Zunächst führt das Material die Lehrer:innen sensibel an die Realität der Gewalt im Leben vieler Schüler:innen heran. Besonders berücksichtigt werden die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen oder traumatisierenden Gewalterlebnissen. Durch eine religionspädagogische Perspektive werden die diffusen Emotionen der Schüler:innen in eine sprachliche Form gebracht, wodurch diese stabilisierend und entlastend wirken können.
Die Klagepsalmen werden in ihrer Struktur (Anrede, Klage, Vertrauensäußerung, Bitte, Lob) vorgestellt und für die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen angepasst. Die Unterrichtsvorschläge umfassen kreative Methoden wie das Malen, Gestalten von Figuren, das Schreiben eigener Klagepsalmen, die Arbeit mit Psalmwortkarten und die Reflexion in Kleingruppen. Dadurch werden die Schüler:innen ermutigt, ihre eigenen Emotionen auszudrücken, neue Perspektiven zu entwickeln und Resilienz aufzubauen.
Darüber hinaus betont das Konzept die Notwendigkeit einer sensiblen Lehrkraft, die sich ihrer eigenen Haltung zur Theodizeefrage bewusst ist und die Belastbarkeit ihrer Schüler:innen einschätzen kann. Das Material betont, dass eine gute pädagogische Beziehung und eine sichere Lernumgebung essenziell sind, um traumatische Themen verantwortungsvoll zu bearbeiten.
Insgesamt bietet dieses Konzept eine wertvolle, methodisch vielfältige und gut begründete Handreichung, um mit Schüler:innen verschiedener Schularten und insbesondere auch im sonderpädagogischen Bereich über Krieg, Gewalt und Traumatisierung ins Gespräch zu kommen und Sprachlosigkeit zu überwinden.