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Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Veröffentlichung:1.1.2016

Das Heft bietet einen umfassenden Überblick über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und zeigt die Vielfalt der Menschen und Gruppen, die sich zwischen 1933 und 1945 gegen die nationalsozialistische Diktatur stellten. Dabei werden unterschiedliche Formen des Widerstands vorgestellt, die von politischem Protest über christlich motivierten Widerstand, zivile Hilfe für Verfolgte, Jugendrebellion, militärische Umsturzversuche bis hin zu individuellem Handeln reichen. Ausführlich behandelt werden unter anderem die Weiße Rose, Georg Elser, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Kreisauer Kreis, die Rote Kapelle, Widerstand aus der Arbeiterbewegung, christlicher Widerstand, Jugendgruppen sowie der Widerstand von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und Häftlingen in den Konzentrationslagern. Zahlreiche historische Fotografien, Biografien, Originalquellen und Hintergrundtexte verdeutlichen, dass Widerstand viele unterschiedliche Gesichter hatte und stets mit hohem persönlichem Risiko verbunden war. Gleichzeitig regt das Medium dazu an, über Zivilcourage, Verantwortung und die Bedeutung demokratischer Werte in der Gegenwart nachzudenken.

Diese Anregung enthält das Heft 330 des izpr "Widerstand gegen den Nationalsozialismus" mit 84 Seiten. Es betont, dass Widerstand nicht nur aus politischen und ideologischen Motiven entstand, sondern auch aus ethischen, religiösen und persönlichen Überzeugungen resultierte. Der Widerstand manifestierte sich in verschiedenen Formen wie Flugblättern, Sabotage, militärischen Umsturzversuchen und Hilfe für Verfolgte. Trotz der hohen Risiken und der Verfolgung durch das Regime wurden verschiedene Gruppen und Einzelpersonen aktiv, um gegen die Diktatur anzukämpfen. Der Begriff des Widerstands ist breit gefasst und umfasst eine Vielzahl von Verhaltensweisen, die sich der nationalsozialistischen Herrschaft widersetzten.

Der Text behandelt auch den Widerstand gegen den Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkriegs und dessen Wahrnehmung nach 1945. Während des Krieges war es für Regimegegner schwierig, Verfolgten zu helfen, da dies Verfolgung durch Polizei und Justiz nach sich zog. Dennoch zeigten einzelne Deutsche Mitgefühl und Solidarität, indem sie Zwangsarbeitern halfen, illegal Papiere besorgten oder Verfolgte versteckten. Der Widerstand intensivierte sich im Kriegsende, als viele gegen Hitlers Befehl zum Totalen Krieg rebellierten und oft mit dem Tod dafür bezahlten. Nach 1945 war die Anerkennung des Widerstands langwierig und politisch umstritten, bis sich in den 1980er Jahren ein breiteres Verständnis durchsetzte.








Products

Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenfeldern Gewissen, Verantwortung, Menschenwürde, Freiheit, Zivilcourage, Kirche im Nationalsozialismus, christliche Ethik, Nachfolge, Menschenrechte und Demokratie eingesetzt werden. Die zahlreichen Biografien und historischen Quellen ermöglichen einen lebensnahen Zugang zum Thema Widerstand und fördern historisches sowie ethisches Lernen gleichermaßen. Die Lernenden erkennen, dass Widerstand gegen Unrecht unterschiedliche Formen annehmen kann und häufig aus religiösen, politischen oder humanitären Überzeugungen erwächst.

Als Einstieg eignet sich die Analyse des Titelbildes oder einzelner historischer Fotografien. Die Lernenden formulieren zunächst eigene Vorstellungen darüber, was Widerstand bedeutet, und vergleichen diese mit den Definitionen und Beispielen des Heftes. Anschließend kann mithilfe der Einführung erarbeitet werden, dass Widerstand nicht erst mit Attentaten beginnt, sondern bereits in der Verweigerung, im Schutz Verfolgter, im mutigen Widerspruch oder in der Bewahrung eigener Überzeugungen sichtbar wird.

