Dass wir erkennen können, hängt von der Beziehung von Wahrnehmung und Erfahrung auf Kategorien ab. Nicht nur Erfahrungen müssen sich verbinden, sondern die Überbegriffe und Leitlinien, nach denen wir sie ordnen. Was sich auf dieser Ebene verbindet und was nicht (Werden-Vergehen; Sein-Nichts; Bewegung-Ruhe), das hat Platon in seinen großen Spätdialogen vor allem im ‚Sophistes‘ und im ‚Politikos‘ untersucht. Damit hat er eine Kernmethode der Philosophie entwickelt: die Dialektik In engstem Zusammenhang damit steht die Unterscheidung von Wahrheit und Täuschung.
Das Video beschreibt Platons späte Philosophie, die sich mit den Themen Vergänglichkeit, Natur und der Unterscheidung von Sein und Schein befasst. Platon entwickelt in seinen späten Dialogen Begriffe und Kategorisierungen, um das Wahre vom Falschen zu unterscheiden. Er betont, dass sich gegensätzliche Begriffe verbinden lassen und dass diese Verbindung zur Rettung der Phänomene dient. Platon untersucht die Rolle des Philosophen und des Politikers, betont die Notwendigkeit der Unterscheidung und der Begriffsbildung, und stellt fest, dass ein wahrer Politiker nicht nach Macht strebt, sondern nach dem "möglichen Besten". Die Philosophie wird als operatives Werkzeug genutzt, um die richtigen Begriffe zu verbinden und falsche zu trennen, wobei die Kunst der Staatsführung und die medizinische Kunst als Metaphern dienen.