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Der ontologische Gottesbeweis

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichtsstunde "Der ontologische Gottesbeweis" mit drei Seiten untersucht die Arbeit von Anselm von Canterbury zum Beweis von Gottes Existenz sowie die Kritik daran. Dabei wird auch die Perspektive von Kant und Richard Dawkins entwickelt.

In einem ersten Schritt wird der Gottesbeweis von Anselm im Material ausgewertet. Dafür sind vier Fragestellungen enthalten. Die Prämisse wird über drei Schritte bis zur Schlussfolgerung entwickelt. In einem zweiten Schritt wird ein Text von Richard Dawkins zum Gotteswahn ausgewertet. Im dritten Schritt wird Immanuel Kants Text von der Unmöglichkeit eines ontologischen Beweises untersucht.

Das vorliegende PDF Arbeitsblatt führt Lernende in den ontologischen Gottesbeweis des mittelalterlichen Philosophen und Theologen Anselm von Canterbury ein. Ausgehend von einer Einführung in die Scholastik und die Ontologie wird ein Auszug aus Anselms berühmtem Werk Proslogion präsentiert. Die Lernenden setzen sich mit der Argumentation auseinander, nach der Gott als das gedacht wird, „worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann“. Das Material enthält Erläuterungen zum philosophischen Hintergrund sowie Arbeitsaufträge zur Analyse und Interpretation des Textes. Dadurch erhalten die Lernenden einen ersten Zugang zu einem der einflussreichsten Gottesbeweise der Philosophiegeschichte und lernen zugleich grundlegende Methoden philosophischen Argumentierens kennen.

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Das Medium eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Gottesvorstellungen, Religionsphilosophie, Glaube und Vernunft, Gottesbeweisen oder dem Verhältnis von Theologie und Philosophie in der Oberstufe. Der ontologische Gottesbeweis stellt für viele Lernende zunächst eine intellektuelle Herausforderung dar, da er nicht von Erfahrungen in der Welt ausgeht, sondern allein aus dem Begriff Gottes auf dessen Existenz schließen möchte. Gerade darin liegt jedoch sein didaktisches Potenzial: Die Lernenden werden dazu angeregt, die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen rationalen Denkens über Gott zu reflektieren.

Methodisch empfiehlt sich zunächst eine Annäherung über die Frage, ob etwas allein deshalb existiert, weil man es denken kann. Anhand von Beispielen aus der Lebenswelt können die Lernenden ihre intuitiven Vorstellungen von Existenz und Wirklichkeit formulieren. Anschließend erfolgt die gemeinsame Erschließung des Textes von Anselm. Dabei sollten schwierige Begriffe wie Ontologie, Existenz, Vollkommenheit und Wirklichkeit gesichert werden. Hilfreich kann es sein, die Argumentationsschritte grafisch darzustellen oder in eine logische Abfolge von Prämissen und Schlussfolgerungen zu übertragen.

Im weiteren Unterrichtsverlauf bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, in der die Lernenden die Argumentation rekonstruieren, visualisieren und kritisch überprüfen. Dabei können sie diskutieren, ob Existenz tatsächlich als Vollkommenheitsmerkmal verstanden werden kann. Eine anschließende Debatte eröffnet die Möglichkeit, verschiedene Positionen einzunehmen und philosophische Argumentationskompetenz zu fördern. Die Lernenden üben dabei, Argumente nachzuvollziehen, kritisch zu hinterfragen und eigene begründete Urteile zu formulieren.

Besonders gewinnbringend ist die Einbettung des Materials in eine Unterrichtsreihe zu klassischen Gottesbeweisen. Der ontologische Gottesbeweis kann mit dem kosmologischen oder teleologischen Gottesbeweis verglichen werden. Ebenso bietet sich die Auseinandersetzung mit späterer Kritik an, etwa durch Immanuel Kant, der die Auffassung vertrat, dass Existenz keine Eigenschaft eines Begriffs sei. Dadurch erkennen die Lernenden, dass philosophische Fragen oft nicht endgültig beantwortet werden, sondern Gegenstand fortlaufender Diskussionen bleiben.

Das Medium fördert neben theologischer und philosophischer Sachkompetenz insbesondere die Fähigkeit zur Analyse komplexer Texte, zur logischen Argumentation sowie zur Reflexion über die Möglichkeiten menschlicher Erkenntnis. Es eignet sich daher besonders für einen problemorientierten, diskursiven und kompetenzorientierten Religionsunterricht.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.3 Religionskritik – Bestreitung der Vernünftigkeit des Gottesglaubens.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Fragen und suchen: Existiert Gott?.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • An welchen Gott glauben Christen, wenn sie bekennen „Ich glaube an Gott“

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 2. Gottesbestreitungen und Religionskritik.

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