Unterrichtsplan für das Fach Religion: "Die Sichtbarkeit der Kirche"
90 Minuten
Einführung (I)Zeit: 10 Minuten
Ziel: Schüler*innen sollen sich auf das Thema einstimmen und erste Ideen entwickeln.
Ablauf:
Begrüßung und Vorstellung des Themas: „Was macht die Kirche sichtbar?“
Zeigen eines 3-minütigen Ausschnitts des Videos (z. B. 0:00–3:00) zur Einführung.
Eröffnungsgespräch: Was bedeutet „Sichtbarkeit der Kirche“ für euch? Schülerantworten sammeln.
Diskussion (II)Zeit: 20 Minuten
Ablauf:
Gruppendiskussion: Ist die Kirche heute eher sichtbar oder unsichtbar?
Gruppe A: Argumente für „sichtbar“.
Gruppe B: Argumente für „unsichtbar“.
Moderierter Austausch und Zusammenfassung: Was macht die Kirche relevant oder irrelevant in der heutigen Gesellschaft?
Gruppe A: Argumente für „sichtbar“
Institutionelle Präsenz:
Die Kirche ist weltweit durch Gebäude, wie Kirchen und Kathedralen, und durch Organisationen wie Caritas oder kirchliche Schulen präsent.
Sakramente und Rituale:
Taufen, Hochzeiten und Gottesdienste sind öffentlich sichtbare Zeichen des kirchlichen Lebens.
Soziale Dienste:
Kirchen sind aktiv in sozialen Projekten wie der Flüchtlingshilfe oder der Unterstützung von Obdachlosen.
Öffentliche Stellungnahmen:
Die Kirche nimmt Stellung zu gesellschaftlichen und ethischen Fragen, wie Umweltschutz oder Frieden.
Mediale Präsenz:
Kirchliche Aktivitäten und Reden des Papstes werden weltweit in den Medien verbreitet.
Gruppe B: Argumente für „unsichtbar“
Glaubensverlust in der Gesellschaft:
Viele Menschen nehmen die Kirche nicht mehr als zentralen Teil ihres Lebens wahr; sie wird als irrelevant angesehen.
Unsichtbare Gemeinschaft:
Der Glaube wird oft individuell und privat gelebt, ohne öffentlich sichtbar zu sein.
Rückgang der Mitglieder:
Kirchenaustritte und leere Gotteshäuser lassen die Kirche weniger präsent erscheinen.
Skandale und Vertrauensverlust:
Negative Schlagzeilen über die Kirche haben dazu geführt, dass sie von Teilen der Gesellschaft nicht mehr wahrgenommen wird.
Digitalisierung und neue Spiritualität:
Viele Menschen suchen spirituelle Erfahrungen außerhalb der traditionellen Kirche, z. B. in digitalen oder interreligiösen Gemeinschaften.
Fazit der Diskussion
Die Diskussion zeigte, dass die Kirche sowohl sichtbare als auch unsichtbare Dimensionen hat. Die Sichtbarkeit hängt stark von ihrer Aktivität im öffentlichen und sozialen Raum ab, während die Unsichtbarkeit durch gesellschaftliche Trends und den Rückzug ins Private verstärkt wird. Beide Aspekte spiegeln die komplexe Rolle der Kirche in der modernen Welt wider.
Praktische Anwendung (III)
Zeit: 25 Minuten
Ablauf:
Aufgabe: Die Schüler*innen erstellen in Gruppen ein Modell oder eine Darstellung (z. B. Plakat, Rollenspiel, digitale Präsentation) zu einem Aspekt des Themas:
Gruppe 1: „Die drei Bindungen“ (Glaube, Sakramente, Leitung).
Gruppe 2: Kirche als „Mystischer Leib Christi“.
Gruppe 3: Rolle der Leitung und Hierarchie.
Materialien: Papier, Stifte, Tablets/Laptops.
Gruppe 1: „Die drei Bindungen“ (Glaube, Sakramente, Leitung)
Darstellung: Die Gruppe erstellte ein Plakat mit drei zentralen Symbolen:
Glaube: Eine offene Bibel, die den gemeinsamen Glauben aller Mitglieder symbolisiert.
Sakramente: Ein Kelch und eine Hostie, die die sakramentale Gemeinschaft darstellen.
