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Kathmedia | Fundamentaltheologie Plus

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Gott als Hypothese? Und wer oder was ist Gott überhaupt?

Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.4.

Veröffentlichung:29.11.2022

Das Video dient als Einführung in die klassischen philosophischen Gottesbeweise und setzt sich zunächst mit der grundlegenden Frage auseinander, was unter Gott überhaupt verstanden wird. Es zeigt, dass viele Diskussionen zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden bereits daran scheitern, dass unterschiedliche Gottesbilder vorausgesetzt werden. Das Video unterscheidet verschiedene Stufen des Gottesverständnisses, vom kindlichen oder anthropomorphen Gottesbild bis hin zum philosophischen Gottesbegriff, nach dem Gott nicht ein Wesen unter anderen Wesen, sondern der transzendente Ursprung allen Seins ist. Außerdem wird das Konzept des sogenannten Gottes der Lücke erläutert und kritisch hinterfragt. Dabei wird deutlich gemacht, dass die klassischen Gottesbeweise Gott nicht als Erklärung für ungeklärte Naturphänomene verstehen, sondern als letzten Grund der Wirklichkeit. Abschließend gibt das Video einen Überblick über die wichtigsten Gruppen philosophischer Gottesbeweise und bereitet deren nähere Betrachtung vor.

„Endlich“ denkt sich so mancher. Musste ich wirklich alle diese komplizierten Folgen ansehen, um beim ersten Argument für Gottes Existenz zu landen. Die Antwort ist natürlich: ja. Es ging mir nicht darum, die besonders standhaften Zuseher auszusieben, sie mürbe zu machen und endlich zu belohnen. Es ist meine Überzeugung, dass ohne den philosophischen Unterbau alle klassischen Gottesbeweise schon von vorne herein fruchtlos bleiben müssen. Und das habe ich selbst so erfahren. Ich weiß noch, als ich im Studium den ersten philosophischen Gottesbeweis wirklich verstanden habe. Das war's, habe ich mir gedacht. Schach matt, Ihr Atheisten. Ich wunderte mich fast, warum ihnen noch niemand mit Thomas von Aquin gekommen war. Dann mach's halt ich, sprach ich und erwartete, dass die Atheisten nach kurzer Bedenkzeit reihenweise zur Kirche zurückkehren werden. Doch das geschah natürlich nicht. Und es wäre auch nicht geschehen, wenn ich ein besserer und geduldigerer Diskutant und meine atheistischen Gesprächspartner wirklich offen gewesen wären. Denn wenn ich mit Leuchten in den Augen vom ersten Beweger sprach, dann dachte mein Gegenüber in der Regel an jemanden, der Dominosteine anstößt und nicht an Akt und Potenz. Wenn ich von Finalität zu sprechen begann witterten sie einen Designer, den man nicht brauche, wie sie beharrlich insistierten. Und wollte ich Finalität im Wesen der Dinge begründet wissen, hieß es, ein solches Wesen der Dinge, eine Essenz gäbe es nicht. Darum also der hoffentlich nicht nur mühsame, sondern auch erhellende Einstieg in die so verschiedenen Weltbilder, zwischen denen der Philosoph vermitteln muss, wenn er Gründe für den Gottglauben liefern will.

