RU-digitalRU-digital-logo
Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Meister Eckhart und die „Verneinung der Verneinungen“

Veröffentlichung:1.1.2021

Das Video bietet eine fundierte Einführung in das Denken des mittelalterlichen Mystikers und Theologen Meister Eckhart. Im Mittelpunkt stehen seine Vorstellungen von Gelassenheit, Gotteserfahrung, dem inneren Aufstieg der Seele sowie die Verbindung von philosophischem Denken und mystischer Erfahrung. Das Medium zeigt, wie Eckhart sowohl in lateinischen gelehrten Schriften als auch in deutschsprachigen Predigten versuchte, Menschen den Zugang zu den Geheimnissen des Glaubens zu eröffnen. Dabei werden zentrale Begriffe wie Gelassenheit, Einheit, Gottesgrund, Transzendenz und die Einigung des Menschen mit Gott erläutert. Zugleich wird deutlich, wie Eckhart Gedanken der antiken Philosophie, insbesondere von Platon, mit christlicher Theologie verbindet und daraus eine eigenständige Form der Mystik entwickelt.

Meister Eckhart (1260-1328)verbindet die hohe Kunst des scholastischen Denkens mit der Intuition des Mystikers. Wo es um die Schau des Absoluten geht, lässt der Geist die Unterscheidungen hinter sich, denn das Absolute ist das ganz Andere. Es ist jenseits der Verneinungen und Grenzbestimmungen: Negatio negationis oder reine Bejahung.

Eckhart ist überzeugt, dass mit den „Günden der Philosophen („Rationes philosophorum“) in anderer Weise das Selbe gesagt und gezeigt wird, was die Bibel erfasst. So kann ausgehend an Gottes Selbstoffenbarung am Dornbusch (Ex 3,1-4,17)Eckhart formulieren: „Deus est esse“: „Gott ist das Sein“.


Products

Das Video eignet sich besonders für den Einsatz in der gymnasialen Oberstufe innerhalb der Themenbereiche Mystik, Gottesbilder, Spiritualität, religiöse Erfahrung, Mittelalter oder Verhältnis von Glaube und Vernunft. Als Einstieg kann die Lehrkraft die Lernenden mit der Frage konfrontieren, was Menschen heute unter Gelassenheit verstehen und ob innere Ruhe in einer von Leistungsdruck geprägten Gesellschaft überhaupt erreichbar ist. Während der Rezeption des Videos können die Lernenden zentrale Begriffe sammeln und in einem Begriffsnetz miteinander verbinden. Anschließend bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, in der verschiedene Aspekte von Eckharts Denken untersucht werden, beispielsweise Gelassenheit, Gotteserfahrung, philosophische Begründung des Glaubens oder die Bedeutung der Seele. Besonders gewinnbringend ist die Gegenüberstellung von Meister Eckharts Gedanken mit modernen Formen der Meditation oder Achtsamkeitspraxis. Dadurch können die Lernenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen religiöser Mystik und gegenwärtigen Spiritualitätsformen herausarbeiten. Im Anschluss kann eine Diskussion über die Frage geführt werden, ob Gotteserfahrung eher durch Denken oder durch Erfahrung möglich wird. Ebenso eignet sich das Medium für philosophische Vertiefungen zu den Themen Sein, Transzendenz und Wirklichkeit. Kreative Zugänge eröffnen Schreibaufgaben, in denen die Lernenden einen inneren Monolog einer Person verfassen, die nach Gelassenheit sucht, oder zentrale Aussagen Eckharts in moderne Alltagssprache übertragen. Das Video fördert die Fähigkeit, komplexe religiöse und philosophische Texte zu erschließen, unterschiedliche Gottesvorstellungen zu reflektieren und die Bedeutung mystischer Traditionen für gegenwärtige Lebensfragen zu diskutieren.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.1 Gottesrede – angemessen von Gott sprechen.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 7. Allgemeine Gottesidee, philosophischer Gottesbegriff und personales Gottesbild.

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 1. Grundzüge christlicher Moral im Kontext philosophischer Ethik.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.