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Was tun?

Veröffentlichung:1.1.2022

Die Unterrichtseinheit "Was tun?" mt 28 Seiten und 8 Materialien behandelt ethische Entscheidungen und Dilemma. Dabei wird auf die teleologische und die deontologische Ethik anhand des Trolley Problems eingegangen. Auch die Perspektiven von Kant und Singer sind im Material enthalten und werden erarbeitet. Zudem werden Konzepte der sechs großen Weltreligionen zum Thema Gewissen, Ethik und gutem Handeln thematisiert.

Der Ablauf der verschiedenen Lernwege wird durch ein eigenes Material mit dem Namen Rudis roter Faden vorgestellt. Das Material in Form einer Mindmap kann auch im Unterricht selbst Verwendung finden um den Ablauf zu verdeutlichen.

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Der Einstieg gelingt über eine ethisches Dilemma. Lernende benutzen chatschi PT um ihre Hausaufgaben zu machen. Ihre Klassenmitglieder wissen davon und besprechen nun ob sie das dem Lehrer melden sollen oder nicht.

M1 Antizipierte Ergebnisse:

Verhalten von Herrn Meier, Henry und Jasmin:

Herr Meier: Er hat die Aufgabe gestellt und sollte sie fair bewerten. Er ist verantwortlich für die Ehrlichkeit und Integrität der Prüfungsprozesse.

Henry: Er hat das Referat eigenständig erarbeitet und eine 3+ erhalten. Sein Verhalten war ehrlich und eigenständig, jedoch könnte er enttäuscht sein über die Benotung.

Jasmin: Sie hat einen Chatbot genutzt, um das Referat zu erstellen und eine 1 erhalten. Ihr Verhalten könnte als unehrlich betrachtet werden, da sie die Arbeit nicht selbst erbracht hat.

Schulnoten für ihr Verhalten:

Herr Meier: B, da er die Aufgabe gestellt hat, aber möglicherweise nicht genug Maßnahmen ergriffen hat, um Schummeln zu verhindern.

Henry: A, da er ehrlich gearbeitet hat, auch wenn er enttäuscht war.

Jasmin: D, da sie durch die Nutzung des Chatbots unehrlich gehandelt hat.

Mögliche Antworten auf die 5 Fragen der Rudis:


Es ist ethisch fragwürdig, da Jasmin betrogen hat. Es ist wichtig, ehrlich zu sein und Betrug zu vermeiden. Es wäre fair, Herrn Meier darüber zu informieren. Henry sollte die Wahrheit wissen, um fair behandelt zu werden. Es könnte helfen, seinen Frust zu mildern, wenn er versteht, was passiert ist. Jasmins Geheimnis belastet ihre Freundschaft zu den Rudis, aber Betrug darf nicht toleriert werden. Es wäre ratsam, mit Jasmin darüber zu sprechen, dass Ehrlichkeit wichtig ist. Durch Nichtstun könnte man zur Untätigkeit beitragen, die Unrecht stillschweigend akzeptiert. Handeln ist wichtig, um Integrität zu wahren. Die Aufgabe könnte überarbeitet werden, um Schummeln zu verhindern, indem beispielsweise mündliche Präsentationen gefordert werden.


Was die Rudis tun sollten:

Die Rudis sollten mit Herrn Meier über Jasmins Betrug sprechen, Henry über die Umstände seiner Benotung informieren und mit Jasmin über die Bedeutung von Ehrlichkeit in akademischen Aufgaben diskutieren. Sie könnten auch vorschlagen, die Aufgabenstellung zu überdenken, um faire Bewertungen zu fördern.


Verantwortlichkeit für den Inhalt und die Note:

Jasmin ist für den Betrug verantwortlich, da sie den Chatbot genutzt hat, um das Referat zu erstellen. Herr Meier wäre verantwortlich für die Bewertung, da er die Aufgabe gestellt hat. Wenn er den Betrug nicht erkennt, könnte er irrtümlicherweise Jasmin eine hohe Note geben. Die Note sollte jedoch Henry gehören, da er die Arbeit ehrlich und eigenständig durchgeführt hat. Die Rudis sollten sich für das richtige Handeln entscheiden, das Ehrlichkeit und Fairness fördert, um die Integrität des Lernprozesses zu bewahren.


M3 Isak Aasvestad: Mein ethischer Kompass

Gedanken des Rabbiners, die besonders ansprechen:


Die Bedeutung von Empathie und Gerechtigkeit bei ethischen Entscheidungen.

