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Gisela Hormayr

Gisela Hormayr

Der Widerstand gegen das NS-Regime

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichtsequenz "Der Widerstand gegen das NS-Regime" mit 35 Seiten untersucht die Begriffe Widerstand und Zivilcourage. Eine Vielzahl an biografischen Beispielen wird im Material dafür bereitgestellt. Die Ursprünge der Akzeptanz von Diktatur und Tyrannei werden geprüft. Hindernisse für Zivilcourage und Widerstand werden ermittelt.

Das Medium von Gisela Hormayr bietet einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Formen des Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime in Tirol. Es behandelt sowohl den organisierten politischen Widerstand als auch Formen des alltäglichen Widerstehens, die von regimekritischen Äußerungen über religiöse Praxis bis hin zur Hilfe für Verfolgte reichten. Vorgestellt werden Widerstandsgruppen aus dem katholischen Milieu, sozialistische und kommunistische Netzwerke, die Zeugen Jehovas sowie Einzelpersonen, die sich dem Anpassungsdruck des Regimes widersetzten. Besonderes Gewicht erhalten die Biografien von Walter Caldonazzi, Jakob Gapp, Franz Mair und Adele Stürzl, deren Lebenswege exemplarisch zeigen, wie Menschen aus unterschiedlichen weltanschaulichen Hintergründen zu Gegnern des Nationalsozialismus wurden. Darüber hinaus thematisiert das Medium die schwierige Frage, was überhaupt als Widerstand gelten kann, die Diskussion um Wehrdienstverweigerung und Desertion sowie die Erinnerungskultur nach 1945. Dadurch eröffnet das Material einen differenzierten Zugang zu den Themen Gewissen, Verantwortung, Mut und Zivilcourage in einer Diktatur.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium außerordentlich vielfältige Lernmöglichkeiten. Besonders wertvoll ist die Verbindung von historischem Lernen und ethischer Reflexion. Lernende können zunächst die Frage diskutieren, was unter Widerstand verstanden werden kann und wo die Grenze zwischen Widerstand, Verweigerung und Anpassung verläuft. Die zahlreichen Fallbeispiele ermöglichen einen lebensnahen Zugang zu Gewissensentscheidungen und zeigen, dass Widerstand nicht nur in spektakulären Aktionen, sondern auch in alltäglichen Handlungen sichtbar werden kann. Methodisch eignet sich das Material hervorragend für Quellenanalysen, Gruppenarbeiten, Biografiearbeit und Perspektivwechsel. Die dokumentierten Gerichtsakten und Anklageschriften ermöglichen es Lernenden, die Funktionsweise einer Diktatur und die Bedeutung von Meinungsfreiheit und Menschenrechten zu untersuchen. Besonders gewinnbringend sind die vier ausführlichen Biografien von Walter Caldonazzi, Jakob Gapp, Franz Mair und Adele Stürzl, die arbeitsteilig bearbeitet und anschließend miteinander verglichen werden können. Die Frage nach den Motiven der Widerständigen eröffnet eine vertiefte Auseinandersetzung mit christlicher Verantwortung, Menschenwürde und Gewissen. Darüber hinaus regen die Materialien zur Diskussion über Wehrdienstverweigerung, Desertion und Zivilcourage an und ermöglichen den Transfer auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Die im Material enthaltenen Arbeitsaufträge zur Definition von Widerstand sowie zur Bedeutung von Zivilcourage in demokratischen Gesellschaften fördern die ethische Urteilsbildung und die Entwicklung eigener Positionen. Das Medium eignet sich daher besonders für die Themen Kirche im Nationalsozialismus, Gewissen, Verantwortung, Menschenrechte, Demokratiebildung, christlicher Widerstand und Erinnerungskultur.

Der Einstieg gelingt über ein Zitat zur Akzeptanz von Tyrannei. Es kann auch eine Karikatur im Material ausgewertet werden. Dort wird den Menschen das Rückgrat entfernt. Auch hier geht es um die Akzeptanz von Unterdrückung. Auch die Vollstreckung eines Todesurteils ist abgebildet. Sie kann ebenfalls als Einstieg genutzt werden.

