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Kants Moralische Argumente für Gott

Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.4.3.3.

Veröffentlichung:28.3.2023

Die Unterrichtsstunde " Kants Moralische Argumente für Gott" thematisiert die Bedeutung von Gott für die Moral. In Gruppen entsteht eine Argumetation für eine Podiumsdiskussion: Immanuel Kant, naturalistischen Philosophie und einem Atheisten.

Die Stunde ist im Feld methodisch-didaktischer Kommentar beschrieben. Dort sind zudem Fragestellungen mit Zeitstempeln und ein multiple-choice Test enthalten.

Products

Unterrichtsstunde: Kants moralische Argumente für Gott

(90 Minuten)

Einführung (I) - 10 Minuten

Aktivierende Frage:

„Warum glauben manche Menschen, dass moralische Werte wie Würde oder Gerechtigkeit einen Gott voraussetzen?“

Schüler teilen erste Assoziationen.

Kurzvideo-Ausschnitt zeigen:

Zeige die Passage 00:02:03, in der die Verbindung zwischen Würde und Gott thematisiert wird.

Lernziel formulieren:

„Heute erforschen wir, wie Kant die Existenz Gottes als moralisch notwendig begründet.“

Diskussion (II) - 20 Minuten

Impulse zur Diskussion:

Ist Menschenwürde ohne Gott denkbar?

Welche Gefahren ergeben sich, wenn Menschenrechte nicht universell gelten?


Ist Menschenwürde ohne Gott denkbar?

Ja, Menschenwürde kann ohne Gott denkbar sein, wenn sie auf einer säkularen Grundlage definiert wird. Philosophische Strömungen wie der Humanismus argumentieren, dass Würde intrinsisch in der menschlichen Natur liegt, unabhängig von einer göttlichen Quelle. Sie könnte aus der Fähigkeit zur Selbstreflexion, zum rationalen Denken oder aus dem Mitgefühl gegenüber anderen abgeleitet werden. Kritiker dieser Perspektive weisen jedoch darauf hin, dass ohne einen absoluten moralischen Bezugspunkt (wie Gott) die Definition und der Schutz von Würde relativ und verhandelbar sein könnten.


Welche Gefahren ergeben sich, wenn Menschenrechte nicht universell gelten?

Relativismus:

Ohne universelle Anerkennung können Menschenrechte zu einem Produkt kultureller oder politischer Konventionen werden, die je nach Gesellschaft unterschiedlich interpretiert und angewandt werden.


Diskriminierung und Willkür:

Wenn Menschenrechte nicht universell gelten, können bestimmte Gruppen ausgeschlossen werden (z. B. Minderheiten, Frauen oder Kinder). Dies öffnet der Diskriminierung und systematischen Ungerechtigkeit Tür und Tor.


Rechtfertigung von Gewalt:

Regierungen oder Machtgruppen könnten die Einschränkung von Rechten als legitim darstellen, indem sie sie an bestimmte Bedingungen knüpfen, was zu autoritären Strukturen führt.


Schwächung der internationalen Zusammenarbeit:

Wenn Menschenrechte nicht universell gelten, wird es schwieriger, globale Herausforderungen wie Kriege, Flüchtlingskrisen oder Klimagerechtigkeit zu bewältigen.


Verlust der moralischen Autorität:

Die Idee der universellen Menschenrechte bietet einen moralischen Standard, der weltweit als Grundlage für Gerechtigkeit dient. Ohne diesen Standard könnten gesellschaftliche Werte und Normen beliebig verändert werden, was langfristig das soziale Gefüge destabilisieren könnte.


Methode:

Schüler arbeiten in 3er-Gruppen und diskutieren anhand eines Thesenblatts:

Pro und Kontra „Gott als Grundlage moralischer Werte“

Alternative Erklärungen wie Rationalismus oder Naturalismus

Austausch:

Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum.

