Zu Beginn setzen sich die Lernenden mit ihren eigenen Wertvorstellungen auseinander und reflektieren, welche Menschen und Ziele ihrem Leben Bedeutung verleihen. Anschließend erschließen sie anhand biblischer Texte die Botschaft Jesu und vergleichen diese mit dem Handeln von Maximilian Kolbe sowie weiteren Glaubenszeugen. In Gruppenarbeiten analysieren sie historische und aktuelle Beispiele christlicher und islamischer Lebenszeugnisse und entwickeln Kriterien, die ein verantwortungsvolles Glaubenszeugnis von religiösem Extremismus unterscheiden. Durch Diskussionen, Textarbeit, Partnerarbeit, Präsentationen und reflektierende Schreibaufgaben werden religiöse Urteilskompetenz, ethische Argumentationsfähigkeit sowie interreligiöse Dialogkompetenz gefördert. Die Unterrichtseinheit eignet sich besonders dazu, aktuelle Fragen nach Verantwortung, Zivilcourage, Menschenrechten und persönlichem Einsatz mit biblischen Grundlagen zu verbinden und den Lernenden zu zeigen, dass christlicher Glaube zu einem engagierten Einsatz für andere Menschen ermutigt.
Der Einstieg gelingt durch zwei Dilemmageschichten welche über eine Placement erarbeitet wird. Ien die Geschichten behandeln einen Medikamenten Diebstahl und einen Angriff von Terroristen mit Hilfe eines Flugzeugs auf eine Sportveranstaltung.
Zwei Placements sind im Material zum Ausdrucken enthalten. Sie enthält auch eine Anleitung zum Umgang mit dieser Methode.
Der nächste Schritt enthält einen Comic in dem ein Jugendlicher von radikalen islamischen Personen manipuliert wird. Ihm wird die Ungerechtigkeit der Welt und die angebliche Wahrheit auf einer Internetseite vorgestellt. Dann soll er sich ausbilden lassen.
Gedanken des Jugendlichen werden formuliert.
Ein weiterer Schritt versucht den Begriff des Dschihads zu definieren. Dabei wird die gewaltbereite Auslegung des Begriffes dekonstruiert. Weitere Materialien legen die Friedensbereitschaft und friedensschaffende Kultur des Islam am Beispiel von Sophismus da.
Ein weiterer Schritt enthält ein Gedicht aus dem islamischen Kulturkreis in dem der Islam als Religion der Liebe vorgestellt wird.
In einem abschließenden Material werden drei Biografien von Muslimen erarbeitet, die sich in besonderem Maße für den Frieden eingesetzt haben. Dazu findet eine Webrecherche über angegebene links Zeitungsartikeln statt.
M1 „Ich gehe anstelle dieses Vaters“. Maximilian Kolbe gibt sein Leben für einen anderen Mann
Die Lernenden lernen die Lebensgeschichte des heiligen Maximilian Kolbe kennen. Sie analysieren seine freiwillige Entscheidung, für einen Familienvater in den Tod zu gehen, und überlegen, weshalb dieses Handeln als Ausdruck christlicher Nächstenliebe gilt. Anschließend diskutieren sie die Bedeutung von Mut, Verantwortung und Selbsthingabe.
M2 Mein Leben
Die Lernenden setzen sich mit ihrer eigenen Lebensgeschichte auseinander. Sie halten fest, welche Menschen, Werte und Ziele für sie besonders wichtig sind. Dadurch entsteht ein persönlicher Zugang zur Frage, wofür sich ein Mensch einsetzen möchte.
M3 Mein Leben aus der Sicht von Jesus
Die Lernenden vergleichen ihre eigenen Wertvorstellungen mit den Maßstäben Jesu. Sie überlegen, wie Jesus ihr Leben beurteilen würde und welche Bedeutung Nächstenliebe, Vergebung und Verantwortung im Alltag besitzen.
M4.1 Jesus kritisiert das Geschehen im Tempel
Die Lernenden untersuchen die Tempelreinigung als Beispiel für Jesu Einsatz gegen Ungerechtigkeit. Sie analysieren die Motive Jesu und diskutieren, wann mutiges Eingreifen gegen Unrecht notwendig ist.
M4.2 Jesus gibt anderen etwas zu essen
Die Lernenden beschäftigen sich mit der Speisung der Menschenmenge. Sie erkennen, wie Jesus Menschen versorgt und Gemeinschaft ermöglicht. Daraus entwickeln sie Überlegungen zu Solidarität, Teilen und Verantwortung füreinander.
M5 Jesus gibt sein Leben für andere
Die Lernenden erschließen die Passion Jesu als zentrales Vorbild christlicher Selbsthingabe. Sie vergleichen Jesu Verhalten mit dem Handeln Maximilian Kolbes und erkennen, dass christliches Martyrium aus Liebe zu anderen Menschen entsteht.
M6 Märtyrerinnen und Märtyrer als Vorbilder!?
Die Lernenden diskutieren die Frage, ob Märtyrerinnen und Märtyrer heute noch Vorbilder sein können. Sie entwickeln eigene Kriterien für Vorbilder und reflektieren Chancen sowie mögliche Missverständnisse des Märtyrerbegriffs.
M7 Jesus Christus als Vorbild im Leben und Sterben
Die Lernenden vertiefen das Verständnis christlicher Nachfolge. Sie arbeiten heraus, dass Jesus Gewaltlosigkeit, Feindesliebe und den Einsatz für andere Menschen vorlebt und dadurch zum Maßstab christlichen Handelns wird.
M8.1 Eine falsche Spur? Zum Missbrauch des Begriffs Dschihad im Islam
Die Lernenden setzen sich mit der Instrumentalisierung religiöser Begriffe auseinander. Sie erkennen den Unterschied zwischen islamischer Lehre und extremistischen Ideologien und entwickeln ein differenziertes Verständnis des Begriffs Dschihad.
M8.2 Sufismus als lebende Märtyrer
Die Lernenden lernen den Sufismus als friedliche mystische Tradition des Islam kennen. Sie entdecken, dass Hingabe an Gott und Gewaltlosigkeit wesentliche Elemente dieser Glaubensrichtung sind.
M8.3 Wie ist der Märtyrerbegriff im Islam zu verstehen?
Die Lernenden vergleichen den christlichen und islamischen Märtyrerbegriff. Sie arbeiten Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und stärken ihre Fähigkeit zum interreligiösen Dialog.
M8.4 Beispiel Malala Yousafzai
Die Lernenden analysieren das Engagement Malala Yousafzais für Bildung und Menschenrechte. Sie diskutieren, wie persönlicher Mut und der Einsatz für andere Menschen heute aussehen können und welche Verbindung zu den zuvor erarbeiteten Kriterien eines Glaubenszeugnisses besteht.
M9 Navid Kermani Über die Grenzen Jacques Mourad und die Liebe in Syrien
Die Lernenden lesen einen aktuellen Bericht über den syrischen Mönch Jacques Mourad. Sie untersuchen, wie Versöhnung, Feindesliebe und Hoffnung selbst unter den Bedingungen von Krieg und Verfolgung gelebt werden können. Abschließend übertragen sie diese Einsichten auf heutige gesellschaftliche Herausforderungen und diskutieren, wie christliches Glaubenszeugnis in der Gegenwart aussehen kann.