Die Erzählung von Schifra und Pua als Beispiel für Mut und Zivilcourage.

Die Notwendigkeit, Demut zu bewahren und andere Standpunkte zu verstehen.

Vergleich mit meinem eigenen ethischen Kompass:


Gemeinsamkeiten: Beide legen Wert auf Gerechtigkeit und Empathie. Auch ich glaube, dass es wichtig ist, eine Balance zwischen eigenen Bedürfnissen und denen anderer zu finden.

Unterschiede: Der Rabbiner bezieht sich stark auf religiöse Texte wie die Tora, während mein ethischer Kompass möglicherweise stärker von persönlichen Erfahrungen und philosophischen Überlegungen geprägt ist.

Aussagen des Rabbiners für Gespräche mit anderen:


Die Bedeutung von Empathie und Gerechtigkeit bei ethischen Entscheidungen.

Die Herausforderungen und Lehren aus der Erzählung von Schifra und Pua.

Die Rolle der Demut und des Zuhörens bei der Weisheitserlangung.

Diese Punkte bieten reichlich Diskussionsstoff über Themen wie Moral, Gerechtigkeit und den Umgang mit ethischen Dilemmata.


M5 Wie die Weichen stellen? Zweites Dilemma

Zu M5 kann auch ein Video "Gedankenexperiment «Strassenbahn»" hinzugezogen werden. Es ist im Dropdown-Menü eingebettete Medien auf diese Seite von ru digital zu finden.

Die Frage, ob das Ergebnis einer Handlung wichtiger ist als die Absicht einer Handlung, ist ein zentrales Thema in der ethischen Debatte und kann unterschiedlich beantwortet werden, abhängig von der ethischen Perspektive, die man einnimmt:


Teleologische Perspektive (Ergebnisorientierung):

Vertreter der teleologischen Ethik argumentieren, dass das Ergebnis einer Handlung entscheidend ist. Wenn eine Handlung zu guten Konsequenzen führt, kann sie als moralisch richtig betrachtet werden, unabhängig von den Motiven oder der Absicht hinter der Handlung.

Beispiel: Wenn jemand aus einem altruistischen Motiv heraus handelt, aber die Handlung negative Konsequenzen hat, könnte die Handlung aus teleologischer Sicht als weniger moralisch bewertet werden als eine Handlung mit positiven Ergebnissen, selbst wenn die Absicht weniger edel war.


Deontologische Perspektive (Absichtsorientierung):

Deontologen legen den Fokus auf die Absicht hinter der Handlung. Sie argumentieren, dass moralische Prinzipien und Pflichten unabhängig von den Konsequenzen beachtet werden sollten. Selbst wenn eine Handlung negative oder unerwünschte Ergebnisse hat, könnte sie als moralisch richtig betrachtet werden, wenn sie aus einer Pflicht oder einem moralischen Prinzip heraus erfolgte.

Beispiel: Ein deontologischer Ansatz könnte darauf bestehen, dass es falsch ist, jemanden zu belügen, selbst wenn die Lüge dazu führt, Schaden zu vermeiden oder eine gute Sache zu fördern.


Diskussion:

Konsequenzbasierte Argumente: Vertreter einer konsequenzbasierten Ethik könnten betonen, dass letztendlich die Ergebnisse einer Handlung diejenigen sind, die das Wohlergehen und den Nutzen beeinflussen. Eine Handlung sollte danach beurteilt werden, wie gut sie die Welt macht.

Intentionsbasierte Argumente: Auf der anderen Seite könnten Befürworter einer intentionellen Ethik argumentieren, dass die Absicht eines Handelnden seine moralische Integrität widerspiegelt und das Vertrauen in das moralische Urteilsvermögen stärkt.

In der Diskussion über diese Frage können verschiedene ethische Dilemmata, wie das Trolley-Problem, eingeführt werden, um die Spannung zwischen Absicht und Ergebnis zu verdeutlichen und die Komplexität ethischer Entscheidungsfindung zu illustrieren. Letztendlich hängt die Antwort oft von persönlichen ethischen Präferenzen und der jeweiligen Situation ab.


M7 Was tun, Herr Kant?

