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Leitlinien für Nachhaltigkeit Teil 5: Ökonomische Nachhaltigkeit

Veröffentlichung:26.8.2023

In diesem Teil fünften und letzten Teil der Videoreihe zur Nachhaltigkeit wird das Thema der ökonomischen Nachhaltigkeit anhand eines fiktiven Beispiels – der Insel Dystopius – verdeutlicht. Es werden wirtschaftliche Fehlentscheidungen aufgezeigt, aus denen anschließend vier zentrale Leitlinien für eine ökonomisch nachhaltige Gesellschaft abgeleitet werden.

Zunächst wird die Definition ökonomischer Nachhaltigkeit aufgegriffen: Eine Gesellschaft handelt dann nachhaltig, wenn sie wirtschaftlich so agiert, dass die Chancen nachfolgender Generationen gleich bleiben oder sich sogar verbessern. In Dystopius wurden große Mengen des wertvollen Rohstoffs Glitzerit abgebaut und verarbeitet. Der Transport dieses Metalls sowie des benötigten Holzes für den Schmelzprozess belastete die Infrastruktur stark. Jedoch unterließen es die Verantwortlichen, beschädigte Straßen und Brücken – also das Sachkapital – instand zu setzen. Dies stellt den ersten Fehler dar.

Ein zweiter Fehler bestand darin, dass nicht in die Zukunft investiert wurde. Wichtige Bereiche wie Bildung, Gesundheitsversorgung und grundlegende Infrastruktur wurden vernachlässigt, obwohl der durch das Glitzerit erwirtschaftete Reichtum dies ermöglicht hätte. Stattdessen wurde dieser Wohlstand direkt konsumiert.

Der dritte Fehler bezog sich auf die Schuldenpolitik. Als wirtschaftliche Engpässe eintraten, nahm die Insel Kredite auf, um Leistungen zu finanzieren, die nur der gegenwärtigen Generation dienten – etwa zur Unterstützung angeschlagener Unternehmen oder zur Schaffung von Verwaltungsjobs. Diese Praxis belastet die Zukunft und widerspricht dem Prinzip der Generationengerechtigkeit. Kredite wären nur dann sinnvoll, wenn sie Investitionen finanzieren, die langfristig mehreren Generationen zugutekommen.

Der vierte Fehler betraf den Generationenvertrag der Bildung. Obwohl die Erwachsenen selbst gut ausgebildet worden waren, versäumten sie es, das Bildungssystem für ihre Kinder angemessen zu fördern. Damit wurde ein zentrales Prinzip ökonomischer Nachhaltigkeit verletzt.

Aus diesen vier Fehlern ergeben sich vier Leitlinien: Bestehendes Sachkapital erhalten, in die Zukunft investieren, Leistungen durch die nutznießenden Generationen finanzieren und Generationenverträge fair ausgestalten. Werden diese beachtet, trägt dies wesentlich zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung bei.

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Das Video eignet sich sehr gut für die Erarbeitung der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit sowie für die Verbindung wirtschaftlicher und ethischer Fragestellungen. Die Lernenden erkennen, dass nachhaltiges Wirtschaften weit mehr bedeutet als wirtschaftliches Wachstum. Nach dem Ansehen können sie zunächst die vier ökonomischen Fehler der Inselbewohner den entsprechenden Leitlinien gegenüberstellen und erläutern, weshalb jede Leitlinie für kommende Generationen wichtig ist. Anschließend bietet sich eine Diskussion über aktuelle Beispiele an, etwa Investitionen in Schulen, Digitalisierung, erneuerbare Energien oder öffentliche Verkehrsmittel. Ebenso können Fragen nach Staatsverschuldung, Generationengerechtigkeit und Bildungspolitik altersgemäß thematisiert werden. Im Religionsunterricht lässt sich das Thema mit der Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen sowie mit den Grundprinzipien der christlichen Sozialethik verbinden. Die Prinzipien des Gemeinwohls, der Solidarität und der Verantwortung für die Schöpfung bieten einen geeigneten Deutungsrahmen. Besonders gewinnbringend ist eine Gruppenarbeit, in der die Lernenden Maßnahmen für eine nachhaltige Gemeinde oder Stadt entwickeln und diese den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie zuordnen. Abschließend kann über Zielkonflikte diskutiert werden, etwa zwischen wirtschaftlichem Wachstum, sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz. Das Video stärkt wirtschaftliches Grundverständnis, ethische Urteilsfähigkeit und die Kompetenz, nachhaltige Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu bewerten.

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