Praktische Anwendung (III) - 20 Minuten

Rollenspiel: Schüler schlüpfen in die Rollen von Kant, einem Atheisten und einem Vertreter der naturalistischen Philosophie.

Aufgabe: Eine Streitdiskussion führen über die Frage: „Brauchen wir Gott, um moralisch zu handeln?“

Vorbereitung: Jede Gruppe entwickelt Argumente für ihre Position, basierend auf den im Video präsentierten Standpunkten.


Rollenkarten für die Diskussion: „Brauchen wir Gott, um moralisch zu handeln?“

Immanuel Kant (Philosoph und Vertreter der praktischen Vernunft)

Grundposition: Ich argumentiere, dass Gott ein notwendiges praktisches Postulat ist, um moralisches Handeln sinnvoll zu machen. Obwohl die Existenz Gottes nicht empirisch bewiesen werden kann, ist sie für die Erfüllung des höchsten Gutes (Verbindung von Tugend und Glück) unverzichtbar.


Wichtige Argumente: Moralische Prinzipien sind universell und gelten unabhängig von den Konsequenzen. Ohne die Annahme eines höheren moralischen Wesens fehlt jedoch die Grundlage, die Tugend und Glück langfristig verbindet.

Der Mensch braucht eine rationale Hoffnung, dass moralisches Handeln in einer gerechten Welt Anerkennung findet – das erfordert einen Gott, der Gerechtigkeit herstellt.

Fragen an die Gegner: Wie können moralische Werte ohne eine objektive Grundlage universal gelten?

Ist es möglich, dauerhaft moralisch zu handeln, wenn man keine Hoffnung auf eine gerechte Weltordnung hat?


Atheist (Vertreter einer säkularen Moral)

Grundposition: Moral kann ohne Gott existieren. Moralische Werte und Normen entstehen aus menschlicher Vernunft, Empathie und gesellschaftlichen Konventionen. Gott ist nicht notwendig, um ethisch zu handeln.


Wichtige Argumente: Viele Kulturen entwickeln moralische Systeme unabhängig von Religion.

Die Evolution hat altruistisches Verhalten als Überlebensvorteil gefördert. Empathie und Vernunft genügen, um moralische Entscheidungen zu treffen.

Religiöse Moral führt oft zu Konflikten, da sie absolute Regeln setzt, die nicht immer universell anwendbar sind.

Fragen an die Gegner: Warum brauchen wir eine metaphysische Erklärung, wenn moralisches Verhalten auch ohne sie möglich ist?

Können religiöse Moralvorstellungen nicht auch willkürlich oder problematisch sein?


Vertreter der naturalistischen Philosophie

Grundposition: Moralische Werte sind ein Produkt der natürlichen Welt und biologischer Prozesse. Es ist unnötig, auf übernatürliche Wesen wie Gott zu verweisen, um moralisches Handeln zu erklären.

Wichtige Argumente: Moral entsteht aus der Evolution: Kooperation und Altruismus sichern das Überleben von Gruppen.

Kulturelle Normen und Gesetze ersetzen die Notwendigkeit eines göttlichen Gesetzgebers.

Moral ist eine menschliche Erfindung, die auf Pragmatismus und sozialer Ordnung basiert, nicht auf metaphysischen Annahmen.

Fragen an die Gegner: Ist es nicht wahrscheinlicher, dass moralisches Verhalten evolutionäre und gesellschaftliche Ursprünge hat?

Warum sollte man annehmen, dass Moral nur durch einen Gott objektiv sein kann?


Präsentation der praktischen Anwendung (IV) - 15 Minuten

Szenische Darstellung:

Gruppen tragen ihre Rollenspiele vor.

Publikum (andere Schüler) bewertet die Überzeugungskraft der Argumente.