Leitung: Ein Hirtenstab, der für die legitime Führung durch Priester und den Papst steht.
Erläuterung: Die Schüler*innen erklärten, dass diese drei Elemente die sichtbare Einheit der Kirche sichern und gleichzeitig die Verbindung zwischen den Gläubigen stärken. Sie hoben hervor, dass diese Bindungen nicht nur organisatorisch, sondern auch spirituell bedeutsam sind.
Gruppe 2: Kirche als „Mystischer Leib Christi“
Darstellung: Die Gruppe präsentierte ein Rollenspiel:
Ein Schüler war Christus, das „Haupt“ des Körpers.
Die anderen Schüler*innen repräsentierten verschiedene Glieder des Leibes (z. B. Hände, Füße, Herz), um die Vielfalt der Aufgaben und Rollen innerhalb der Kirche zu verdeutlichen.
Erläuterung:
Sie betonten, dass jedes Glied wichtig ist, unabhängig von seiner Funktion, und dass die Liebe als verbindendes Element den Leib Christi lebendig macht. Außerdem wurde auf die biblische Basis (1 Korinther 12:27) verwiesen.
Gruppe 3: Rolle der Leitung und Hierarchie
Darstellung: Die Gruppe gestaltete eine Präsentation mit einer Pyramide, die die Hierarchie der Kirche darstellte:
Papst: An der Spitze als Diener aller.
Bischöfe und Priester: Als Mittler zwischen der Gemeinde und Christus.
Gläubige: Die Basis, die die Kirche trägt.
Erläuterung:
Die Schüler*innen erklärten, dass die Leitung notwendig ist, um Ordnung und Einheit zu gewährleisten. Sie hoben hervor, dass diese Hierarchie jedoch nicht als Machtinstrument, sondern als Dienst an der Gemeinschaft verstanden werden soll, gemäß den Worten Jesu: „Wer der Erste sein will, sei der Diener aller“ (Markus 10:44).
Präsentation der praktischen Anwendung (IV)
Zeit: 15 Minuten
Ablauf:
Jede Gruppe stellt ihre Ergebnisse in 3-5 Minuten vor.
Mitschüler*innen stellen Rückfragen und ergänzen.
Reflexion und Zusammenfassung (V)
Zeit: 10 Minuten
Ziel: Vertiefung des Gelernten und persönlicher Bezug.
Ablauf:
Schüler*innen reflektieren schriftlich:
Was bedeutet die Sichtbarkeit der Kirche für mich persönlich?
Welche Rolle spielt die Kirche in meinem Umfeld?
Zusammenfassung durch die Lehrkraft: „Die Kirche ist sichtbare und unsichtbare Realität – was nehmen wir heute mit?“
Hausaufgabe (VI)
Zeit: 5 Minuten
Ziel: Weiterführung des Themas.
Aufgabe:
Recherchiere ein Beispiel aus deinem Umfeld, das zeigt, wie die Kirche heute sichtbar oder unsichtbar wirkt. Bereite eine kurze Erklärung (max. 150 Wörter) vor.
Finde ein Bibelzitat, das zur Sichtbarkeit der Kirche passt, und erkläre dessen Bedeutung.
Abschließende Worte (VII)
Zeit: 3 Minuten
Ziel: Positive und motivierende Verabschiedung.
Ablauf:
„Die Kirche ist wie ein Netz – sie bringt Menschen zusammen. Überlegt in der nächsten Woche: Wo seht ihr die Kirche in Aktion?“
Zusätzliche kreative Ideen (VIII)
Rollenspiel: Schüler*innen stellen dar, wie die „tria vincula“ in der modernen Kirche wirken.
Visualisierung: Ein großer Kreis wird an die Tafel gezeichnet (symbolisiert den mystischen Leib Christi), Schüler*innen fügen Symbole für sichtbare und unsichtbare Elemente hinzu.
Digitale Tools: Erstellen einer Mindmap zu „sichtbarer“ vs. „unsichtbarer“ Kirche mit Tools wie Padlet.
Bibelzitate (IX)
„Ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne von euch ist ein Glied daran.“ (1 Korinther 12:27)
„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18:20)
„Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ (Matthäus 16:18)
Frage 1Was versteht Miroslav Wolf unter der Definition der Kirche?