Aber nicht nur die Weltbilder unterscheiden sich. Als ich das erste Mal „Dawkins' – Der Gotteswahn“ zur Hand nahm, konnte ich es kaum glauben. „Von was für einem Gott redet der überhaupt?!“ Mehr als Weltbilder unterscheiden sich in der Tat noch die Gottesbilder. Es hat nahezu keinen Sinn in einen Dialog zu treten, wenn unter dem Begriff Gott ganz gegensätzliche Vorstellungen ins Feld geführt werden. Durchaus brauchbar hat dies einmal mehr Edward Feser ausbuchstabiert. Nach ihm gibt es verschiedene Stufen von dem was heute meist unter dem Begriff „Gott“ verstanden wird. Wir limitieren uns hier hauptsächlich auf die westliche Welt und den christlichen Kontext, in dem auch der moderne Atheismus erwachsen ist. Die Frage nach all den anderen Göttern und wie man Religionen sinnvoll gruppieren kann, sparen wir uns für eine Episode gegen Ende des 1. Abschnitts dieser Reihe auf. Hier also die Gottesbilder, die in unserem Kulturkreis überwiegen.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht und Philosophieunterricht der gymnasialen Oberstufe im Themenbereich Gottesbilder, Religionsphilosophie und Gottesbeweise. Als Einstieg können Lernenden verschiedene Vorstellungen von Gott sammeln und überlegen, welche Eigenschaften sie mit dem Begriff Gott verbinden. Während des Videos bietet sich eine Tabelle an, in der die unterschiedlichen Gottesbilder sowie deren Merkmale gegenübergestellt werden. Anschließend können die Begriffe transzendent, Gott der Lücke, philosophischer Gottesbegriff und Analogie gemeinsam erarbeitet werden. Besonders sinnvoll ist eine Diskussion darüber, ob naturwissenschaftliche Erklärungen den Glauben an Gott überflüssig machen oder ob Philosophie und Naturwissenschaft unterschiedliche Fragestellungen behandeln. Ebenso eignet sich das Video als Einführung in die klassischen Gottesbeweise von Aristoteles, Thomas von Aquin oder Leibniz. Lernenden können dabei erkennen, dass philosophische Argumente nicht auf naturwissenschaftliche Lücken zielen, sondern nach den grundlegenden Bedingungen der Wirklichkeit fragen. Das Medium fördert die Fähigkeit, unterschiedliche Gottesbilder kritisch zu unterscheiden, philosophische Argumentationen nachzuvollziehen und die Beziehung zwischen Glaube, Vernunft und Wissenschaft differenziert zu beurteilen.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Welche Grundfrage stellt das Video?

Es fragt, ob Gott überhaupt als Erklärung für die Wirklichkeit benötigt wird und was mit dem Begriff Gott eigentlich gemeint ist.


2. Warum scheitern viele Diskussionen über Gott bereits am Anfang?

Weil die Gesprächspartner häufig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was unter Gott verstanden wird.


3. Welche Gottesbilder werden im Video unterschieden?

Das Video unterscheidet unter anderem kindliche Gottesbilder, den philosophischen Gottesbegriff sowie mystische und christlich theologische Zugänge zur Gotteserkenntnis.


4. Was versteht das Video unter einem kindlichen Gottesbild?

Es beschreibt Gott als besonders mächtiges Wesen mit menschlichen Eigenschaften, das an einem bestimmten Ort lebt und unmittelbar in die Welt eingreift.


5. Wie beschreibt das Video den philosophischen Gottesbegriff?

Gott ist kein Gegenstand innerhalb der Welt, sondern der transzendente Ursprung allen Seins und die Grundlage der gesamten Wirklichkeit.


6. Was bedeutet Transzendenz?

Transzendenz bedeutet, dass Gott die Welt übersteigt und nicht Teil von Raum, Zeit oder der materiellen Wirklichkeit ist.


7. Was ist der Gott der Lücke?

Der Gott der Lücke ist die Vorstellung, dass Gott nur dort als Erklärung dient, wo naturwissenschaftliche Erkenntnisse fehlen.


8. Warum lehnt das Video den Gott der Lücke ab?

Weil klassische philosophische Gottesbeweise Gott nicht zur Erklärung einzelner Wissenslücken verwenden, sondern als letzten Grund der Wirklichkeit verstehen.


9. Welche Rolle spielt Thomas von Aquin?

Thomas von Aquin entwickelt Gottesbeweise, die nicht auf unerklärte Naturphänomene, sondern auf grundlegende metaphysische Fragen aufbauen.


10. Welche Bedeutung hat die Analogie in der Gottesrede?

Begriffe wie Liebe, Güte oder Verstand können auf Gott angewendet werden, beschreiben ihn aber niemals vollständig, sondern nur annäherungsweise.


11. Welche Arten von Gottesbeweisen werden am Ende angekündigt?

Es werden kosmologische, ontologische und moralische Gottesbeweise sowie weitere philosophische Argumentationsformen angekündigt.


12. Welche zentrale Botschaft vermittelt das Video?

Das Video zeigt, dass philosophische Gottesbeweise nicht Gott als Lückenbüßer der Wissenschaft verstehen, sondern nach dem letzten Grund der Wirklichkeit fragen und deshalb andere Fragen behandeln als die Naturwissenschaft.

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