Im 4. Jahrhundert gab es unter den Christen verschiedene Meinungen über wichtige Glaubensfragen. Besonders umstritten war die Frage, ob Jesus Christus wirklich göttlich ist oder "nur" ein von Gott geschaffenes Wesen. Der Priester Arius aus Alexandria behauptete, Jesus sei nicht ewig wie Gott, sondern sei erst später von Gott erschaffen worden. Viele andere Christen hielten diese Ansicht jedoch für falsch und gefährlich.
Um diesen Streit zu klären und die Einheit der Kirche zu sichern, lud Kaiser Konstantin rund 300 Bischöfe aus dem gesamten Römischen Reich zu einer Versammlung ein – dem Konzil von Nicäa.
Das wichtigste Ergebnis des Konzils war das Bekenntnis zur Göttlichkeit Jesu Christi. Die Versammlung lehnte die Lehre des Arius (den sogenannten Arianismus) ab. Stattdessen beschloss sie ein gemeinsames Glaubensbekenntnis, das heute als „Nicaenum“ bekannt ist. Darin wird Jesus Christus als „wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“ beschrieben. Damit stellte das Konzil klar, dass Jesus Christus als Sohn Gottes genauso göttlich und ewig ist wie Gott selbst.
Außerdem beschloss das Konzil von Nicäa noch weitere Regelungen, zum Beispiel über das Datum des Osterfestes oder die Ordnung in der Kirche.