„Den Reinen ist alles rein.“ - ja, das ist ein Zitat aus DIE FEUERZANGENBOWLE, stammt aber eigentlich aus dem TITUSBRIEF, was mal wieder beweist, wie tief unsere gesamte Kultur vom Erbe der Bibel durchdrungen ist. Worums aber eigentlich geht, in diesem Brief, fasst SOMMERS WELTLITERATUR in fünf Minuten zusammen.
Ebenso wie bei den beiden Timotheusbriefen müssen wir beim Titusbrief davon ausgehen, dass es sich nicht um einen authentischen Paulusbrief handelt, sondern er erst eine Generation später entstanden ist. Darauf deutet unter anderem der Inhalt hin: Es geht um die Organisation und Struktur der Christengemeinden - zum Beispiel auf Kreta, wo sich der Adressat („Titus“ in Anführungszeichen, denn auch er ist hier wohl nur ein Platzhalter) im Brief aufhält. Das Schreiben mahnt einen frommen Lebenswandel an, warnt vor Irrlehrern und legt fest, dass nur ehrbare Männer Presbyter (also Gemeindevorsteher) und Bischof (also Gemeindeleiter) werden können - auch im Gegensatz zu der Tatsache, dass in den authentischen Paulusbriefen oft von weiblichen Gemeindemitarbeiterinnen die Rede ist. Es folgen Verhaltensregeln für unterschiedliche (Alters-)Gruppen in der Gemeinde; all das wird jeweils auf die Botschaft Jesu Christi zurückgeführt.