Immanuel Kants ethische Überlegungen, insbesondere seine kategorische Imperativ, könnten den Rudis bei der Bewältigung ihrer Dilemmata (Chatbot und Weiche) hilfreich sein:


Chatbot-Dilemma:

Kant betont, dass Handlungen aus Pflicht und Achtung vor dem moralischen Gesetz heraus erfolgen sollten, unabhängig von den Ergebnissen. Im Fall von Jasmin, die den Chatbot für ihr Referat genutzt hat, könnte der kategorische Imperativ die Rudis dazu ermutigen, auf die moralische Maxime zu achten, dass man nicht betrügen soll. Das bedeutet, dass sie sich nicht nur auf die Konsequenzen (die gute Note für Jasmin) konzentrieren sollten, sondern auf die ethische Pflicht, ehrlich zu sein und Betrug zu vermeiden.


Weiche-Dilemma:

In dieser Situation, in der die Rudis vor der Entscheidung stehen, ob sie die Weiche verstellen sollen, um einen Unfall zu verhindern, könnte Kants Perspektive ebenfalls relevant sein. Der kategorische Imperativ würde sie auffordern, die Handlungsmotive zu prüfen: Handeln sie aus Pflicht, um Leben zu retten und moralische Regeln zu befolgen, oder nur aus einem utilitaristischen Kalkül heraus, das nur auf die Folgen schaut? Kant würde argumentieren, dass die moralische Handlungsfähigkeit in der Beachtung der Pflicht liegt, unabhängig von den möglichen Ergebnissen.


Gemeinsamkeiten und Unterschiede:

Gemeinsamkeiten: Sowohl Kant als auch die Rudis streben nach einer Handlungsweise, die auf moralischen Prinzipien beruht und universell gültig sein könnte.

Unterschiede: Die Rudis könnten eher geneigt sein, utilitaristische Überlegungen anzustellen, die sich auf die Konsequenzen ihrer Handlungen konzentrieren, während Kant die absolute Einhaltung moralischer Pflichten betont, unabhängig von den Folgen.

Kants ethische Philosophie bietet den Rudis eine Grundlage, um ihre Entscheidungen nicht nur an den unmittelbaren Ergebnissen, sondern auch an moralischen Prinzipien zu orientieren. Sie könnten ermutigt werden, Handlungen zu wählen, die sie für allgemein gültig halten könnten, basierend auf dem kategorischen Imperativ.


M8 Was tun, Herr Singer?

Die ethischen Überlegungen von Peter Singer, insbesondere sein utilitaristischer Ansatz, könnten den Rudis in ihren beiden Dilemmata (Chatbot und Weiche) folgendermaßen helfen:


Chatbot-Dilemma:

Singer würde wahrscheinlich argumentieren, dass die Handlung von Jasmin, den Chatbot für ihr Referat zu nutzen, moralisch problematisch ist, wenn dies bedeutet, dass sie Betrug begeht, indem sie die Arbeit eines Programms als ihre eigene ausgibt. Dies verstößt gegen das Prinzip der Ehrlichkeit und Integrität, die für das soziale Wohl von Bedeutung sind. Aus utilitaristischer Sicht könnte dies das Vertrauen in Bildungssysteme untergraben und langfristig negative Konsequenzen haben.


Weiche-Dilemma:

Hier könnte Singer's utilitaristischer Ansatz die Rudis dazu ermutigen, die Konsequenzen ihrer Handlungen zu bewerten. Wenn das Verstellen der Weiche dazu dient, einen größeren Nutzen (wie das Verhindern eines Unfalls und das Potenzial, Menschenleben zu retten) zu erzielen im Vergleich zu den möglichen negativen Folgen (z.B. rechtliche Konsequenzen für die Rudis selbst), könnte dies als moralisch gerechtfertigt angesehen werden.


Gemeinsamkeiten und Unterschiede:

Gemeinsamkeiten: Sowohl Singer als auch die Rudis betrachten die Konsequenzen von Handlungen als wichtiges Kriterium für moralische Entscheidungen. Beide würden wahrscheinlich zustimmen, dass Handlungen, die das größtmögliche Glück oder den größten Nutzen für die größtmögliche Anzahl von Menschen bringen, tendenziell moralisch richtiger sind.

Unterschiede: Die Rudis könnten mehr auf die unmittelbaren ethischen Prinzipien wie Ehrlichkeit und Pflichten fokussieren, während Singer eher auf die langfristigen Konsequenzen und das Prinzip des größten Nutzens für alle Betroffenen achten würde.

In beiden Dilemmata könnten die Gedanken Singers den Rudis helfen, eine utilitaristische Perspektive einzunehmen und die Konsequenzen ihrer Handlungen umfassend zu evaluieren, um so zu moralisch fundierten Entscheidungen zu gelangen.


