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Fritz Bauer Institut

Fritz Bauer Institut

Novemberpogrome 1938

„Was unfassbar schien, ist Wirklichkeit“

Veröffentlichung:1.1.2015

Die vom Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und Jüdischem Museum im Jahr 2015 herausgegebene Unterrichtsreihe „Novemberpogrome 1938“ stellt auf insgesamt 119 Seiten mit Darstellungstexten und Quellen die zunehmende Radikalisierung antisemitischer Taten und Gesetze in den Jahren 1933 bis 1941 aus vornehmlich jüdischer Perspektive dar. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Novemberpogromen 1938, die als erste gezielte Gewaltexzesse im ganzen Deutschen Reich eine besondere Zäsur für deutsche und österreichische Juden bedeuteten. Das Material setzt sich neben Basis- und Quellentexten aus Illustrationen, Fotos und Karten zusammen. Es ist chronologisch in fünf Kapitel gegliedert, die jeweils Arbeitsvorschläge enthalten. Diese sind auf den Seiten 23, 41, 58, 80 und 106 zu finden. Methoden werden selten vorgegeben, es wird jedoch darauf verwiesen, dass sich die fünf Kapitel inhaltlich gut zu einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit sowie zur Erarbeitung von Diskussionen, Zeitleisten, Briefen und Zeitungsartikeln eignen. Weiterhin sind auch Bildanalysen und eigenständige Webrecherchen zu jedem der fünf Themengebiete möglich.


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Im ersten Kapitel wird die Situation der jüdischen Bevölkerung nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten beschrieben. Dabei werden die Auswirkungen der zunehmend antisemitischen Stimmung, die sich an zahlreichen Übergriffen auf jüdische Menschen und den staatlich organisierten Boykottaktionen, aber auch durch die diskriminierende Gesetzgebung zeigt, dargestellt. Ebenso werden Reaktionen und der Umgang jüdischer Einrichtungen und Verbände mit den Entwicklungen vermittelt. Viele Juden versuchten zu emigrieren oder dachten darüber nach, sodass auch die Frage nach dem „Bleiben oder Gehen“ diskutiert werden kann.

Das zweite Kapitel zeigt die expansive Außenpolitik des NS-Staates, die einherging mit weiterer innerer Repression und die massiven Auswirkungen des „Anschlusses“ Österreichs und der Annexionen des Sudetengebietes im Jahr 1938 auf die dort lebende jüdische Bevölkerung. Das dritte Kapitel rückt das Attentat des 17-jährigen Herschel Grynspans auf den deutschen Botschaftsmitarbeiter Ernst vom Rath in den Fokus. Mithilfe einer ausführlichen Biografie Herschel Grynszpans, Informationen zur Situation seiner im Herbst 1938 ausgewiesenen und im deutsch-polnischen Grenzgebiet ausgesetzten Familie, persönlichen Briefen und Auszüge aus Grynspans Vernehmungsprotokoll werden Hintergründe und Motive seiner Tat deutlich, mit der er auf das Schicksal jüdischer Menschen im Deutschen Reich aufmerksam machen wollte.

Das umfangreiche vierte Kapitel stellt sehr eindringlich am Beispiel zahlreicher autobiografischer, zeitgenössischer Quellen aus jüdischer, teilweise auch nichtjüdischer Perspektive die Ereignisse der Novemberpogrome dar. Dabei können sowohl die Bedeutung der Pogrome für Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich als auch unterschiedliche Verhaltensweisen und Reaktionen der christlichen Bevölkerung erarbeitet und diskutiert werden. Das fünfte Kapitel stellt die Emigrationswelle sowie Ausreise- und Fluchtmöglichkeiten aus dem Deutschen Reich nach den Novemberpogromen als Folge der immer bedrohlicher und prekärer werdenden Situation der Juden in Deutschland dar. Der Darstellungstext zeigt die Hindernisse vonseiten der deutschen Reichsregierung, aber auch aufseiten der aufnehmenden Länder, mit denen jüdische Menschen, die flüchten wollten, konfrontiert waren. Der Quellenteil bietet durch viele Briefe sehr intensive Einblicke in die Ausweglosigkeit der Mehrheit der Betroffenen und ihrer Familien. Auswanderungsrouten können nachvollzogen werden. Die Quellentexte reichen bis zum Beginn der systematischen Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager ab 1941.

