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Stadt Aalen

Stadt Aalen

Bleibt festgewurzelt im Glauben

Veröffentlichung:1.1.1998

Die Anregung "Bleib fest gewurzelt im Glauben" mit 37 Seiten stellt chronologisch den Kampf der katholischen Kirche gegen den Nationalsozialismus in der Stadt Aalen vor. Der Konflikt beginnt bereits im Mai 1924. Bildmaterial und Zeitungsartikel der Zeitgeschichte illustrieren das Material.

Der Bischof Johannes Batista Sproll der Diözese Rottenburg verbreitete die Einschätzung der Fulda Bischofskonferenz mit einer klar ablehnenden Haltung und Warnungen vor den Nationalsozialisten. Das Konkordat schien Schutz für die katholischen Einrichtungen und Gläubigen zu bieten. Doch sehr schnell zeigte sich dass die Nationalsozialisten Schulen, Kindergärten und soziale Einrichtungen der katholischen Kirche gleichschalten und übernehmen wollten. Diese sollten eigentlich durch den Artikel 31 das Konkordats geschützt werden. Doch die Nationalsozialisten hatten nie vor sich an diesen Vertrag zu halten. Auch die Jugendorganisationen der katholischen Kirche und die HJ lieferten sich heftige Auseinandersetzungen. Die in diesen Auseinandersetzungen aktivsten Pfarrer wurden sehr bald verhaftet.

Das Medium untersucht die Entwicklung des Verhältnisses zwischen der katholischen Kirche im Raum Aalen und dem Nationalsozialismus in den Jahren zwischen 1923 und 1934. Es zeigt, dass die Auseinandersetzung zwischen katholischer Kirche und nationalsozialistischer Bewegung bereits lange vor der Machtübernahme Hitlers begann. Ausführlich werden die katholischen Gemeinden, Vereine und Jugendgruppen in Aalen dargestellt sowie die zunehmenden Konflikte mit der nationalsozialistischen Ideologie und den Gleichschaltungsbestrebungen des Regimes beschrieben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem katholischen Vereinsleben, dem Einfluss des Reichskonkordats, dem Aalener Bischofstag von 1934 sowie konkreten Beispielen kirchlichen Widerstandes. Eindrucksvoll schildert das Medium die Verhaftung des Waldhausener Pfarrers Josef Sturm, der wegen seiner Kritik am Nationalsozialismus in Schutzhaft genommen wurde. Darüber hinaus dokumentiert die Darstellung die zunehmenden Schikanen gegen katholische Organisationen, Jugendverbände und kirchliche Einrichtungen sowie die Versuche der Nationalsozialisten, religiöse Bindungen zugunsten ihrer Ideologie zurückzudrängen. Dadurch wird deutlich, wie Glauben, Gewissen und kirchliche Identität für viele Katholikinnen und Katholiken zu Quellen des Widerstandes gegen die nationalsozialistische Weltanschauung wurden.

