Unterrichtsstunde: Jesus heilt den Gelähmten am Sabbat
(90 Minuten)
I. Einführung (ca. 10 Minuten)
a. Begrüßung und Einstieg: Die Schüler werden freundlich begrüßt und in das Thema der heutigen Unterrichtsstunde eingeführt. Der Lehrer zeigt das einführende Video von der Heilung des Gelähmten durch Jesus am Sabbat.
b. Fragen zum Video: Nach dem Video werden einige Fragen gestellt, um das Verständnis zu überprüfen und die Schüler zum Nachdenken anzuregen. Zum Beispiel: "Was ist in dem Video passiert?" oder "Warum waren die Menschen verärgert über das, was Jesus getan hat?"
II. Diskussion (ca. 20 Minuten)
a. Diskussion über den Sabbat: Der Lehrer leitet eine Diskussion über den Sabbat und seine Bedeutung in verschiedenen religiösen Traditionen. Die Schüler sollen verstehen, warum der Sabbat ein besonderer Tag ist und welche Regeln und Vorschriften damit verbunden sind.
b. Ethische Fragestellung: Die Schüler werden ermutigt, darüber nachzudenken, ob es angemessen war, dass Jesus am Sabbat heilte, und ob es wichtiger ist, das Gesetz zu befolgen oder Mitgefühl zu zeigen.
III. Praktische Anwendung (ca. 20 Minuten)
a. Rollenspiel: Die Schüler werden in Gruppen aufgeteilt und spielen verschiedene Szenarien nach, in denen sie mit ähnlichen ethischen Dilemmata konfrontiert werden, wie es in der Bibelgeschichte der Fall war. Zum Beispiel könnten sie Situationen darstellen, in denen sie zwischen Gesetzestreue und Hilfe für andere Menschen wählen müssen.
b. Gruppenarbeit: Jede Gruppe präsentiert ihr Rollenspiel und die anderen Schüler können Fragen stellen oder Feedback geben.
Situationen, in denen junge Schüler vor ethischen Dilemmata stehen und zwischen Gesetzestreue und Hilfe für andere Menschen wählen müssen:
Die Prüfung:
Ein Schüler bemerkt, dass sein Banknachbar während einer wichtigen Prüfung abschreibt. Er weiß, dass Abschreiben gegen die Schulregeln verstößt und bestraft werden kann. Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass sein Mitschüler in dieser Prüfung große Schwierigkeiten hat und Hilfe benötigt. Er steht vor der Entscheidung, den Regelverstoß zu melden oder seinem Mitschüler heimlich zu helfen, ohne selbst in Schwierigkeiten zu geraten.
Der gestohlene Snack:
Während einer Pause in der Schule bemerkt ein Schüler, dass sein Mitschüler den Snack eines anderen Schülers gestohlen hat. Er weiß, dass Diebstahl falsch ist und gegen das Schulreglement verstößt. Gleichzeitig sieht er, dass der Dieb aus einer schwierigen familiären Situation kommt und möglicherweise hungrig ist. Er muss entscheiden, ob er den Diebstahl melden soll oder ob er seinem Mitschüler helfen soll, ohne das gestohlene Essen zu unterstützen.
Der Streit auf dem Pausenhof:
Zwei Schüler geraten auf dem Pausenhof in einen heftigen Streit. Einer von ihnen wird handgreiflich und beginnt den anderen zu schlagen. Ein anderer Schüler steht daneben und beobachtet die Situation. Er weiß, dass Gewalt inakzeptabel ist und gegen die Schulregeln verstößt. Gleichzeitig hat er Angst, sich einzumischen und selbst verletzt zu werden. Er muss entscheiden, ob er den Mut aufbringt, einzuschreiten und seinem Mitschüler zu helfen oder ob er sich aus Angst vor Konsequenzen heraushält.
Der einsame Neue:
Ein neuer Schüler kommt in die Klasse und wirkt sehr schüchtern und zurückgezogen. Die meisten anderen Schüler ignorieren ihn und schließen ihn aus. Ein Schüler bemerkt, wie einsam der Neue ist und erkennt, dass er Hilfe braucht, um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Gleichzeitig fürchtet er sich davor, von seinen Mitschülern gemieden oder ausgelacht zu werden, wenn er sich für den Neuen einsetzt. Er steht vor der Entscheidung, ob er sich über diese Bedenken hinwegsetzen und dem Neuen helfen soll oder ob er einfach still bleibt, um keine negativen Reaktionen zu provozieren.
Diese Situationen können den Schülern helfen, über die Bedeutung von Mitgefühl, Verantwortung und Entscheidungen im Einklang mit ihren Werten und Überzeugungen nachzudenken. Die Diskussion darüber kann sie dazu ermutigen, zu reflektieren, wie sie in ähnlichen Situationen handeln würden und wie ihre Entscheidungen das Wohlbefinden anderer beeinflussen können.
Mögliche Verhaltensweisen für die oben genannten Beispiele:
Die Prüfung:
Der Schüler entscheidet sich, seinem Mitschüler heimlich zu helfen, indem er ihm unauffällig einige Tipps gibt, ohne dabei selbst zu betrügen oder gegen die Regeln zu verstoßen.