Material:

1933 bis 1937 – Die deutschen Juden zwischen Abwehr und Konzentration der Kräfte

M1 Antisemitischer Straßenterror und antijüdische Politik im NS-Staat

M2 Facetten des deutschen Judentums

M3 „Unser Kampf für Deutschland“ – Reaktionen auf die Machtübernahme der NSDAP 1933

M4 Die Folgen von ,Judenboykott‘ und ,Arierparagraph‘

M5 Zusammenschluss – Gründung der Reichsvertretung der deutschen Juden im September 1933

M6 Illusionäre Hoffnung trotz Entrechtung

M7 Nürnberger Gesetze 1935

M8 Existenzbedingungen unter den Vorzeichen von Ausschluss und Entrechtung bis 1937

M9 Konzentration der Kräfte

M10 Jüdische Jugend

M11 Gehen oder bleiben?

1938 – Expansion des NS-Regimes. Die Bedrohung für Juden im deutschen Machtbereicht wächst

2. 1938 – Expansion des NS-Regimes

M12 Expansion des NS-Regimes.

M13 Die Bedrohung für Juden im deutschen Machtbereich wächst

M14 Antijüdische Politik im Kontext der NS-Expansion

M15 Die Lage der deutschen Juden Anfang 1938

M16 Der ,Anschluss‘ Österreichs im März 1938

M17 Die Juni-Aktion – Erste Massenverhaftungen von Juden im ,Altreich‘

M18 Auswanderungszwang ohne Einwanderungsmöglichkeiten.

M19 Das Scheitern der internationalen Flüchtlingskonferenz von Évian im Juli 1938 37 /

M20 Pogromstimmung gegen Juden während der sogenannten Sudetenkrise im Herbst 1938 38 / M21 Deportation polnisch-jüdischer Arbeitsmigranten im Oktober 1938

Herschel Grynszpan – Die Geschichte eines polnisch-deutsch-jüdischen staatenlosen Jugendlichen

M22 Das Attentat in Paris

M23 Reaktionen auf das Attentat

M24 Die Motive von Herschel Grynszpan

M25 Herschel Grynszpan in der Geschichtsschreibung nach 1945

M26 Biografie von Herschel Grynszpan

Die Novemberpogrome 1938

M27 Entscheidung zum reichsweiten Pogrom am 9. November 1938

M28 Erste regional begrenzte Pogrome am 7. und 8. November 1938

M29 Der Schock des landesweiten Pogroms vom 9. und 10. November 1938

M30 Gesamtverlauf der ‚Reichskristallnacht‘

M31 Ablauf der Angriffe und Merkmale der Zerstörung

M32 Verhalten der nichtjüdischen Bevölkerung während der Novemberpogrome Die

M33 Massenverhaftungen vom 10. bis zum 16. November 1938

M34 Bilanz von Zerstörung und Gewalt 79 Arbeitsvorschläge 80 Quellen

Die Fluchtwelle nach der Katastrophe

M35 Reaktionen der jüdischen Bevölkerung auf die Novemberpogrome

M36 „[...] mehr und mehr Juden, wenn auch nicht alle, suchten das rettende Ufer, gleichgültig wo es sich bot“

M37 Die jüdischen Auswanderungsorganisationen

M38 Exilländer

M39 Die Kindertransporte nach Großbritannien 1938/39

M40 Die Fluchtwellen seit 1933

Hessen

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10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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10.2.2021

Interreligiöser Dialog

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