In einem weiteren Schritt wird die Verweigerung des Wehrdienstes und die Folgen aus dem Gesetz zur Wehrdienstverweigerung und Wehrkraftzersetzung thematisiert. Dies wurde als Fahnenflucht und desertieren gewertet. Darauf stand die Todesstrafe.

Es folgt ein Gedicht, dass sie Auseinandersetzung mit Pazifismus darstellt. Das Gedicht aus dem Jahr 1953 zeigt, dass die Menschen und Regierungen aus dem Zweiten Weltkrieg nichts gelernt haben und den Krieg im Kalten Krieg fortsetzen. Im nächsten Schritt wird Widerstand und Zivilcourage definiert. Eine mögliche Definition ist im Material enthalten. Diese können auch angekreuzt und dann diskutiert werden.

Im nächsten Schritt werden Punkte untersucht, die Zivilcourage und Widerstand behindern oder unmöglich machen. Ab Seite 10 beginnen die Materialien mit Beispielen aus Biografien. In zehn Beispielen werden Fälle von Widerstand gegen den Nationalsozialismus in den unterschiedlichsten Gebieten vorgestellt.

Ab Seite 19 folgt eine Chronologie der letzten Kriegstage 1945 in Österreich. Dabei wird gezeigt, wie Österreicher versuchen, deutsche Truppen an der Zerstörung des Landes zu hindern und das Land noch vor der Ankunft der US-Truppen zu befreien. Weitere Texte in den folgenden Seiten zeigen den Widerstand von Österreichern in den letzten Kriegstagen.

Dabei ging es darum den Schaden im Land zu begrenzen dadurch einen letzten Widerstand gegen im US Truppen entstehen würde. Eine Tabelle auf Seite 25 zeigt die verschiedenen Formen von Widerstand im Dritten Reich auf. Dabei wird zwischen aktiven und reaktiven Widerstand, öffentlichem sowie nicht öffentlichen Widerstand unterschieden. Handlungen wie das Verteilen von Flugblättern bis zu Attentaten und Sabotage wird in dieses System eingeordnet. Ab dem Material 14 schließt sich Material zur Thematisierung der Erinnerungskultur an. Dabei ging es darum, den Schaden im Land zu begrenzen, dadurch einen letzten Widerstand gegen US-Truppen entstehen würde. Eine Tabelle auf Seite 25 zeigt die verschiedenen Formen von Widerstand im Dritten Reich auf. Dabei wird zwischen Aktiven und Reaktiven Widerstand, öffentlichem sowie nicht öffentlichen Widerstand unterschieden. Handlungen wie das Verteilen von Flugblättern, bis zu Attentaten und Sabotage wird in dieses System eingeordnet. Ab dem Material 14 schließt sich Material zur Thematisierung der Erinnerungskultur an.

M 1 bis M 4: Widerstand im Alltag

Die ersten vier Materialien enthalten originale Gerichtsakten und Urteile gegen Menschen, die durch scheinbar kleine Handlungen mit dem Regime in Konflikt gerieten. Dazu gehören das Abhören ausländischer Radiosender, kritische Bemerkungen über Hitler, Hilfe für Kriegsgefangene oder regimekritische Aussagen im Alltag.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Lernende analysieren historische Gerichtsakten.

Sie untersuchen, warum Menschen angeklagt wurden.

Sie erkennen die Folgen fehlender Meinungsfreiheit.

Sie diskutieren, ob diese Handlungen bereits Widerstand darstellen.

Sie vergleichen die Situation mit demokratischen Grundrechten heute.


M 5: Das Heimtückegesetz

Das Material enthält Auszüge aus dem sogenannten Heimtückegesetz, mit dem regimekritische Äußerungen strafrechtlich verfolgt werden konnten.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Analyse eines Gesetzestextes.

Untersuchung der Sprache diktatorischer Herrschaft.

Diskussion über Rechtsstaat und Willkür.

Vergleich mit heutigen rechtsstaatlichen Prinzipien.

Reflexion über Meinungsfreiheit und Menschenrechte.


M 6: Walter Caldonazzi

Walter Caldonazzi wird als katholisch geprägter Widerstandskämpfer vorgestellt. Seine Biografie, Berichte über die Widerstandsgruppe Kramsach sowie Abschiedsbriefe aus der Todeszelle bilden die Grundlage.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Biografiearbeit.

