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Kathmedia | Fundamentaltheologie Plus

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Das Augustinisch-Scholastische Argument

Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.4.1.4.

Veröffentlichung:10.1.2023

Das Video erläutert das augustinisch scholastische Argument für die Existenz Gottes, das von der Wirklichkeit ewiger Wahrheiten ausgeht. Ausgangspunkt ist die philosophische Frage, wo Universalien, mathematische Objekte, logische Wahrheiten, Propositionen sowie Möglichkeiten und Notwendigkeiten existieren. Das Video vergleicht den platonischen, aristotelischen und scholastischen Realismus und zeigt deren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede auf. Während Platon die Ideen in einem eigenen Reich verortet und Aristoteles die Formen in den konkreten Dingen sieht, verbindet der scholastische Realismus beide Ansätze. Nach Augustinus existieren ewige Wahrheiten im unendlichen göttlichen Intellekt. Das Video stellt anschließend verschiedene Einwände gegen dieses Argument vor und beantwortet sie aus philosophischer Sicht.

Vor ein paar Folgen haben wir in der Einleitung zu den philosophischen Gottesbeweisen die Argumente für den Realismus und gegen den Nominalismus und Konzeptualismus zusammengetragen. Wenn wir unsere Arbeit halbwegs gut gemacht haben, dann wissen wir an diesem Punkt um die Tatsächlichkeit von Universalien aber auch von Propositionen, mathematischen Objekten und ähnlichen Dingen, die eben nicht bloß von der Materie oder unserem menschlichen Verstand abhängen. Sie sind real. Und weil sie real sind, wurde der sogenannte Realismus als Erklärungsmodell formuliert. Wir haben bereits die zwei Spielarten des Realismus kennengelernt: den strengen und den gemäßigten Realismus. Diese beiden wollen wir nun etwas präziser in drei Denkrichtungen gliedern den platonischen, aristotelischen und scholastischen Realismus.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht, Philosophieunterricht und Ethikunterricht der gymnasialen Oberstufe. Die Lernenden erhalten einen fundierten Einblick in die mittelalterliche Philosophie sowie in unterschiedliche Auffassungen über die Wirklichkeit von Universalien und abstrakten Wahrheiten. Vor der Sichtung sollten zentrale Begriffe wie Realismus, Nominalismus, Universalien, Propositionen, Essenz und Intellekt eingeführt werden. Während des Videos können die Lernenden die drei Formen des Realismus in einer Vergleichstabelle gegenüberstellen. Anschließend bietet sich eine Gruppenarbeit an, in der jeweils ein philosophischer Ansatz vorgestellt und hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen bewertet wird. In einer Diskussion kann anschließend der Frage nachgegangen werden, ob mathematische Wahrheiten oder logische Gesetze unabhängig vom Menschen existieren. Ebenso eignet sich das Video für eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Glaube und Vernunft sowie mit der Frage, ob philosophische Überlegungen Hinweise auf die Existenz Gottes liefern können. Zur Vertiefung können Texte von Platon, Aristoteles, Augustinus oder Thomas von Aquin gelesen und miteinander verglichen werden. Eine abschließende Reflexion über die Bedeutung abstrakter Wahrheiten für Wissenschaft, Mathematik und Religion fördert die Argumentationsfähigkeit sowie die philosophische Urteilskompetenz der Lernenden.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Worum geht es im augustinisch scholastischen Argument?

Das Argument fragt danach, wo ewige Wahrheiten, mathematische Objekte und Universalien existieren und gelangt zu dem Schluss, dass sie im göttlichen Intellekt gegründet sind.


2. Was sind Universalien?

Universalien sind allgemeine Begriffe oder Eigenschaften wie Menschsein, Dreieckigkeit oder Lebewesen, die viele einzelne Dinge gemeinsam haben.


3. Wie erklärt Platon die Existenz von Universalien?

Nach Platon existieren sie unabhängig von der materiellen Welt in einem eigenen Reich der Ideen.


4. Welche Kritik wird am platonischen Realismus geäußert?

Es bleibt unklar, wie die Ideen auf die konkrete Welt einwirken und wie sie Ursache einzelner Dinge sein können.


5. Wie versteht Aristoteles Universalien?

Sie existieren zunächst in den konkreten Dingen selbst und werden anschließend durch den menschlichen Verstand abstrahiert.


6. Welche Schwierigkeiten hat der aristotelische Realismus?

Er kann schwer erklären, wo mathematische Wahrheiten oder mögliche Welten existieren, wenn es keine entsprechenden materiellen Dinge gibt.


7. Was ergänzt der scholastische Realismus?

Er übernimmt den aristotelischen Ansatz und ergänzt ihn durch die Vorstellung eines ewigen göttlichen Intellekts, in dem abstrakte Wahrheiten bestehen.


8. Warum spielt Augustinus eine wichtige Rolle?

Augustinus vertritt die Auffassung, dass ewige Wahrheiten im Geist Gottes existieren und dadurch unabhängig vom Menschen bestehen.


9. Weshalb können ewige Wahrheiten nach dem Video nicht allein vom menschlichen Verstand abhängen?

Weil sie auch dann wahr bleiben würden, wenn keine Menschen mehr existierten.


10. Welche Bedeutung haben mathematische Wahrheiten für das Argument?

Sie gelten als Beispiele für Wahrheiten, die unabhängig von Zeit, Ort und menschlichem Denken bestehen.


11. Welche Rolle spielt der Begriff des göttlichen Intellekts?

Der göttliche Intellekt wird als ewiger Ort verstanden, in dem alle notwendigen Wahrheiten, Möglichkeiten und Universalien ihren Ursprung haben.


12. Welcher Einwand wird gegen das scholastische Argument erhoben?

Es wird gefragt, ob neben den bekannten Modellen nicht noch weitere Möglichkeiten zur Erklärung abstrakter Wahrheiten existieren könnten.


13. Wie beantwortet das Video diesen Einwand?

Es argumentiert, dass die möglichen Erklärungen logisch ausgeschöpft seien und letztlich nur ein ewiger, unveränderlicher Intellekt alle Voraussetzungen erfülle.


14. Welche Verbindung besteht zwischen Philosophie und Religion?

Das Video zeigt, dass philosophische Überlegungen über Wahrheit, Logik und Erkenntnis zu Fragen nach Gott führen können.


15. Welche Kompetenzen erwerben die Lernenden durch die Arbeit mit dem Video?

Sie lernen philosophische Positionen zu vergleichen, komplexe Argumente nachzuvollziehen, Einwände kritisch zu beurteilen und begründete eigene Urteile über klassische Gottesbeweise zu entwickeln.

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