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Erzbistum KölnRita Müller-Fieberg

Erzbistum Köln,

Rita Müller-Fieberg

Perlen für Gott

Eine Gebetsreihe am Ende der Grundschulzeit

Veröffentlichung:1.1.2017

Die Unterrichtsreihe „Perlen für Gott“ – Eine Gebetsreihe am Ende der Grundschulzeit“ bietet auf 107 Seiten mit vierundzwanzig Materialien zu den vier Themenblöcken Barmherzigkeit, Jesus, Selbstreflexion und Gottesbild.

Dieses Material enthält fünf Blöcke mit Material zum Religionsunterricht in Grundschulen. In Tabellen werden Abfolgen von Unterrichtsstunden vorgeschlagen. Ein Teil dieser Vorschläge enthält Materialien, andere bieten Ideen zur Umsetzung. Ein letzter Block mit Material zum Thema Gottesbild beginnt ab Seite 90 bis Seite 107. Symbolkarten zum Gottesbild thematisieren und reflektieren das eigene Gottesbild.

Das Medium „Perlen für Gott“ ist eine Gebetsreihe für das Ende der Grundschulzeit und richtet sich an Lernende der Jahrgangsstufe 4. Die Unterrichtsreihe ist für etwa acht bis zehn Unterrichtsstunden vorgesehen und möchte die Vielfalt des Betens erfahrbar machen. Die Lernenden setzen sich mit unterschiedlichen Gebetsanlässen, Gebetsformen und Ausdrucksweisen auseinander und entwickeln mit Hilfe einer Gebetskette eigene Zugänge zum Gebet. Das Material umfasst neun unterschiedlich gestaltete Perlen: die Perle der Gottesfreundschaft, die Ich Perle, die Wir Perle, die Fest Perle, die Perle der Nacht, die Perle der Dankbarkeit, die Gefühls Perle, die Geheimnis Perle und die Perle des Schweigens. Besondere Bedeutung haben die Perle der Gottesfreundschaft und die Ich Perle. Sie greifen die persönliche Beziehung zwischen Gott und Mensch auf und werden unter anderem mit Psalm 139 verbunden. Die übrigen Perlen entfalten unterschiedliche Dimensionen des Betens. Ziel ist es, dass Lernende die Verschiedenheit religiöser Gebetspraxis wahrnehmen, eine eigene Gebetshaltung entwickeln, Gebete für unterschiedliche Anliegen auswählen und eigene Gebete gestalten können.


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Ein geeigneter Einstieg besteht darin, zunächst die bisherigen Erfahrungen der Lernenden mit Gebet wahrzunehmen, ohne ein bestimmtes Gebetsverständnis vorauszusetzen. Das Material beginnt deshalb mit der Frage, warum Menschen beten. Die Lernenden können Personen aus ihrem Umfeld interviewen und fragen, ob, wann und aus welchem Anlass sie beten. Alternativ können Orte fotografiert werden, an denen Menschen beten, oder Aussagen zum Beten aufgenommen werden. Dieser Einstieg verdeutlicht, dass Gebetspraxis vielfältig ist. Manche Menschen beten regelmäßig, andere nur in bestimmten Lebenssituationen, manche verwenden feste Gebete, andere sprechen frei und wieder andere erleben Stille, Musik oder Gesten als Formen des Betens. Die Ergebnisse können im Unterricht gesammelt und verglichen werden.

Methodisch bietet sich anschließend eine Arbeit mit einem Placemat an. Die Lernenden tauschen sich über unterschiedliche Gebetsanlässe aus und wählen wichtige Anliegen aus. Dabei können Loben, Danken, Bitten und Klagen als grundlegende Ausdrucksformen der Gottesbeziehung erschlossen werden. Wichtig ist, dass keine persönliche Gebetspraxis eingefordert wird. Lernende dürfen von eigenen Erfahrungen erzählen, müssen dies aber nicht. Auch distanzierte oder fragende Haltungen zum Gebet sollten im Religionsunterricht Raum erhalten.