Products

Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten, historische, religiöse und ethische Fragestellungen miteinander zu verbinden. Besonders geeignet ist die Darstellung für die Themen Kirche im Nationalsozialismus, christlicher Widerstand, Gewissen, Menschenwürde, Verantwortung und das Verhältnis von Kirche und Staat. Lernende können anhand der beschriebenen Konflikte untersuchen, warum die katholische Kirche die nationalsozialistische Weltanschauung in zentralen Punkten ablehnte und welche Konsequenzen daraus entstanden. Die ausführlichen Beispiele aus Aalen ermöglichen einen lebensnahen Zugang zur Geschichte, da die Auswirkungen der Diktatur auf Gemeinden, Jugendgruppen, Vereine und einzelne Personen konkret sichtbar werden. Methodisch eignet sich das Material hervorragend für Quellenanalysen, Biografiearbeit und historisches Lernen. Besonders die Geschichte von Pfarrer Josef Sturm eröffnet Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Mut, Zivilcourage und persönlicher Verantwortung. Lernende können seine Verhaftung analysieren, die Reaktionen der Bevölkerung untersuchen und diskutieren, welche Bedeutung Glaubensüberzeugungen für widerständiges Handeln besitzen. Ebenso können die Berichte über den Aalener Bischofstag genutzt werden, um die Rolle kirchlicher Gemeinschaft und religiöser Identität in Zeiten politischer Bedrohung zu reflektieren. Die Darstellung der Gleichschaltung katholischer Presse, Vereine und Jugendorganisationen ermöglicht darüber hinaus die Beschäftigung mit Fragen von Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Demokratie. Durch Gruppenarbeiten, Debatten, Rollenspiele, Zeitungsanalysen oder die Erstellung von Personenprofilen können Lernende historische Urteile entwickeln und zugleich Bezüge zu aktuellen Fragen von Freiheit, Menschenrechten und gesellschaftlicher Verantwortung herstellen. Das Medium fördert damit historisches Lernen, religiöse Bildung, Demokratiebewusstsein und ethische Urteilsbildung gleichermaßen.

Die Erarbeitung dieses Materials kann durch das Erstellen eines Zeitstrahls erfolgen. Zudem können die Methoden der Nationalsozialisten analysiert werden, mit denen sie die Kontrolle über das Christentum in Deutschland übernehmen wollten. Zudem können die Abwehrstrategien der Katholischen Kirche gegen diese Methoden gesammelt werden. Abschließend kann ausgewertet werden inwiefern diese Methoden zielführend und erfolgreich waren.

1. Konflikt von Anfang an: Katholische Kirche und Nationalsozialismus

Der erste Abschnitt beschreibt die frühen Auseinandersetzungen zwischen katholischer Kirche und NS Bewegung bereits seit dem Auftreten der NSDAP in Aalen in den 1920er Jahren. Die unterschiedlichen Menschenbilder und Weltanschauungen werden gegenübergestellt. Die katholische Kirche kritisierte insbesondere die Vergötzung von Volk und Rasse sowie den Antisemitismus der Nationalsozialisten.

Im Unterricht:

Vergleich christliches Menschenbild und nationalsozialistische Ideologie

Analyse des Begriffs Menschenwürde

Arbeit mit ideologischen Gegensätzen

Diskussion über die Frage: „Wann muss Religion politischem Unrecht widersprechen?“


2. Die katholische Gemeinde in Aalen in den 1920er Jahren

Dieser Abschnitt stellt das vielfältige katholische Leben in Aalen vor. Beschrieben werden Kirchen, Vereine, Jugendgruppen, Caritasarbeit, Kindergärten, Schulen und kirchliche Gemeinschaften. Deutlich wird die starke gesellschaftliche Bedeutung der Kirche für viele Menschen.

Im Unterricht:

Untersuchung der Bedeutung von Kirche für das Gemeindeleben

Erstellung einer Mindmap zum katholischen Leben in Aalen

Vergleich kirchlicher Jugendarbeit damals und heute

Analyse von Gemeinschaft und religiöser Identität


3. Die katholische Presse und ihre Gleichschaltung

Das Material beschreibt die Bedeutung der Aalener Volkszeitung als katholische Zeitung und ihre spätere Schließung durch die Nationalsozialisten. Dadurch wird sichtbar, wie Pressefreiheit eingeschränkt wurde.

Im Unterricht:

Analyse historischer Zeitungsartikel

Untersuchung von Propaganda und Meinungslenkung

Vergleich freier Presse und kontrollierter Presse

Diskussion über Medienfreiheit als Grundrecht


4. Das Reichskonkordat von 1933

Der Abschnitt erläutert die Vereinbarungen zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan sowie die Hoffnungen und Enttäuschungen, die damit verbunden waren. Die Lernenden erfahren, warum viele kirchliche Verantwortliche zunächst auf eine friedliche Zusammenarbeit hofften.