M9 Was sagt dein Gewissen?

a. Kann man überhaupt was über das Gewissen wissen?

Das Gewissen ist ein psychologisches Phänomen, das schwer objektiv zu erfassen ist. Es ist subjektiv und individuell geprägt durch Erfahrungen, Werte und Erziehung.


b. Was sind Gewissensbisse?

Gewissensbisse sind ein Gefühl der Reue oder Schuld, das entsteht, wenn man gegen seine eigenen moralischen Prinzipien oder Normen verstößt.


c. Wo spürst du dein Gewissen?

Das Gewissen manifestiert sich oft als ein inneres Gefühl oder eine innere Stimme, die moralische Entscheidungen beeinflusst. Man könnte es metaphorisch im Herzen oder im Kopf spüren.


d. Wann spürst du dein Gewissen?

Das Gewissen kann in Momenten der Entscheidung oder Reflektion stark spürbar sein, insbesondere wenn moralische Dilemmata auftreten oder wenn man mit Konsequenzen früherer Handlungen konfrontiert wird.


e. Wächst das Gewissen mit?

Das Gewissen kann sich im Laufe des Lebens entwickeln und verändern, beeinflusst durch Erfahrungen, Erziehung und Reflexion über moralische Fragen.


f. Können Menschen ihr Gewissen an- und ausstellen?

Es ist umstritten, inwieweit Menschen bewusst ihr Gewissen "ausschalten" können. Manche argumentieren, dass man moralische Empfindungen unterdrücken kann, während andere glauben, dass das Gewissen immer präsent ist, selbst wenn es ignoriert wird.


g. Ist es möglich, sein Gewissen zu verlieren?

Manche Menschen könnten durch extreme Umstände oder Persönlichkeitsentwicklungen das Gefühl haben, ihr Gewissen verloren zu haben, was bedeutet, dass sie nicht mehr in der Lage sind, moralische Unterscheidungen zu treffen oder Empathie zu empfinden.


h. Ist es immer gut, ein Gewissen zu haben?

Ein Gewissen ermöglicht moralisches Handeln und Verantwortungsbewusstsein, aber es kann auch zu starken Gewissensbissen und Konflikten führen. Ob es "gut" ist, hängt von der individuellen Lebenssituation und den ethischen Prinzipien ab.


i. Schlechtes Gewissen? Macht nichts, geht mit der Zeit von allein wieder weg!?

Ein schlechtes Gewissen kann durch Reue und Lernen aus Fehlern überwunden werden, aber es erfordert oft aktive Auseinandersetzung und eventuell eine Handlung zur Wiedergutmachung.


j. Hat das Gewissen etwas mit Religion oder Glaube oder Gott zu tun?

Religionen und spirituelle Überzeugungen können das Gewissen beeinflussen, indem sie moralische Prinzipien und Gebote etablieren, die das individuelle Gewissen formen.


Zusätzliche Fragen zur Diskussion:

Wie entwickelt sich das Gewissen während der Kindheit und Jugend?

Welche Rolle spielen kulturelle Unterschiede bei der Ausprägung des Gewissens?

Kann das Gewissen durch soziale Normen und Erwartungen beeinflusst werden?

Welche ethischen Dilemmata können entstehen, wenn persönliche Überzeugungen und das Gewissen mit gesellschaftlichen Erwartungen kollidieren?

Welche Bedeutung hat das Gewissen in politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen?

Diese Fragen bieten eine breite Grundlage für eine tiefgehende Diskussion über das Gewissen, seine Natur, Entwicklung und moralische Bedeutung in verschiedenen Kontexten.


M10 Die Gesetze der Roboter

Asimovs Gesetze der Roboter sind über 80 Jahre alt. Inwieweit sind diese Gesetze heute noch hilfreich?

Die Gesetze von Asimov haben eine starke theoretische Grundlage für die Robotik und KI-Ethik gelegt, aber sie stoßen auch auf einige Herausforderungen in der modernen Zeit. Einerseits bieten sie eine klare ethische Richtlinie, die auf dem Schutz von Menschen basiert. Andererseits sind sie in ihrer Anwendung begrenzt, da sie in komplexen und nuancierten Situationen möglicherweise nicht ausreichend flexibel sind. Beispielsweise könnte die Definition von "Schaden" und "Menschlichkeit" je nach Kontext variieren. Auch sind moderne KI-Systeme oft nicht einfach in ein striktes Regelwerk einzubinden, das menschliches Urteilsvermögen erfordert.


