Einige Punkte dieser Episode wurden in vorangegangenen Folgen zur Entwicklung der Moderne schon genannt. Dennoch ist es sinnvoll, die Frage der Essenz und der Universalien ausführlicher im Rahmen unserer Betrachtungen zur Philosophia perennis zu besprechen und zu zeigen, welche Argumente für die Realität von Essenzen und Universalien gefunden werden können.
Essenz, so haben wir gesagt, ist das, was ein Ding zu dem macht, was es ist. Essenz ist auch das, wodurch ein Ding von vielen verschiedenen Intellekten als das selbe Ding verstanden werden kann. Die Tatsächlichkeit einer Essenz macht ein Ding verstehbar. Sie lässt uns verstehen, was einen Baum zu einem Baum macht und was ein Dreieck zu einem Dreieck macht. Das klingt im Prinzip genau wie das, was wir in der vorangegangenen Folge Form oder Formursache genannt haben – und in der Tat haben wir dort nicht nur die Ausdrücke „Natur eines Dinges“ oder „Wesen eines Dinges“ verwendet, sondern auch Essenz. An dieser Stelle sollten wir nun vielleicht eine Präzisierung vornehmen.