Das Video bietet eine fundierte Einführung in das Denken des mittelalterlichen Mystikers und Theologen Meister Eckhart. Im Mittelpunkt stehen seine Vorstellungen von Gelassenheit, Gotteserfahrung, dem inneren Aufstieg der Seele sowie die Verbindung von philosophischem Denken und mystischer Erfahrung. Das Medium zeigt, wie Eckhart sowohl in lateinischen gelehrten Schriften als auch in deutschsprachigen Predigten versuchte, Menschen den Zugang zu den Geheimnissen des Glaubens zu eröffnen. Dabei werden zentrale Begriffe wie Gelassenheit, Einheit, Gottesgrund, Transzendenz und die Einigung des Menschen mit Gott erläutert. Zugleich wird deutlich, wie Eckhart Gedanken der antiken Philosophie, insbesondere von Platon, mit christlicher Theologie verbindet und daraus eine eigenständige Form der Mystik entwickelt.
Meister Eckhart (1260-1328)verbindet die hohe Kunst des scholastischen Denkens mit der Intuition des Mystikers. Wo es um die Schau des Absoluten geht, lässt der Geist die Unterscheidungen hinter sich, denn das Absolute ist das ganz Andere. Es ist jenseits der Verneinungen und Grenzbestimmungen: Negatio negationis oder reine Bejahung.
Eckhart ist überzeugt, dass mit den „Günden der Philosophen („Rationes philosophorum“) in anderer Weise das Selbe gesagt und gezeigt wird, was die Bibel erfasst. So kann ausgehend an Gottes Selbstoffenbarung am Dornbusch (Ex 3,1-4,17)Eckhart formulieren: „Deus est esse“: „Gott ist das Sein“.