Im Unterricht:

Analyse historischer Entscheidungen

Diskussion über Kompromisse mit politischen Systemen

Arbeit mit Originalzitaten

Debatte: „War das Reichskonkordat richtig oder falsch?“


5. Angriffe auf katholische Vereine und soziale Einrichtungen

Anhand konkreter Beispiele aus Unterkochen wird gezeigt, wie katholische Vereine und caritative Einrichtungen unter Druck gesetzt wurden. Besonders die Auseinandersetzung um den Elisabethenverein verdeutlicht die Konflikte zwischen Kirche und NS Organisationen.

Im Unterricht:

Fallanalyse eines lokalen Konfliktes

Untersuchung von Macht und Kontrolle

Diskussion über Religionsfreiheit

Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten Betroffener


6. Der Aalener Bischofstag 1934

Ausführlich wird der große Jugendtag mit Bischof Sproll beziehungsweise Weihbischof Franz Fischer beschrieben. Tausende Jugendliche nahmen daran teil. Die Veranstaltung entwickelte sich zu einem öffentlichen Bekenntnis katholischer Identität gegenüber den Gleichschaltungsbestrebungen des NS Staates.

Im Unterricht:

Analyse religiöser Großveranstaltungen

Untersuchung von Gemeinschaft und Glaubensidentität

Auswertung historischer Fotografien

Diskussion über die Bedeutung religiöser Zugehörigkeit


7. Pfarrer Josef Sturm als Beispiel kirchlichen Widerstandes

Einer der eindrucksvollsten Teile des Materials schildert die Verhaftung des Waldhausener Pfarrers Josef Sturm. Wegen kritischer Aussagen über die NS Bewegung wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Oberer Kuhberg gebracht. Die Darstellung enthält Berichte, Zeitungsartikel und Briefe aus der Haft.

Im Unterricht:

Biografiearbeit

Analyse von Briefen aus der Haft

Untersuchung von Gewissensentscheidungen

Diskussion über Mut und Zivilcourage

Verfassen eines inneren Monologs aus Sicht Josef Sturms


8. NS Propaganda gegen Geistliche

Das Material dokumentiert ausführlich die Berichterstattung des NS Kuriers über Pfarrer Sturm und andere Geistliche. Dadurch wird sichtbar, wie Gegner des Regimes öffentlich diffamiert wurden.

Im Unterricht:

Analyse von Propagandasprache

Vergleich unterschiedlicher Zeitungsberichte

Untersuchung von Manipulationstechniken

Reflexion über die Wirkung öffentlicher Hetze


9. Schikanen gegen katholische Jugendverbände

Die Darstellung zeigt, wie katholische Jugendgruppen zunehmend unter Druck gerieten und wie die Hitlerjugend als Konkurrenzorganisation aufgebaut wurde. Besonders die Ereignisse um die Burg Niederalfingen verdeutlichen diesen Konflikt.

Im Unterricht:

Vergleich katholische Jugend und Hitlerjugend

Analyse von Gruppendruck

Diskussion über Identität und Zugehörigkeit

Rollenspiel zu Konflikten zwischen Glauben und Anpassung


10. Die Kampagne gegen Kirche und Bischof Sproll

Der letzte Teil beschreibt die gezielten Angriffe nationalsozialistischer Medien gegen Bischof Johannes Baptista Sproll und andere Vertreter der Kirche. Dadurch wird deutlich, wie der Staat versuchte, kirchliche Autoritäten öffentlich zu diskreditieren.

Im Unterricht:

Analyse von Feindbildern

Untersuchung von Hasspropaganda

Diskussion über Verantwortung von Medien

Vergleich mit aktuellen Formen von Desinformation

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Das Reichskonkordat (20. Juli 1933) – „Maulkorb“ oder Rechtssicherheit für die katholische Kirche?
  • Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ - Papst Pius XI

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5.5.2023

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