Das Video stellt das sogenannte „Älteste Systemprogramm des Deutschen Idealismus“ vor, einen kurzen, aber einflussreichen Text aus dem Umfeld von Hegel, Schelling und Hölderlin. Ausgehend von Kants Philosophie wird gezeigt, wie die jungen Denker des Deutschen Idealismus nach einer umfassenden Verbindung von Freiheit, Ethik, Schönheit, Vernunft, Kunst und Religion suchten. Im Mittelpunkt stehen die Idee des Menschen als freies Wesen, die Kritik am Staat als bloßer Maschine, die Bedeutung der Schönheit als vereinigendes Prinzip sowie die Forderung nach einer „Mythologie der Vernunft“, in der Philosophie, Kunst und Religion zusammenfinden. Das Video verdeutlicht, wie diese Denker versuchten, die Aufklärung weiterzuführen und zugleich die Grenzen einer rein rationalen Weltsicht zu überwinden.
Das Älteste Systemprogramm des Deutschen Idealismus ist wie eine Perle, archäologischer Fund und Bestandsaufnahme des Denkens der genialen Frühidealisten in statu nascendi.
Hegel, Hölderlin und Schelling wirkten bei der Abfassung zusammen. Franz Rosenzweig, der spätere große jüdische Religionsphilosoph, entdeckte das Fragment und publizierte es 1917.
Neben Kant sind es Spinozas ‚Ethica‘ und der platonische Ansatz der lebendigen, das Sein grundlegenden Idee, die hier zusammenwirken: zu einem großen Entwurf, in dem die ästhetische Idee, die Idee des Schönen also, als jene Idee exponiert wird, in der die anderen Ideen vereinigt sein können. Dem Mechanismus wird der lebendige dynamische Geist entgegengehalten. Der Staat, mechanistisch angelegt sowohl im Absolutismus als auch in den Zwangsformen des Tugendterrors der Revolution, „soll aufhören“, fordern die jungen Wilden. Überraschend, dass Hegel später zum großen Staatsdenker wurde.