„So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ - Es sind wichtige theologische Wahrheiten, die Paulus hier der Gemeinde in Rom verkündet, allerdings schreibt er auch ein paar Sachen, die echt schwierig sind. Worum es geht, fasst SOMMERS WELTLITERATUR in 9 Minuten zusammen.
Auf seiner dritten Missionsreise schreibt der Apostel Paulus unbekannterweise an die Christengemeinde in Rom, die er bald einmal besuchen will. Um sich vorzustellen, legt er die Grundzüge seiner Theologie dar, insbesondere macht er deutlich, dass durch Tod und Auferstehung Jesu Christi die religiöse Logik des Alten Testaments („Haltet euch an die Gebote, dann ist alles cool.“) überholt ist. Paulus Botschaft lautet: Nur durch Gottes Gnade und nur wenn wir daran glauben, werden wir gerettet. Angesichts dessen ist es auch egal, ob jemand Jude oder Heide ist - es zählen der Glaube eines Menschen. Für heutige Leser*innen schwierig ist die Tatsache, dass Paulus in diesem Brief Homosexualität als „böse und unnatürliche“ Strafe Gottes beschreibt. Zwar lässt sich seine Haltung aus der Gesellschaft erklären, in der er lebt, wenn man seine Ausführungen jedoch als „Gottes Wort“ betrachtet, tut man sich wirklich schwer, damit umzugehen.