrum des Films steht ein theologischer Bestseller aus dem Jahr 1917, "Das Heilige", des Marburger Theologen Rudolf Otto. Otto beschreibt das Erlebnis des Heiligen als eine Emotion, irgendwo zwischen Entzücken und Erschauern. Und sagt: "Es lebt in allen Religionen als ihr eigentlich Innerstes und ohne es wären sie gar nicht Religion". Heilig" ist demnach nichts, was wir mit unserem Intellekt begreifen, sondern etwas, das uns in unserem Gefühl ergreift, das uns widerfährt. Eine Erfahrung, die wir machen. Weil von dem, was heilig ist, nicht so ohne weiteres zu sprechen ist, hat das Heilige immer wieder die schöpferischen Kräfte der Menschen geweckt, hat sie inspiriert, kreativ tätig zu werden. Und gleichzeitig suchen alle Religionen, alle Konfessionen, diesem Heiligen auf verschiedene Arten nahe zu kommen und damit in Verbindung zu treten. Der Film spürt dem Heiligen nach im Mariendom von Neviges, wo die Frage gestellt wird: Wie baut man das Heilige? Er zeigt den Berliner Maler Robert Weber, der vor allem Madonnen und Heilige malt. Und er fragt, was "heilig" eigentlich für die Kirchen bedeutet. Eine kurze Reise in die lange Geschichte dessen, was wir "heilig" nennen.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Was bedeutet der Begriff Heilig?
Heilig bezeichnet etwas, das als besonders, unverfügbar und eng mit dem Göttlichen verbunden angesehen wird. Das Heilige besitzt in vielen Religionen eine herausragende Bedeutung und wird mit Ehrfurcht behandelt.
Was kann als heilig gelten?
Heilig können Orte, Gebäude, Berge, Schriften, Gegenstände, Zeiten oder Menschen sein. Welche Dinge als heilig gelten, hängt von der jeweiligen Religion und ihren Glaubensüberzeugungen ab.
Wie beschreibt Rudolf Otto die Erfahrung des Heiligen?
Rudolf Otto versteht das Heilige als eine besondere religiöse Erfahrung zwischen Faszination, Staunen und Ehrfurcht. Diese Erfahrung lässt sich nicht allein durch den Verstand erklären, sondern wird vor allem erlebt.
Warum gibt es in allen Religionen Vorstellungen vom Heiligen?
Das Heilige hilft Menschen, Gott oder das Göttliche zu erfahren, ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen und ihrem Leben Orientierung und Sinn zu geben.
Welche Bedeutung hat das Thema für den Religionsunterricht?
Die Lernenden erkennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Religionen und entwickeln Verständnis für religiöse Erfahrungen, Symbole und Glaubensformen. Gleichzeitig reflektieren sie eigene Vorstellungen von Ehrfurcht, Sinn und Transzendenz.
Welche Kompetenzen erwerben die Lernenden durch das Medium?
Die Lernenden erweitern ihre religiöse Deutungskompetenz, ihre Dialogfähigkeit sowie ihre Fähigkeit, religiöse Symbole und Erfahrungen zu verstehen und respektvoll mit unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen umzugehen.