Für die Erarbeitungsphase bietet sich ein Gruppenpuzzle an, bei dem unterschiedliche Widerstandsgruppen untersucht werden. Einzelne Gruppen beschäftigen sich beispielsweise mit der Weißen Rose, Georg Elser, Dietrich Bonhoeffer, den Geschwistern Scholl, dem Kreisauer Kreis, der Roten Kapelle, der Edelweißpiraten oder dem militärischen Widerstand des 20. Juli 1944. Dabei analysieren die Lernenden Motive, Ziele, Handlungsmöglichkeiten und persönliche Risiken der Beteiligten. Die Ergebnisse können in Form von Expertenpräsentationen, Zeitstrahlen oder digitalen Lernprodukten zusammengeführt werden.

Aus religionspädagogischer Perspektive eröffnet das Medium vielfältige Anknüpfungspunkte an das christliche Verständnis von Gewissen, Verantwortung und Nachfolge. Die Lernenden setzen sich mit biblischen Beispielen prophetischen Widerstands auseinander und vergleichen diese mit Persönlichkeiten wie Dietrich Bonhoeffer oder den Mitgliedern der Weißen Rose. Ebenso können zentrale ethische Fragen diskutiert werden, etwa wann Widerstand moralisch geboten ist, welche Bedeutung Zivilcourage in einer Demokratie besitzt oder welche Verantwortung jeder Mensch gegenüber Unrecht trägt. Kreative Arbeitsformen wie Rollenspiele, Gerichtsverhandlungen, Tagebucheinträge, Interviews mit historischen Personen oder Debatten über Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes fördern Perspektivwechsel, Urteilskompetenz und demokratische Handlungskompetenz. Das Medium verbindet historische Bildung mit religiöser Ethik und unterstützt einen kompetenzorientierten Religionsunterricht, der zur Reflexion über Freiheit, Menschenwürde und gesellschaftliche Verantwortung anregt.

Einführung "Widerstand gegen den Nationalsozialismus"

Material: Grundlegende Einführung in den Begriff Widerstand sowie verschiedene Definitionen und Formen des Widerstands.

Unterricht: Die Lernenden entwickeln zunächst eigene Vorstellungen davon, was Widerstand bedeutet. Anschließend vergleichen sie diese mit den historischen Definitionen und diskutieren die Unterschiede zwischen Nonkonformität, Protest, Opposition und aktivem Widerstand. Daraus kann eine ethische Diskussion über Zivilcourage und Verantwortung in demokratischen Gesellschaften entstehen.


Warnungen vor dem Nationalsozialismus vor 1933

Material: Texte, Fotografien und Biografien von Fritz Gerlich, Kurt Schumacher und Carl von Ossietzky.

Unterricht: Die Lernenden untersuchen, warum Warnungen vor Hitler weitgehend unbeachtet blieben. Sie analysieren Originalzitate, vergleichen politische Positionen und diskutieren die Bedeutung freier Medien und demokratischer Öffentlichkeit für den Schutz der Demokratie.


Widerstand aus der Arbeiterbewegung

Material: Quellen zur SPD, KPD, Gewerkschaften, Otto Wels sowie illegale Widerstandsgruppen.

Unterricht: Die Lernenden analysieren Flugblätter, Reden und Organisationsformen des politischen Widerstands. In Gruppen vergleichen sie Ziele, Handlungsmöglichkeiten und Risiken der verschiedenen Gruppen und erstellen Übersichten oder Zeitstrahlen.


Widerstand aus christlichem Glauben

Material: Beiträge über evangelischen und katholischen Widerstand sowie Persönlichkeiten wie Dietrich Bonhoeffer, Clemens August Graf von Galen und weitere Christinnen und Christen.

Unterricht: Die Lernenden untersuchen, welche Rolle das christliche Gewissen für den Widerstand spielte. Sie vergleichen biblische Prophetengestalten mit Bonhoeffer oder von Galen und diskutieren die Frage, wann Glaube zum Widerstand verpflichtet.


Georg Elser und das Attentat vom 8 November 1939

Material: Biografie, Fotografien und Darstellung der Anschlagsplanung.

Unterricht: Die Lernenden setzen sich mit der Frage auseinander, ob Gewalt zur Verhinderung größeren Unrechts moralisch gerechtfertigt sein kann. Dabei werden unterschiedliche ethische Positionen miteinander verglichen.


Widerstand und Exil

Material: Berichte über politische Emigration und den Widerstand aus dem Ausland.

Unterricht: Die Lernenden analysieren Handlungsmöglichkeiten von Menschen im Exil und diskutieren, welche Bedeutung internationale Solidarität und freie Medien für den Widerstand besitzen.