Experiment: Formuliert Robotergesetze für die heutige Zeit.

Angesichts der aktuellen technologischen Entwicklungen und ethischen Diskussionen könnten moderne Robotergesetze wie folgt formuliert werden:

Ein Roboter darf Menschen nicht verletzen, es sei denn, dies ist zur Selbstverteidigung oder zur Rettung von Menschenleben notwendig.

Ein Roboter muss den Anweisungen von Menschen gehorchen, es sei denn, diese Anweisungen stehen im Widerspruch zu Regel eins oder gefährden die Integrität des Roboters selbst.

Ein Roboter muss die Privatsphäre und die Daten von Individuen schützen und darf sie nicht ohne Zustimmung nutzen oder weitergeben.

Ein Roboter muss transparent sein in Bezug auf seine Funktionsweise und Entscheidungsfindung, insbesondere wenn seine Handlungen Auswirkungen auf Menschen haben könnten.

Diese modernen Gesetze berücksichtigen Aspekte wie Datenschutz, Transparenz und die komplexen sozialen Interaktionen, denen moderne KI-Systeme ausgesetzt sind.


Darf eine Künstliche Intelligenz (KI) ethische Entscheidungen treffen?

Die Fähigkeit einer KI, ethische Entscheidungen zu treffen, ist stark umstritten. Auf der einen Seite argumentieren Befürworter, dass KI-Systeme, die über fortgeschrittene Algorithmen und maschinelles Lernen verfügen, in der Lage sein könnten, moralische Prinzipien zu verstehen und anzuwenden. Auf der anderen Seite gibt es Bedenken hinsichtlich der Objektivität und Fairness solcher Entscheidungen sowie der potenziellen Auswirkungen auf Gesellschaft und Individuen. Derzeit sind KI-Systeme eher in der Lage, Entscheidungen auf der Grundlage vordefinierter Regeln oder Zielvorgaben zu treffen, und nicht unbedingt in der Lage, komplexe moralische Dilemmata wie Menschen es tun können, zu bewältigen.


Vertiefung: Recherchiert über die Roboterethik. Beurteilt Nutzen und Probleme.

Die Roboterethik untersucht die ethischen Implikationen von Robotern und KI-Systemen in verschiedenen Bereichen wie Medizin, Pflege, autonomes Fahren und Militär. Der Nutzen von Robotern liegt in ihrer potenziellen Fähigkeit, gefährliche oder monotone Aufgaben zu übernehmen, die Verbesserung der Effizienz und die Bereitstellung von Dienstleistungen, die für Menschen gefährlich oder unmöglich sind. Probleme ergeben sich jedoch aus Fragen der Verantwortung, Sicherheit, Datenschutz, Diskriminierung und der moralischen Handlungsfähigkeit solcher Systeme. Es besteht ein Bedarf an klaren rechtlichen und ethischen Richtlinien, um sicherzustellen, dass der Einsatz von Robotern gesellschaftlich akzeptabel und ethisch vertretbar ist.


M11 Quellen der Religionen: Judentum

Im elften Schritt werden die Positionen der sechs großen Weltreligionen Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus und Aleviten zum Thema Ethik, Gewissen und gutes Handeln untersucht. Jede Religion wird in einem eigenen Material mit entsprechenden zugeordneten Fragestellungen untersucht.



M12 Recherche zu einem theologisch-ethischen Ansatz

Alevitentum (z.B. Bektas Veli):

Das Alevitentum betont die Bedeutung von Verantwortung, Gemeinschaft und sozialer Gerechtigkeit. Es fördert ein humanistisches Verständnis und die Übernahme persönlicher Verantwortung für das eigene Handeln. Bektas Veli, ein wichtiger Sufi-Meister im Alevitentum, lehrte Werte wie Toleranz, Nächstenliebe und Respekt vor der Schöpfung.


Bahá'í (z.B. Udo Schäfer):

Die Bahá'í-Religion betont die Einheit der Menschheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Harmonie zwischen Wissenschaft und Religion sowie den Aufbau einer gerechten und friedlichen Gesellschaft. Udo Schäfer ist ein bekannter deutscher Bahá'í-Theologe und Autor, der diese Prinzipien in einem modernen Kontext erläutert.


