Das Video führt in die Philosophie der Neuzeit ein und stellt das Denken von René Descartes als entscheidenden Wendepunkt der europäischen Geistesgeschichte vor. Ausgangspunkt ist die Frage nach Gewissheit in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher, religiöser und wissenschaftlicher Umbrüche. Der Referent erläutert Descartes' Methode des radikalen Zweifels und zeigt, wie dieser zu seinem berühmten Grundsatz „Ich denke, also bin ich“ gelangt. Dabei werden die historischen Voraussetzungen im Spätmittelalter, die Bedeutung der Renaissance sowie die Entstehung eines neuen Verständnisses von Subjektivität und Erkenntnis dargestellt. Das Video macht deutlich, wie Descartes die Grundlage für modernes wissenschaftliches Denken legt, indem er zwischen denkendem Subjekt und äußerer Welt unterscheidet und nach einem unerschütterlichen Fundament menschlicher Erkenntnis sucht.
Bei René Descartes (1596-1652) meinte Hegel, endlich festen Boden nach langer Fahrt auf den offenen Meeren des Denkens erreicht zu haben. Descartes erhebt in einer von wissenschaftlichen Innovationen reichen und von den Erschütterungen der Konfessionskriege gezeichneten Zeit den Anspruch, einen festen Punkt zu gewinnen. Letztbegründung, der Anspruch, die Philosophie als Wissenschaft zu fundieren, wird eindrucksvoll in seiner Suche nach dem „fundamentum inconcussum“ dokumentiert. Wenn ich zweifle, kann ich an einem doch nicht zweifeln, an dem zweifelnden, also denkenden Ich. Trifft das zu? Ist es gar ein Syllogismus, wobei Friedrich Schillers Überlegung zu bedenken bleibt: „Ich war wirklich schon oft und habe gar nichts gedacht“?