Zeitstempel: 00:01:26
Antwort: Miroslav Wolf definiert die Kirche als lokal sichtbar, jedoch ohne formale Struktur.
Frage 2Welche Argumente stützen die Theorie der sichtbaren und universalen Kirche?
Zeitstempel: 00:01:03
Antwort: Die Theorie der sichtbaren und universalen Kirche wird durch Übereinstimmungen in der Lehre und durch die Vorstellung einer Einheitsstruktur gestützt.
Frage 3Was sind die drei Bindungen („tria vincula“), die die Gläubigen mit der Kirche verbinden?
Zeitstempel: 00:03:15
Antwort: Glaube, Sakramente und legitime Leitung durch Hirten verbinden die Gläubigen mit der Kirche.
Frage 4Wie interpretiert die katholische Lehre die Verbindung zwischen Israel und der Kirche?
Zeitstempel: 00:06:26
Antwort: Die Kirche wird als das neue und universale Israel betrachtet, das die Verheißungen erfüllt, die an Israel gegeben wurden.
Frage 5Welche Rolle spielt die Leitung in der Kirche laut der katholischen Sichtweise?
Zeitstempel: 00:09:04
Antwort: Die Leitung ist notwendig, um Struktur und Organisation sicherzustellen, jedoch als Dienst und nicht als Herrschaft gedacht.
Frage 6 Wie werden lebendige und tote Glieder in der Kirche definiert?
Zeitstempel: 00:05:02
Antwort: Lebendige Glieder sind durch die Liebe und die Gnade mit Christus verbunden, während tote Glieder zwar Teil der Kirche sind, jedoch nicht aktiv in der Gnade leben.
Frage 7 Welche Kritik gibt es an der sakramentalen Repräsentation des Priestertums?
Zeitstempel: 00:09:04
Antwort: Die Hauptkritik ist, dass das sakramentale Priestertum die Hierarchie überbetont und dadurch klerikale Strukturen fördert.
Frage 8 Wie wird die Kirche als mystischer Leib Christi beschrieben?
Zeitstempel: 00:11:40
Antwort: Die Kirche wird als ein mystischer Leib Christi verstanden, der sichtbare und unsichtbare Dimensionen hat, mit lebendigen und toten Gliedern.
Quiz
Frage 1 Welche Ansicht vertritt Miroslav Wolf bezüglich der Kirche?
Die Kirche ist unsichtbar und universell.
Die Kirche ist lokal sichtbar, aber ohne Struktur.
Die Kirche besteht nur aus einer sichtbaren, zentralisierten Institution.
Die Kirche ist unsichtbar und nur in den Herzen der Gläubigen präsent.
Frage 2 Was sind die drei Bindungen („tria vincula“), die die Gläubigen mit der Kirche verbinden, laut Robert Bellarmine?
Glaube, Hoffnung und Liebe.
Sakramente, Glaube und legitime Leitung.
Taufe, Eucharistie und Bekenntnis.
Sichtbarkeit, Einheit und Heiligkeit.
Frage 3 Was ist ein Hauptkritikpunkt an der sakramentalen Repräsentation des Priestertums?
Sie steht im Widerspruch zur Bibel.
Sie betont die Hierarchie übermäßig.
Sie verneint die Bedeutung der lokalen Gemeinschaft.
Sie ist nicht mit der Lehre von Christus vereinbar.
Frage 4 Wie beschreibt Paulus die Kirche in seinen Schriften?
Als eine unsichtbare Gemeinschaft der Auserwählten.
Als einen mystischen Leib Christi mit sichtbarer und unsichtbarer Dimension.
Als ein Baum mit vielen Zweigen.
Als eine reine, lokale Gemeinschaft der Gläubigen.
Frage 5 Welche Rolle spielt Israel in der katholischen Sichtweise der Kirche?
Israel und die Kirche sind zwei getrennte Religionen.
Die Kirche ist ein neues und universales Israel.
Israel wird durch die Kirche ersetzt.
Israel ist irrelevant für das Verständnis der Kirche.
Antworten
2 - Die Kirche ist lokal sichtbar, aber ohne Struktur.
2 - Sakramente, Glaube und legitime Leitung.
2 - Sie betont die Hierarchie übermäßig.
2 - Als einen mystischen Leib Christi mit sichtbarer und unsichtbarer Dimension.
2 - Die Kirche ist ein neues und universales Israel.