Der Schüler spricht seinen Mitschüler nach der Prüfung an und bietet ihm an, in Zukunft gemeinsam zu lernen und ihn bei Schwierigkeiten zu unterstützen, ohne die Situation während der Prüfung zu eskalieren.
Der gestohlene Snack:
Der Schüler beschließt, den Diebstahl zu melden und den Lehrer oder das Schulpersonal darüber zu informieren, damit angemessene Maßnahmen ergriffen werden können, um dem Dieb zu helfen und mögliche zukünftige Diebstähle zu verhindern.
Der Schüler bietet seinem Mitschüler an, ihn nach der Schule zu begleiten und gemeinsam eine Lösung für sein Hungerproblem zu finden, indem sie etwa eine Lehrkraft oder Sozialarbeiterin informieren, um Unterstützung zu erhalten.
Der Streit auf dem Pausenhof:
Der Schüler hat den Mut, einzuschreiten und die Gewalt zu stoppen, indem er die Kontrahenten auseinanderbringt und Lehrer oder Aufsichtspersonen herbeiruft, um die Situation zu klären und eine Lösung zu finden.
Der Schüler holt Hilfe, indem er andere Schüler um Unterstützung bittet, um die Situation zu deeskalieren und für Sicherheit zu sorgen, während Lehrer informiert werden.
Der einsame Neue:
Der Schüler setzt sich mutig für den Neuen ein und bittet ihn, sich zu ihnen zu setzen und sich an den Aktivitäten zu beteiligen, um ihn in die Klassengemeinschaft zu integrieren.
Der Schüler sucht das Gespräch mit anderen Klassenkameraden und macht sie darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, den Neuen willkommen zu heißen und in ihre Gruppe aufzunehmen.
Diese Verhaltensweisen zeigen, wie Schüler ethische Entscheidungen treffen können, die sowohl ihre Werte und Überzeugungen respektieren als auch anderen Menschen in schwierigen Situationen helfen. Die Schüler können sich in der Unterrichtsstunde darüber austauschen, wie diese Verhaltensweisen das Wohlbefinden und die Gemeinschaft in der Schule positiv beeinflussen können.
IV. Präsentation der praktischen Anwendung (ca. 15 Minuten)
a. Zusammenfassung: Die Schüler fassen die wichtigsten Erkenntnisse aus den Rollenspielen und Diskussionen zusammen und bringen ihre eigenen Gedanken und Meinungen zum Ausdruck.
b. Präsentation: Freiwillige Schüler können ihre Ansichten und Erkenntnisse vor der Klasse präsentieren.
V. Reflexion und Zusammenfassung (ca. 10 Minuten)
a. Reflektionsfragen: Der Lehrer stellt den Schülern einige Fragen, um sie zur Selbstreflexion anzuregen. Zum Beispiel: "Hat diese Bibelgeschichte deine Sichtweise auf den Sabbat und ethische Entscheidungen verändert?" oder "Was könnten wir von dieser Geschichte lernen?"
b. Zusammenfassung: Der Lehrer fasst die wichtigsten Lernziele und Erkenntnisse der Unterrichtsstunde zusammen.
VI. Hausaufgabe (ca. 5 Minuten)
a. Kreatives Schreiben: Die Schüler erhalten die Aufgabe, ein kurzes Essay oder eine Geschichte zu schreiben, in der sie eine ähnliche Situation erleben wie der Gelähmte in der Bibelgeschichte. Sie sollen beschreiben, wie sie sich fühlen und wie sie sich entscheiden würden, zu handeln.
VII. Abschließende Worte (ca. 5 Minuten)
a. Wertschätzung: Der Lehrer bedankt sich bei den Schülern für ihre aktive Teilnahme und betont die Bedeutung von Mitgefühl und Empathie in unserem Handeln.
VIII. Zusätzliche kreative Ideen (Optional)
a. Kunstprojekt: Die Schüler können Bilder oder Collagen erstellen, die die Bedeutung des Mitgefühls und der Hilfe für andere darstellen.
b. Diskussion im Stuhlkreis: Die Klasse bildet einen Stuhlkreis und diskutiert offen über ethische Dilemmata und wie sie in ihrem eigenen Leben damit umgehen.
IX. Bibelzitate und Bibelarbeit (Optional)
a. Der Lehrer kann einige passende Bibelzitate zum Thema Sabbat, Heilung und Mitgefühl auswählen und mit den Schülern gemeinsam darüber sprechen.
b. Gruppenarbeit: Die Schüler können in Gruppen die Bibelstellen lesen und ihre Bedeutung diskutieren.
Hinweis: Es ist wichtig, dass der Lehrer sensibel vorgeht und sicherstellt, dass die Diskussionen respektvoll und inklusiv sind. Religiöse Themen können vielfältige Perspektiven und Emotionen hervorrufen, daher ist es entscheidend, einen offenen und unterstützenden Lernraum zu schaffen.
Bibelzitate zum Thema Sabbat, Heilung und Mitgefühl:
Sabbat:
2. Mose 20,8-11: "Gedenke des Sabbattags, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes."
Heilung:
Psalm 103,2-3: "Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen."
Markus 5,34: "Dein Glaube hat dich geheilt; geh hin in Frieden und sei gesund von deinem Leiden."
Mitgefühl und Nächstenliebe:
Matthäus 22,39: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Lukas 10,33-34: "Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn; und er trat zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm."
Galater 6,2: "Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen."