Die Anregung "Schöpfungsvisionen – mitten im Chaos" mit vier Seiten zeigt die Zukunft der Kirche im Bezug auf Nachhaltigkeit auf. Dabei wird der Naturbegriff und der Schöpfungsbegriff diskutiert. Beide werden heute gleichgesetzt. Eine Differenzierung ist jedoch dringend geboten, da der Begriff Schöpfung die Gottesbeziehung inkludiert. Natur existiert einfach, Schöpfung beinhaltet eine Verantwortung, wie sie in der Genesis formuliert wurde.
Der Basisartikel von Guido Hunze setzt sich kritisch mit dem theologischen Begriff der Schöpfung im Kontext von Nachhaltigkeit, Umweltbildung und religiöser Bildung auseinander. Der Autor zeigt, dass Schöpfung in kirchlichen und gesellschaftlichen Debatten häufig lediglich als Synonym für Umwelt verwendet wird und dadurch ihre eigentliche theologische Bedeutung verliert. Schöpfung wird als Beziehungsbegriff verstanden, der die Welt in ihrer Beziehung zu Gott deutet und Hoffnung mitten in den Erfahrungen von Chaos, Unsicherheit und Krisen eröffnet. Hunze plädiert für eine religiöse Bildung für Nachhaltige Entwicklung, die nicht bei Umweltfragen stehen bleibt, sondern die spezifischen Beiträge der Theologie einbringt. Dazu gehören eine schöpfungstheologische Fundierung, die Reflexion von Freiheit und Verantwortung, eine ideologiekritische Perspektive auf gesellschaftliche Entwicklungen sowie die Förderung einer christlichen Spiritualität als Lebensform. Darüber hinaus betont der Autor die Bedeutung von Lernprozessen, die neben Wissen auch Haltungen, Emotionen, Beziehungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten in den Blick nehmen.