„Wir wollen euch aber, Brüder und Schwestern, nicht im Ungewissen lassen“ - und deshalb greift Paulus zur Feder (also nicht selber, er lässt greifen) und verfasst diesen Brief, den ersten überhaupt. Was drinsteht, fasst SOMMERS WELTLITERATUR in sieben Minuten zusammen.
Paulus hält sich auf seiner zweiten Missionsreise etwa im Jahr 50 n. Chr. in Korinth auf, wo er im Hause von Priska (Priszilla) und Aquila als Zeltmacher lebt und arbeitet und nebenbei das christliche Evangelium predigt. Da stoßen seine Mitarbeiter Silas (Silvanus) und Timotheus zu ihm, die er vor einiger Zeit zurück nach Thessaloniki geschickt hatte, weil er von dort hatte fliehen müssen. Sie berichten ihm, dass die Gemeinde sich gut entwickelt, dass aber auch eine wichtige theologische Frage aufgekommen sei, nämlich was mit den bis zur Wiederkunft Christi verstorbenen Toten beim Jüngsten Gericht geschehe. Paulus nimmt diese Frage zum Anlass, seinen ersten Gemeindebrief überhaupt zu schreiben, er macht der Gemeinde Mut, ermahnt sie, erklärt noch einmal, wie das mit der Erlösung durch Christus funktioniert und natürlich die Auferstehung der Toten. Überraschend sind einige scharfe Angriffe gegen Juden in diesem Brief.