Analyse von Briefen und Selbstzeugnissen.

Untersuchung der Motive für Widerstand.

Diskussion über Opferbereitschaft und Gewissen.

Reflexion über christliche Verantwortung.


M 7: Jakob Gapp

Das Material stellt den Tiroler Marianistenpater Jakob Gapp vor, der öffentlich gegen den Nationalsozialismus predigte und deshalb verfolgt und hingerichtet wurde. Neben seiner Biografie werden Anklageschrift und Selbstzeugnisse präsentiert.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Analyse eines christlichen Widerstandsbiografen.

Untersuchung der Rolle des Glaubens.

Arbeit mit Anklageschriften.

Diskussion über Gewissen und Wahrheitsverpflichtung.

Vergleich mit anderen christlichen Widerstandskämpfern.


M 8: Franz Mair

Franz Mair war Lehrer und organisierte mit Jugendlichen Widerstand gegen das NS Regime. Seine Biografie und Zeugenaussagen dokumentieren sein Engagement.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Analyse von Widerstand im schulischen Umfeld.

Diskussion über Verantwortung von Lehrkräften.

Untersuchung von Jugend und politischem Handeln.

Reflexion über Vorbildfunktion und Mut.


M 9: Adele Stürzl

Adele Stürzl steht beispielhaft für den sozialistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ihre Biografie zeigt, dass Widerstand aus unterschiedlichen politischen und weltanschaulichen Überzeugungen entstehen konnte.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Vergleich verschiedener Widerstandsmotive.

Untersuchung sozialistischen Widerstandes.

Analyse von Solidarität und politischer Verantwortung.

Vergleich mit christlichen Widerstandsformen.


M 10: Widerstand bei Kriegsende

Das Material beschreibt die Aktivitäten des überparteilichen Widerstandes in den letzten Kriegswochen und die kampflose Übergabe Innsbrucks.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Analyse historischer Entscheidungsprozesse.

Untersuchung von Verantwortung in Krisensituationen.

Diskussion über die Rettung von Menschenleben.

Reflexion über Friedenshandeln.


M 11: Wehrdienstverweigerung als Widerstand?

Hier wird die umstrittene Frage behandelt, ob Desertion und Wehrdienstverweigerung als Widerstand gelten können. Das Material enthält Beispiele und Arbeitsaufträge.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Kontroverse Diskussion.

Arbeit mit Fallbeispielen.

Bewertung unterschiedlicher Positionen.

Entwicklung eigener Urteile.

Verbindung zu Fragen von Gewissen und Gehorsam.


M 12: Zu wenig Gerechte?

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit Menschen, die Verfolgten geholfen haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum nur wenige Menschen bereit waren, persönliche Risiken einzugehen.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Analyse von Helferbiografien.

Diskussion über Zivilcourage.

Untersuchung von Mut und Verantwortung.

Transfer zu heutigen Situationen.


M 13: Definitionen von Widerstand

Die Lernenden setzen sich mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Definitionen auseinander und entwickeln eine eigene Begriffsbestimmung.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Gruppenarbeit.

Entwicklung eigener Definitionen.

Vergleich historischer und wissenschaftlicher Positionen.

Förderung begrifflicher Urteilsfähigkeit.


M 14: Erinnerungskultur in Tirol

Das letzte Material untersucht Denkmäler, Gedenktafeln und den Umgang mit Widerstand nach 1945. Dabei wird deutlich, dass Widerstand lange Zeit nicht immer anerkannt wurde.

Im Unterricht passiert Folgendes:

Analyse von Denkmälern und Gedenkorten.

Diskussion über Erinnerungskultur.

Untersuchung historischer Narrative.

Reflexion über gesellschaftliches Erinnern.

Material:

M 1 bis M 4 Widerstand im Alltag

M 5 Das Heimtückegesetz

M 6 bis M 9 Beispielhafte Biografien:

Walter Caldonazzi

Jakob Gapp

Franz Mair

Adele Stürzl

M 10 Widerstand bei Kriegsende

M 11 Wehrdienstverweigerung =

Widerstand?

M 12 Zu wenig Gerechte?

M 13 Definitionen von Widerstand

M 14 Erinnerungskultur in Tirol

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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