Die Anregung "Wie pilgert man im Mittelalter?" bietet auf zwei Seiten eine Darstellung des Alltagslebens von Pilgern auf den Monate- oder Jahrelangen Reisen.
Das Arbeitsblatt Wie pilgert man im Mittelalter vermittelt einen anschaulichen Einblick in die Geschichte mittelalterlicher Pilgerreisen. Es beschreibt die wichtigsten Pilgerziele wie Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela, erklärt verschiedene Formen des Pilgerns und zeigt die Vorbereitung, den Reiseverlauf sowie die Herausforderungen einer Wallfahrt. Thematisiert werden unter anderem Reisewege, Pilgerführer, Pilgersegen, Unterkunft, Gefahren unterwegs und die religiöse Bedeutung des Pilgerns. Darüber hinaus verdeutlicht eine historische Quelle aus dem Liber sancti Jacobi die hohe Wertschätzung von Gastfreundschaft gegenüber Pilgernden und stellt die christliche Verantwortung für hilfsbedürftige Reisende in den Mittelpunkt. Historische Abbildungen eines Pilgerführers und typischer Pilgerausrüstung ergänzen den Text und erleichtern den Zugang zum Thema.
Im Mittelalter wurden Pilger als Pioniere des Reisens betrachtet, die riesige Menschenmassen auf Pilgerwegen bewegten. Besonders bedeutend waren die Fernpilgerfahrten nach Jerusalem, Rom und Santiago, wobei jährlich Hunderttausende nach Santiago pilgerten. Man unterschied zwischen Fernpilgerfahrten, überregionalen und lokalen Pilgerfahrten, letztere gewannen im Spätmittelalter an Bedeutung.