Das Video vertieft die Philosophie von René Descartes und zeigt, wie er nach seinem berühmten Grundsatz „Ich denke, also bin ich“ den Weg zurück zur Wirklichkeit und zur Erkenntnis der Welt sucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus der Gewissheit des denkenden Ichs zuverlässige Erkenntnis über die Außenwelt gewonnen werden kann. Der Referent erläutert die Bedeutung des ontologischen Gottesbeweises und zeigt, weshalb Descartes Gott als Garanten von Wahrheit und Wirklichkeit versteht. Zugleich wird deutlich, dass die neuzeitliche Philosophie trotz ihrer Konzentration auf das Subjekt keineswegs auf die Gottesfrage verzichtet. Vielmehr erscheint Gott als notwendiger Bezugspunkt für Gewissheit, Erkenntnis und Weltverständnis. Darüber hinaus werden die Folgen des neuzeitlichen Denkens für Naturwissenschaft, Politik, Ethik und Menschenbild thematisiert und die Verbindungslinien zu späteren Denkern wie Immanuel Kant aufgezeigt.
Das: ‚Ich denke‘ ist ein Fundament. Doch wie stabil ist die Gewissheit, die von ihm ausgeht? Descartes bleibt jedenfalls mit der überlieferten Metaphysik überzeugt, dass dieser endliche Absolutheitspunkt der Subjektivität nur Ausfluss des unendlichen Absolutheitspunkte ist. Deshalb bleibt der Gottesgedanke unhintergehbar. Mehr noch: er schließt gerade an das „Unum argumetum“, den ontologischen Gottesbeweis von Anselm von Canterbury an, nicht zum Schein und nicht aus Furcht vor der Zensur, sondern aus philosophischer Überzeugung. Faszinierend ist Descartes gerade durch diese janusköpfige Orientierung seiner Philosophie.
Dazu gehört auch, dass er wusste, dass die Fragen der Moral, jedenfalls bis auf weiteres, nur provisorisch verstanden werden können.