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Kathmedia | Fundamentaltheologie Plus

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Aristoteles und der Unbewegte Beweger

Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.4.1.1.

Veröffentlichung:6.12.2022

Das Video stellt den aristotelischen Gottesbeweis des unbewegten Bewegers vor und erläutert einen der bedeutendsten kosmologischen Gottesbeweise der Philosophiegeschichte. Ausgangspunkt ist die alltägliche Beobachtung, dass sich Dinge verändern und dass Wandel überall in der Welt stattfindet. Mithilfe der aristotelischen Begriffe Akt und Potenz wird erklärt, dass jede Veränderung die Aktualisierung einer Möglichkeit durch etwas bereits Wirkliches voraussetzt. Das Video unterscheidet dabei zwischen zeitlichen und hierarchischen Ursachenketten und zeigt, weshalb insbesondere hierarchische Ursachenreihen nach aristotelischer Auffassung nicht unendlich sein können. Daraus wird die Existenz einer ersten Ursache hergeleitet, die selbst nicht verändert werden muss, sondern reiner Akt ist und alle Veränderungen ermöglicht. Aristoteles bezeichnet diese erste Ursache als unbewegten Beweger. Das Video macht deutlich, dass dieser philosophische Gottesbegriff zunächst unabhängig von religiösen Offenbarungen entwickelt wird und erst anschließend mit dem jüdisch christlichen Gottesverständnis verglichen werden kann.

Wir beginnen mit Argumenten der kosmologischen Art. Dies bietet sich aus zwei Gründen an. Erstens, ihr Ausgangspunkt ist ähnlich jenem, den wir aus den empirischen Wissenschaften kennen. Man beginnt mit einer Beobachtung. Allerdings ist diese hier in der Regel so allgemein, dass es nicht wie in der wissenschaftlichen Methode notwendig ist, sich durch Hypothesen, Messungen und Experimenten ihrer Wahrheit zu nähern. Es geht um direkt evidente Dinge wie zum Beispiel: Es gibt Wandel in der Welt. Zusammen mit grundlegenden metaphysischen Wahrheiten aus denen man Prämissen formt, kommt man dann zu einem metaphysischen Ergebnis. Können dabei grundsätzlich Fehler unterlaufen? Natürlich. Aber die Fehler sind dann eher von der Art, wie sie auch in Bereichen der Mathematik geschehen. Es ist also nicht so, wie von Dawkins oder anderen fachlich ungeschulten Atheisten, suggeriert, dass diese Argumente durch empirische Evidenz der Jahrhunderte obsolet geworden sind. Und sogar wenn man die am Beginn stehende empirische Observation für falsch hält - wie es etwa Parmenides hinsichtlich der Tatsächlichkeit von Veränderung täte, dann ist dies weniger eine empirisch-wissenschaftliche Kontroverse, als eine philosophische – eben weil sie die grundlegendsten Dinge der Wahrnehmung berührt.

Wie stark sind die kosmologischen Argumente, die in den meisten Fällen Jahrhunderte und sogar Jahrtausende alt sind? So stark wie die metaphysischen Wahrheiten, für die wir in den vorangegangenen Folgen dieser Reihe schon eingetreten sind, und so stark wie das Verständnis der dort erklärten Begriffe. Denn wenn man Descartes, Lockes, Humes oder Kants Konzepte über jene von Aristoteles oder Thomas stülpt, dann kann man diese nur missverstehen. Und das ist auch der zweite Grund die kosmologischen Argumente hier als erstes zu behandeln, eben, weil wir auf diese Weise gleich jene metaphysischen Konzepte zur Anwendungen bringen können, die wir in den letzen Episoden als Teil eines klassischen, aristotelisch-thomistischen Weltbildes kennengelernt haben: Akt und Potenz, Ursachen, Universalien, Essenz oder Existenz.

So beginnen wir diesen Abschnitt dann auch gleich mit einem Argument der aristotelischen Tradition.