Im weiteren Verlauf werden die Gebetsperlen eingeführt. Die Perlen können zunächst sichtbar in die Mitte gelegt und von den Lernenden betrachtet, berührt und beschrieben werden. Ihre Bedeutungen sollten nicht vollständig vorweggenommen werden. Vielmehr können Farben, Formen und Bezeichnungen zunächst Assoziationen wecken. Die Materialsammlung sieht ausdrücklich unterschiedliche Aneignungswege vor und ermöglicht Wahrnehmung, konkretes Handeln, anschauliche Gestaltung und begriffliche Reflexion. Dadurch eignet sich die Reihe besonders für heterogene Lerngruppen.

Ein wichtiger Schritt ist die Herstellung einer eigenen Gebetskette. Das Material sieht dafür neun verschiedenfarbige Holzperlen und ein elastisches Band vor. Die Perle der Gottesfreundschaft wird dabei als erste und zentrale Perle hervorgehoben. Die eigene Herstellung stärkt die persönliche Beziehung zum Material. Zugleich erhält jeder Lernende einen konkreten Gegenstand, der während der gesamten Reihe immer wieder aufgegriffen werden kann. Die Reihenfolge der Perlen gibt Orientierung, ohne die Gebetspraxis vollständig festzulegen.

Die Perle der Gottesfreundschaft wird besonders ausführlich erschlossen. Das Material schlägt eine Meditation vor, bei der die Perle in der Mitte liegt und anschließend weitergegeben wird. Die Aussage, dass Gott dem Menschen seine Freundschaft anbietet, wird mit Schutz und Nähe verbunden. Gelbe Strahlen können von der Perle zu den Lernenden gelegt werden und symbolisieren die angebotene Freundschaft Gottes. Diese Methode verbindet Symbolarbeit und persönliche Deutung. Die Lehrperson sollte dabei sensibel formulieren und den Glaubenssatz als religiöses Angebot erschließen, nicht als überprüfbare Erfahrung, die alle Lernenden gleichermaßen machen müssen.

Zur Vertiefung der Gottesfreundschaft sieht das Material eine Lerntheke vor. Die Lernenden wählen Gegenstände, Symbole oder Begriffe aus, die zu ihrem Bild von Gott passen. Vorgesehen sind beispielsweise Licht, Wärme, Schutz, eine Burg oder ein Schirm. Anschließend kann der Satz „Gott ist für mich wie …“ ergänzt und begründet werden. Dieser Zugang ist religionspädagogisch besonders ergiebig, weil er die Vielfalt von Gottesbildern sichtbar macht. Die Lernenden erfahren, dass religiöse Sprache bildhaft ist und unterschiedliche Vorstellungen nebeneinanderstehen können.

Die Ich Perle wird mit Psalm 139 verbunden. Der Psalm thematisiert die Erfahrung, von Gott gekannt, begleitet und angenommen zu sein. Das Material hebt hervor, dass Psalm 139 nicht als Vorstellung eines kontrollierenden Gottes verstanden werden soll, sondern als Ausdruck von Geborgenheit, Fürsorge und persönlicher Gottesbeziehung. Die Lernenden können einzelne Psalmverse lesen, hören und mit Bildern verbinden. Besonders geeignet sind Verse, die Nähe, Begleitung und die Einmaligkeit des Menschen ausdrücken.

Das Material schlägt hierzu verschiedene mediale Zugänge vor. Psalm 139 kann über ein Video, Fotografien oder Textstreifen erschlossen werden. Die Lernenden vergleichen Bilder und Verse und überlegen, ob die jeweilige Darstellung zur Aussage des Psalms passt. Für Lernende mit stärker wahrnehmungsbezogenen Zugängen können einzelne Aussagen auch körperlich erfahrbar gemacht werden. Im Material wird beispielsweise vorgeschlagen, die Aussage von Gottes Umgeben mit einer warmen Decke oder einer schützenden Geste zu veranschaulichen.

Eine besonders kreative Möglichkeit besteht in der Gestaltung eines eigenen Gebetsvideos zu Psalm 139. Alternativ können ein Gebetsbilderbuch oder ein Leporello entstehen. Die Lernenden wählen Psalmverse aus und verbinden sie mit eigenen Fotos, Bildern oder Filmausschnitten. Dadurch wird die Beschäftigung mit einem biblischen Text mit Medienbildung verbunden. Wichtig ist, dass die Gestaltung nicht nur illustrativ bleibt. Die zentrale Frage lautet, wie Bild und Text gemeinsam das persönliche Verständnis des Gebetes ausdrücken können.