Buddhismus (z.B. Lambert Schmithausen, Jay Garfield, Bhikkhu Bodhi):

Im Buddhismus liegt der Schwerpunkt auf der Überwindung des Leidens (Dukkha) durch das Erreichen von Erleuchtung (Nirvana). Lambert Schmithausen, Jay Garfield und Bhikkhu Bodhi sind bekannte buddhistische Gelehrte, die ethische Fragen im Buddhismus untersuchen und betonen, wie Ethik eng mit der spirituellen Praxis und dem Mitgefühl verbunden ist.


Christentum (z.B. Dorothee Sölle, Eberhard Schockenhoff):

Das Christentum betont Liebe, Vergebung, Nächstenliebe und die Einhaltung moralischer Gebote. Dorothee Sölle war eine deutsche Theologin, die sich für die Befreiungstheologie einsetzte, während Eberhard Schockenhoff sich mit bioethischen Fragen und der modernen Ethik im Kontext des Christentums befasst.


Hinduismus (z.B. Chanakya Pandit):

Der Hinduismus umfasst eine Vielzahl ethischer Ansätze, die von persönlicher Verantwortung bis hin zu sozialen Pflichten reichen. Chanakya Pandit, ein antiker indischer Gelehrter, betonte in seinen Schriften die Bedeutung von Dharma (Recht und Pflicht), Karma (Handlungen und ihre Konsequenzen) und Ahimsa (Gewaltlosigkeit).


Islam (z.B. Tuba Isik, al-Ghazali, AIWG: Wege zu einer islamischen Ethik):

Der Islam gründet seine Ethik auf den Quran und die Sunnah des Propheten Muhammad. Tuba Isik und al-Ghazali sind bekannte islamische Gelehrte, die ethische Fragestellungen behandeln. Die AIWG (Arbeitsgemeinschaft Islamischer Verbände in Deutschland) entwickelt moderne Ansätze zur islamischen Ethik im Dialog mit westlichen Werten.


Judentum (z.B. Abraham Heschel, Joseph Soloveitchik, Emmanuel Levinas):

Das Judentum betont die Heiligkeit des Lebens, soziale Gerechtigkeit und die ethischen Gebote der Tora. Abraham Heschel und Joseph Soloveitchik waren bedeutende jüdische Denker des 20. Jahrhunderts, während Emmanuel Levinas das Konzept der ethischen Verantwortung und des Anderen im Judentum entwickelte.


Diese Gelehrten und Denker haben die ethischen Ansätze ihrer jeweiligen Religionen weiterentwickelt und modern interpretiert, um zeitgenössische Herausforderungen anzugehen und eine moralische Orientierung zu bieten.


M13 Sprüche im Dialog

Das Material schließt mit dem 13 Schritt. Er enthält zwei Seiten mit Zitaten zum Thema ethische Entscheidungen. Hier wird begründet ausgewählt, bewertet und die Zitate werden mit einer eigenen Meinung versehen.


Material:

M1 – Was sollen die Rudis tun? Erstes Dilemma_______________________________________ 08

M2 – Dein ethischer Kompass _____________________________________________________ 10

M3 – Isak Aasvestad: Mein ethischer Kompass _______________________________________ 12

GUT ZU WISSEN!? Terminologie ___________________________________________________ 14

M4 – Das Skizzenbuch für deinen ethischen Kompass _________________________________ 15

M5 – Wie die Weichen stellen? Zweites Dilemma ______________________________________ 16

M6 – Ethisch argumentieren – aber wie? ____________________________________________ 17

M7 – Was tun, Herr Kant? _________________________________________________________ 18

M8 – Was tun, Herr Singer? _______________________________________________________ 19

M9 – Was sagt dein Gewissen? ____________________________________________________ 20

GUT ZU WISSEN!? Urteilsfindung __________________________________________________ 21

M10 – Die Gesetze der Roboter ____________________________________________________ 22

GUT ZU WISSEN!? Schriftverständnis _______________________________________________ 23

M11 – Quellen der Religionen _____________________________________________________ 24

M12 – Recherche zu einem theologisch-ethischen Ansatz ______________________________ 38

Hinweise für Lehrkräfte zu M13 – Sprüche im Dialog __________________________________ 39

M13 – Sprüche im Dialog ________________________________________________________ 40

M14 – Ergebnissicherung ________________________________________________________ 42

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

SRF

14.7.2021

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe II

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.5 Zukunft der Erde, Zukunft des Menschen und kirchliche Positionen.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 7. Wie sollen/wollen wir leben?.

Bild, Text

urheberrechtlich geschützt

4.7.2024

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Unterrichtseinheit

Menschen & Welt

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren ,Analysieren und Reflektieren

mittel

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