Reflexion und Zusammenfassung (V) - 10 Minuten

Lehrerinput:

Zusammenfassung der Kernargumente:

Kants praktisches Postulat

Kritik an naturalistischen Erklärungen

Offene Frage:

„Wie könnten Kants Ideen heute in ethischen Diskussionen angewandt werden?“

Schüler teilen persönliche Meinungen.

Hausaufgabe (VI)

Schriftliche Aufgabe:

Verfasse einen Brief an Immanuel Kant, in dem du auf seine Argumente eingehst. Stelle mindestens eine kritische Rückfrage.

Optional:

Suche ein aktuelles Beispiel aus der Politik oder Gesellschaft, bei dem Menschenwürde oder moralische Prinzipien ohne Bezug auf Religion verteidigt werden.

Abschließende Worte (VII) - 5 Minuten

Zusammenfassung:

Bedanke dich bei den Schülern für ihre Beteiligung.

Weise darauf hin, dass moralische Werte und deren Begründung auch in anderen Religionen eine zentrale Rolle spielen.

Zusätzliche kreative Ideen (VIII)

Philosophisches Café:

Organisiere eine Sitzung, bei der Schüler in entspannter Atmosphäre philosophische Fragen diskutieren.

Plakatwettbewerb:

Entwerft Plakate mit Kants Ideen zum höchsten Gut und seiner Verbindung zu Gott.

Video-Reflexion:

Schüler erstellen ein eigenes Kurzvideo zu einer moralischen Fragestellung.

Bibelzitate (IX)

Genesis 1,27:

„Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild.“

Micha 6,8:

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Gerechtigkeit üben, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Matthäus 22,37-39:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen […] und deinen Nächsten wie dich selbst.“


Quiz:

Frage 1: Was ist laut Kant das „höchste Gut“?

Eine direkte Verbindung zu Gott

Tugend und Glück in maximaler Erfüllung

Eine rationale Welt ohne moralische Prinzipien

Eine wissenschaftliche Begründung für Ethik

Frage 2: Welcher historische Text verweist explizit auf einen Schöpfer in Bezug auf unveräußerliche Rechte?

Die Magna Carta

Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten

Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Die Genfer Konvention

Frage 3: Wie begründet Kant die Notwendigkeit eines moralischen Postulats für Gott?

Durch empirische Beweise

Durch die Forderungen der praktischen Vernunft

Durch historische Texte und Traditionen

Durch die Ablehnung atheistischer Philosophie

Frage 4: Welche Kritik wird am rationalen Ansatz zur Begründung der Würde geäußert?

Es ignoriert die Verbindung von Tugend und Glück

Es kann Würde nicht bei Kindern oder Demenzkranken begründen

Es basiert auf theologischen Annahmen

Es ist wissenschaftlich nicht überprüfbar

Frage 5: Wie bewertet Kant pragmatische Argumente für den Glauben an Gott?

Als eine Form des rationalen Denkens

Als Wunschdenken ohne Beweiskraft

Als empirische Beweise für Gottes Existenz

Als alleinige Grundlage moralischen Handelns

Antworten

2: Tugend und Glück in maximaler Erfüllung

2: Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten

2: Durch die Forderungen der praktischen Vernunft

2: Es kann Würde nicht bei Kindern oder Demenzkranken begründen

2: Als Wunschdenken ohne Beweiskraft



Fragestellungen zum Video mit Zeitstempeln und Antworten

Frage 1: Welche Rolle spielt die intrinsische menschliche Würde in Kants moralischem Argument?

Zeitstempel: 00:00:30

Antwort: Die intrinsische menschliche Würde ist zentral für Kants Argument. Sie wird als ein Wert beschrieben, der objektiv und universell ist, und ihre beste Erklärung wird in der Annahme eines göttlichen Schöpfers gesehen.


Frage 2: Wie begründet Kant die Notwendigkeit von Gott für eine moralische Ordnung?

Zeitstempel: 00:02:03

Antwort: Kant argumentiert, dass die Würde des Menschen am besten durch die Existenz Gottes erklärt werden kann, da dies eine Grundlage für objektive moralische Werte bietet.


