RU-digitalRU-digital-logo
Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Nicolaus Cusanus oder: Der eigentliche Gottesname

Veröffentlichung:27.11.2020

Das Video stellt den Philosophen und Theologen Nikolaus von Kues vor und zeigt dessen besondere Stellung an der Schwelle zwischen Mittelalter und Renaissance. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem angemessenen Verständnis Gottes und nach den Möglichkeiten menschlicher Erkenntnis. Ausgehend von der augustinischen und anselmischen Tradition entwickelt Nikolaus von Kues einen eigenständigen Zugang zur Gottesfrage. Das Video erläutert verschiedene Gottesnamen, die der Denker verwendet, um das Verhältnis von Gott, Welt und menschlichem Denken zu beschreiben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Begriffen des Nicht Anderen sowie des Könnens und der Möglichkeit. Gott erscheint als Ursprung aller Möglichkeiten und als Grund alles Wirklichen. Zugleich wird deutlich, dass menschliche Vernunft Gott niemals vollständig erfassen kann, sich ihm jedoch in philosophischer Reflexion und geistiger Erfahrung annähern kann. Das Video macht sichtbar, wie Nikolaus von Kues philosophische Analyse, Mystik und Theologie miteinander verbindet und damit neue Perspektiven für das Verständnis von Wirklichkeit, Wahrheit und Gotteserkenntnis eröffnet.

Im Denken der frühen Neuzeit spielt Nicolaus Cusanus, Nikolaus von Kues (1401-1464) eine kaum zu überschätzende Rolle: Er wagt es, den Zusammenfall der Gegensätze, des Endlichen und des Unendlichen, in den Blick zu nehmen und er tastet sich gegen Ende seines Lebens zum letzten und tiefsten Gottesnamen vor: Gott ist das „Können selbst“, die Bedingung der Möglichkeit von allem anderen, denn er darf nicht aus einem Gegensatz, er muss aus sich selbst erfasst werden.

Products

Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Oberstufe im Rahmen der Themen Gottesfrage, Mystik, Glaube und Vernunft sowie religiöse Sprache. Lernende können anhand des Videos untersuchen, wie Menschen über Gott sprechen und welche Grenzen menschliche Begriffe bei der Beschreibung des Göttlichen besitzen. Besonders ergiebig ist die Auseinandersetzung mit der Frage, ob Gott eher als Gegenstand des Wissens oder als Ursprung aller Erkenntnis verstanden werden kann. Methodisch bietet sich die Arbeit mit Begriffsnetzen an, in denen verschiedene Gottesnamen und ihre Bedeutung erschlossen werden. Lernende können untersuchen, welche Vorstellungen von Gott hinter Begriffen wie Ursprung, Möglichkeit, Wahrheit oder Einheit stehen. Die Gedanken des Nikolaus von Kues eröffnen zudem einen Zugang zu philosophischen und theologischen Diskussionen über die Grenzen menschlicher Erkenntnis. Besonders gewinnbringend sind philosophische Gespräche über das Verhältnis von Vernunft und Glauben sowie über die Frage, wie Menschen mit dem Unendlichen umgehen können. Die Vorstellung Gottes als Möglichkeit aller Möglichkeiten ermöglicht darüber hinaus eine Verbindung zu existenziellen Fragen nach Freiheit, Zukunft und menschlichen Handlungsspielräumen. Auch die Idee des Zusammenfalls von Gegensätzen kann genutzt werden, um über Spannungen und Widersprüche in religiösen, gesellschaftlichen oder persönlichen Erfahrungen nachzudenken. Das Medium fördert die Fähigkeit zur abstrakten Reflexion, zur philosophischen Urteilsbildung und zur Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen menschlicher Existenz und Weltdeutung.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.2 Der drei-einige Gott – das spezifisch christliche Gottesverständnis.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 7. Allgemeine Gottesidee, philosophischer Gottesbegriff und personales Gottesbild.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.