Eine Reihe von und mit Kpl Johannes M Schwarz
In der letzten Folge haben wir uns gegen die Verkürzungen der Rationalisten und Fideisten gewandt. Wir haben die katholische Position skizziert, wonach im Glaubensakt drei Dinge - Vernunft, Wille und Gnade - zusammenspielen. Ohne Vernunft ist der Glaube blind. Ohne Wille ist der Glaube lahm und wirklungslos. Und ohne Gnade fehlt gerade dem gefallenen Menschen in einer gefallenen Welt das Licht und die Kraft um mit Beständigkeit auszuharren und in die Tiefen vorzudringen.
Nun sind Gnaden keine Anschaffungen für ein theologisches Studium, die man einfach wie einen Notizblock und Bleistift im nächsten Supermarkt requiriert. Gnade ist ein Geschenk aus Gottes freier Huld, das erbeten werden muss. Und damit stehen wir vor einer ersten Grenze der Fundamentaltheologie. Es mag katholische Überzeugung sein, dass jedem Menschen ausreichend Gnade geschenkt ist, um einen Glaubensakt zu setzten, aber kein Studium, auch nicht der Fundamentaltheologie, kann Gnade erzeugen. Es kann auf Gnade vorbereiten. Aber es kann Gnade nicht erschaffen. Und damit bleiben uns als Betätigungsfelder maximal die anderen beiden Faktoren des Glaubensaktes. Die Fundamentaltheologie kann versuchen, der Vernunft die Begründung; und dem Willen die Motivation zum Glaubensakt zu liefern.