Rote Kapelle

Material: Biografien, Quellen und Fotografien der Widerstandsgruppe.

Unterricht: Die Lernenden untersuchen Motive, Informationsnetzwerke und Risiken der Gruppe. Anschließend vergleichen sie die Rote Kapelle mit anderen Widerstandsgruppen hinsichtlich ihrer Ziele und Methoden.


Weiße Rose

Material: Flugblätter, Biografien der Geschwister Scholl und weiterer Mitglieder sowie historische Dokumente.

Unterricht: Die Lernenden analysieren die Flugblätter als historische Quellen und untersuchen Sprache, Argumentation und religiöse Bezüge. Anschließend verfassen sie eigene Appelle gegen Unrecht oder entwickeln digitale Informationskampagnen für Demokratie und Menschenrechte.


Jugendlicher Widerstand

Material: Beiträge über Edelweißpiraten, Swing Jugend, Helmuth Hübener und Hanno Günther.

Unterricht: Die Lernenden vergleichen jugendliche Protestformen damals und heute. In Rollenspielen oder Diskussionen reflektieren sie Möglichkeiten und Grenzen jugendlichen Engagements gegen Diskriminierung und Extremismus.


Kreisauer Kreis

Material: Darstellung der Gruppe um Helmuth James von Moltke und ihre Zukunftspläne für Deutschland.

Unterricht: Die Lernenden entwickeln eigene Visionen für eine gerechte Gesellschaft und vergleichen diese mit den Ideen des Kreisauer Kreises. Dabei werden Werte wie Menschenwürde, Demokratie und Frieden thematisiert.


Der Umsturzversuch vom 20 Juli 1944

Material: Biografien von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und weiteren Beteiligten sowie Ablauf des Attentats.

Unterricht: Die Lernenden beurteilen die Motive der Beteiligten und diskutieren ethische Fragen zum Tyrannenmord. Eine strukturierte Debatte ermöglicht unterschiedliche moralische Perspektiven.


Widerstand gegen die Judenverfolgung

Material: Beispiele für Hilfeleistungen, Rettungsaktionen und solidarisches Handeln.

Unterricht: Die Lernenden untersuchen Zivilcourage im Alltag und vergleichen historische Beispiele mit heutigen Formen gesellschaftlicher Verantwortung. Dabei wird die Bedeutung individueller Entscheidungen hervorgehoben.


Widerstand von Jüdinnen und Juden

Material: Berichte über Aufstände, Selbstbehauptung und Überlebensstrategien.

Unterricht: Die Lernenden erweitern ihr Verständnis von Widerstand und erkennen, dass auch kultureller, religiöser und alltäglicher Widerstand Ausdruck von Menschenwürde und Selbstbehauptung sein kann.


Widerstand von Sinti und Roma

Material: Historische Darstellungen und Biografien.

Unterricht: Die Lernenden setzen sich mit Ausgrenzung, Rassismus und Minderheitenschutz auseinander und vergleichen historische Diskriminierung mit aktuellen Formen von Antiziganismus.


Widerstand von Häftlingen in Konzentrationslagern

Material: Berichte über Sabotage, Solidarität und Aufstände in Konzentrationslagern.

Unterricht: Die Lernenden reflektieren die Bedeutung von Hoffnung, Solidarität und Menschenwürde selbst unter extremen Bedingungen. Die Quellen eignen sich besonders für Gespräche über Resilienz und ethische Grenzsituationen.


Hilfen für Verfolgte

Material: Beispiele mutiger Hilfeleistungen für Jüdinnen und Juden, Zwangsarbeiter und politisch Verfolgte.

Unterricht: Die Lernenden analysieren konkrete Entscheidungssituationen und entwickeln eigene Handlungsoptionen für Zivilcourage in der Gegenwart.


Wahrnehmung des Widerstands nach 1945

Material: Beiträge zur Erinnerungskultur, zum Remer Prozess, zur juristischen Aufarbeitung und zum öffentlichen Gedenken.

Unterricht: Die Lernenden untersuchen den Wandel der Erinnerungskultur und diskutieren die Bedeutung historischer Verantwortung für Demokratie und Menschenrechte heute. Abschließend kann eine Exkursion zu einer Gedenkstätte oder die Gestaltung eines digitalen Erinnerungsprojekts erfolgen.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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