Products

Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht und Philosophieunterricht der gymnasialen Oberstufe im Themenbereich Gottesbeweise, Metaphysik und Religionsphilosophie. Vor dem Ansehen können Lernenden Beispiele für Veränderungen im Alltag sammeln und überlegen, wodurch diese Veränderungen ausgelöst werden. Während des Videos bietet sich ein Arbeitsauftrag an, bei dem die Begriffe Wandel, Akt, Potenz, Ursache, hierarchische Ursachenkette und unbewegter Beweger in einer Begriffskarte miteinander verbunden werden. Anschließend können Lernenden den Argumentationsgang Schritt für Schritt rekonstruieren und mit anderen kosmologischen Gottesbeweisen vergleichen. Besonders gewinnbringend ist eine Diskussion über die Frage, ob jede Veränderung tatsächlich eine erste Ursache voraussetzt und welche Unterschiede zwischen philosophischen und naturwissenschaftlichen Erklärungen bestehen. Ebenso kann das Video mit den Positionen von Thomas von Aquin, Leibniz oder modernen naturwissenschaftlichen Weltmodellen verglichen werden. Das Medium fördert logisches Denken, philosophische Argumentationskompetenz und die Fähigkeit, metaphysische Fragestellungen kritisch zu reflektieren. Es eignet sich hervorragend als Grundlage für Debatten, philosophische Essays oder Gruppenarbeiten zur Gottesfrage und zu den Grenzen menschlicher Erkenntnis.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Was ist der Ausgangspunkt des aristotelischen Gottesbeweises?

Der Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich Dinge verändern und Wandel überall in der Wirklichkeit vorkommt.


2. Was versteht Aristoteles unter Wandel?

Wandel bedeutet die Aktualisierung einer Möglichkeit oder eines Potenzials durch etwas, das bereits wirklich ist.


3. Was bedeuten die Begriffe Akt und Potenz?

Potenz bezeichnet eine Möglichkeit, während Akt die verwirklichte Wirklichkeit beschreibt. Veränderung ist der Übergang von der Potenz zum Akt.


4. Warum kann sich nach Aristoteles nichts aus eigener Kraft vollständig aktualisieren?

Weil etwas, das nur Möglichkeit ist, eine bereits verwirklichte Ursache benötigt, um aktualisiert zu werden.


5. Welche zwei Arten von Ursachenketten unterscheidet das Video?

Es unterscheidet zeitliche Ursachenketten und hierarchische Ursachenketten, die gleichzeitig wirken.


6. Warum kann eine hierarchische Ursachenkette nicht unendlich sein?

Weil ohne eine erste Ursache keine der nachfolgenden Ursachen wirken könnte und deshalb keine Veränderung stattfinden würde.


7. Was ist der unbewegte Beweger?

Der unbewegte Beweger ist die erste Ursache allen Wandels. Er wirkt selbst, ohne von etwas anderem bewegt oder verändert zu werden.


8. Warum nennt Aristoteles den unbewegten Beweger reinen Akt?

Weil er keine bloßen Möglichkeiten mehr besitzt, sondern vollkommen verwirklicht ist und deshalb keiner Veränderung bedarf.


9. Ist der unbewegte Beweger bereits der Gott der Bibel?

Das Video erklärt, dass zunächst ein philosophischer Gottesbegriff entwickelt wird. Erst anschließend wird dessen Beziehung zum jüdisch christlichen Gottesbild untersucht.


10. Welche Rolle spielen Beispiele wie Mikrowelle oder Pinsel im Video?

Sie veranschaulichen den Unterschied zwischen zeitlichen und gleichzeitig wirkenden Ursachenketten.


11. Welche Bedeutung hat der Gottesbeweis für die Philosophie?

Er versucht mit vernünftigen Argumenten zu zeigen, dass die Existenz einer ersten Ursache notwendig erscheint, wenn Wandel erklärt werden soll.


12. Welche Kompetenzen können Lernenden durch das Video entwickeln?

Sie lernen philosophische Argumente nachzuvollziehen, metaphysische Begriffe sicher anzuwenden und zwischen naturwissenschaftlichen und philosophischen Erklärungen zu unterscheiden.

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