Frage 3: Frage: Warum wird Kants Argument der praktischen Vernunft als „praktisches Postulat“ bezeichnet?

Zeitstempel: 00:06:12

Antwort: Es wird als praktisches Postulat bezeichnet, weil Kant annimmt, dass die Existenz Gottes notwendig ist, um moralisches Handeln sinnvoll zu machen, auch wenn es nicht direkt bewiesen werden kann.


Frage 4: Frage: Welche Kritik wird an der Verbindung von Tugend und Glück geäußert?

Zeitstempel: 00:07:14

Antwort: Es wird kritisiert, dass diese Verbindung problematisch ist, da moralisches Handeln oft Verzicht auf persönliches Glück erfordert. Gott wird als notwendig gesehen, um diese Spannung aufzulösen.


Frage 5: Frage: Was sind die Hauptargumente gegen eine objektive moralische Ordnung ohne Gott?

Zeitstempel: 00:09:21

Antwort: Es wird argumentiert, dass ohne den Glauben an eine moralische Ordnung Chaos und die Aufgabe zentraler Werte folgen könnten, was negative Konsequenzen für Gesellschaften hätte.

Material:

Zeitstempel:

[00:00:00] das moralische Argument von Immanuel Kant und die philosophischen Grundlagen

00:00:30: Diskussion über intrinsische menschliche Würde und ihre Verbindung zu Gott

00:01:01: Widerlegung der Würde durch verschiedene philosophische Standpunkte

00:01:32: Bezug auf historische und moderne Angriffe auf die Idee von Menschenwürde

00:02:03: Verankerung der Würde im rationalen Denken und Kritik an dieser Position

00:02:35: Herausforderungen für die Begründung der Würde bei bestimmten Menschengruppen

00:03:06: Bedeutung von Gott für eine objektive moralische Ordnung

00:03:36: Historische Verweise auf Gott in politischen und rechtlichen Texten

00:04:09: Kritik moderner und postmoderner Denkweisen an Naturrecht und Menschenrechten

00:04:39: Praktische Argumente für den Glauben an Gott nach Kant

00:05:12: Kants Konzept des höchsten Gutes und seiner praktischen Erreichbarkeit

00:05:43: Verbindung von Tugend und Glück in einer moralischen Weltordnung

00:06:12: Kants praktisches Postulat: Gott als notwendige Annahme für moralisches Leben

00:06:45: Dualismus von Tugend und Glück und die Rolle von Gott

00:07:14: Gott als Lösung für den Dualismus in einem jenseitigen Leben

00:07:47: Kritik an pragmatischen Argumenten für den Glauben

00:08:18: Tragik einer moralischen Existenz ohne Gott

00:08:50: Nutzen des Glaubens an Gott für tugendhaftes Leben

00:09:21: Rationalität und Kritik an moralischer Ordnung ohne Gott

00:09:53: Gesellschaftliche Folgen von atheistischen Entwicklungen

00:10:24: Pragmatismus des Glaubens und seine philosophische Begründung

00:10:54: Unterscheidung von Glaubensarten und ihre Konsequenzen

00:11:26: Praktische versus theoretische Argumente für Gott

00:11:58: Kritische Betrachtung alternativer Erklärungen für moralische Fakten

00:12:29: Kants Argumente in Bezug auf naturalistische Schwächen

00:13:00: Überleitung zu kosmologischen Argumenten für Gott

Methoden:

Rollenspiel

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

3 sat | Scobel

18.6.2025

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe I

Hessen

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Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.1 Moralisch argumentieren – Modelle der Ethik.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 1. Grundzüge christlicher Moral im Kontext philosophischer Ethik.

Video

Standard Lizenz auf You Tube

15.11.2024

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Unterrichtsstunde

Menschen & Welt

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren ,Analysieren und Reflektieren

schwer

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