Die Enzyklika Dominum et Vivificantem wurde am 18. Mai 1986 von Papst Johannes Paul II. veröffentlicht und widmet sich dem Heiligen Geist in der Kirche und der Welt. Sie bildet den dritten Teil einer Trilogie über die göttlichen Personen der Dreifaltigkeit, nach den Enzykliken Redemptor Hominis (1979) über Christus und Dives in Misericordia (1980) über den Vater.
Papst Johannes Paul II. betont die zentrale Rolle des Heiligen Geistes als Herrn und Lebensspender. Er verweist auf das Glaubensbekenntnis der Kirche, das den Geist als denjenigen nennt, der Leben schenkt und von Vater und Sohn ausgeht. Die Enzyklika analysiert das Wirken des Heiligen Geistes in der Heilsgeschichte und unterstreicht, dass er von Anfang an in der Schöpfung gegenwärtig war und sich in der gesamten Geschichte des Alten und Neuen Testaments offenbart. Besonders in der Sendung Jesu Christi zeigt sich der Geist als Kraft Gottes, die in der Kirche weiterwirkt.
Ein wichtiger Aspekt der Enzyklika ist die Verbindung zwischen dem Heiligen Geist und der Sünde der Welt. Johannes Paul II. erklärt, dass der Geist die Menschen zur Umkehr ruft und das Bewusstsein für Sünde schärft. Gleichzeitig ist er der Tröster, der Hoffnung und Erneuerung schenkt. Die Enzyklika warnt vor der Gefahr, den Heiligen Geist zu ignorieren oder abzulehnen, was in der modernen Welt oft durch Materialismus, Säkularismus und die Ablehnung moralischer Werte geschieht.