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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Habermas II: Verwandelte Metaphysik

Veröffentlichung:9.12.2022

Das Video widmet sich den späten philosophischen Debatten um Religion, Moderne und gesellschaftliche Orientierung. Ausgangspunkt ist das Denken Jürgen Habermas’, der sich in seinen späteren Werken zunehmend mit dem Verhältnis von Vernunft und Religion auseinandersetzt. Vorgestellt werden insbesondere seine Überlegungen zur postsäkularen Gesellschaft, zur Bedeutung religiöser Traditionen und zur Frage, ob moderne Gesellschaften auf normative Grundlagen angewiesen sind, die sie selbst nicht hervorbringen können. Darüber hinaus eröffnet das Medium einen Überblick über wichtige Vertreter der sogenannten Ritter Schule wie Hermann Lübbe und Robert Spaemann. Während Lübbe die Bedeutung von Traditionen, Zivilreligion und gesellschaftlichen Gemeinschaften hervorhebt, entwickelt Spaemann eine am Naturrecht und am Gedanken des guten Lebens orientierte Ethik. Das Video zeigt damit zentrale philosophische Positionen zur Frage, wie moderne Gesellschaften Orientierung, Werte und Sinn finden können.

Habermas hat sich in seiner Auseinandersetzung mit dem Monotheismus und der Religion nie vollständig festgelegt. In seinem Spätwerk "Zwischen Naturalismus und Religion" reflektiert er über das Verhältnis von Religion und Vernunft. Sein bedeutendes Werk "Eine Geschichte der Philosophie" (2019) untersucht die Entwicklung von Religion und Rationalität und deren Auswirkungen auf die Moderne. Trotz seiner intensiven Beschäftigung mit Religion bleibt Habermas' Position zur Metaphysik unklar. Joachim Ritter, ein anderer bedeutender Philosoph, beeinflusste viele Denker, darunter Hermann Lübbe und Robert Spaemann, die unterschiedliche Ansätze verfolgten. Lübbe entwickelte den Begriff des "Modernitätstraditionalismus" und Spaemann konzentrierte sich auf Naturrecht und die Teleologie des guten Lebens.



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Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders für die Oberstufe sowie für Unterrichtseinheiten zu Religion und Moderne, Ethik, Anthropologie, politischer Philosophie und Religionsphilosophie. Die Lernenden können zunächst die Frage diskutieren, ob moderne Gesellschaften ohne religiöse Grundlagen bestehen können oder ob Religion weiterhin eine unverzichtbare Ressource für Werte und Zusammenhalt darstellt. Dabei bietet sich ein Vergleich zwischen Habermas’ Konzept einer postsäkularen Gesellschaft und Spaemanns Verständnis eines objektiven guten Lebens an. Ebenso können die Lernenden untersuchen, welche Rolle Traditionen für Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen und ob Fortschritt ohne Orientierung an kulturellen Wurzeln möglich ist. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, in der verschiedene philosophische Positionen erschlossen und anschließend in einer Podiumsdiskussion miteinander ins Gespräch gebracht werden. Auch aktuelle gesellschaftliche Fragen wie die Bedeutung religiöser Werte in pluralen Demokratien, der Umgang mit gesellschaftlicher Fragmentierung oder die Suche nach gemeinsamen moralischen Grundlagen können anhand des Videos reflektiert werden. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung mit theologischen Fragestellungen nach Menschenwürde, Verantwortung, Vergebung und dem guten Leben. Das Medium fördert die Fähigkeit der Lernenden, philosophische und religiöse Perspektiven auf moderne Gesellschaften kritisch zu vergleichen und eigene begründete Positionen zu entwickeln.

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