Die weiteren Perlen eröffnen zusätzliche Gebetsdimensionen. Die Wir Perle kann Gemeinschaft und das Beten mit und für andere Menschen aufgreifen. Die Fest Perle bietet einen Zugang zu Freude und Feier. Die Perle der Nacht kann mit Angst, Traurigkeit und Klage verbunden werden. Die Perle der Dankbarkeit richtet den Blick auf Erfahrungen, für die Menschen danken möchten. Die Gefühls Perle ermöglicht es, unterschiedliche Emotionen vor Gott zu bringen. Die Geheimnis Perle kann Fragen und Unbegreifliches aufnehmen, während die Perle des Schweigens zur Erfahrung von Stille einlädt. Die Bezeichnungen dieser Perlen sind im Material ausdrücklich vorgesehen. Bei ihrer Erschließung sollten persönliche Erfahrungen immer freiwillig bleiben.

Für jede Perle können kleine Rituale entwickelt werden. Bei der Perle der Dankbarkeit können Lernende beispielsweise einen Dankgedanken formulieren oder ein Symbol auswählen. Bei der Perle der Nacht können dunkle Tücher, leise Musik oder ein stiller Moment eingesetzt werden. Bei der Wir Perle können Namen oder Anliegen anderer Menschen in die Mitte gelegt werden. Die Perle des Schweigens eignet sich für kurze Stilleübungen. Dadurch wird deutlich, dass Beten nicht ausschließlich aus gesprochenen Sätzen besteht. Das Material betont grundsätzlich, dass Gebete gesprochen, gesungen oder getanzt werden können und dass auch Stille eine Form des Betens sein kann.

Besonders wichtig ist die Verbindung von Gebet und persönlicher Freiheit. Ein Religionsunterricht zum Gebet sollte Möglichkeiten eröffnen, aber keine religiöse Beteiligung erzwingen. Lernende können ein Gebet formulieren, einen vorhandenen Text auswählen, ein Bild gestalten, eine Gebetsgeste erproben oder über das Beten nachdenken. Auch ein Satz wie „Ich weiß nicht, ob ich bete“ kann Teil einer ehrlichen Auseinandersetzung sein. Gerade die Vielfalt der Perlen eignet sich dazu, unterschiedliche religiöse Zugänge anzuerkennen.

Zum Abschluss der Reihe sieht das Material die Gestaltung eines Klassengebetbuches vor. Gruppen beschäftigen sich jeweils mit einer Perle und gestalten dazu eine Seite. Sie können vorhandene Gebete auswählen, Texte abschreiben oder eigene Gebete verfassen. Anschließend werden die Ergebnisse präsentiert und zu einem gemeinsamen Gebetbuch zusammengeführt. Damit erhalten die individuellen Erfahrungen einen gemeinsamen Ausdruck und zugleich entsteht ein bleibendes Produkt für die Lerngruppe.

Die Herstellung größerer Perlen kann zusätzlich mit dem Kunstunterricht verbunden werden. Im Material werden farbig gestaltete Holzperlen vorgeschlagen. Alternativ können vergrößerte Fotografien der Perlen verwendet werden. Die Perlen können auch über die Unterrichtsreihe hinaus im Klassenraum verbleiben und bei späteren Gebetsanlässen wieder aufgegriffen werden. Das Material weist ausdrücklich darauf hin, dass die Perlen nicht nur am Ende der Grundschulzeit eingesetzt werden müssen, sondern als wiederkehrendes Material bereits früher eingeführt werden können.

Insgesamt ermöglicht das Medium einen ganzheitlichen und inklusionsorientierten Zugang zum Gebet. Es verbindet Körper, Sinne, Sprache, Bilder, Symbole, Musik, Medien und kreatives Gestalten miteinander. Zugleich werden unterschiedliche religiöse Erfahrungen ernst genommen. Die Lernenden lernen Gebet nicht nur als fest gesprochenen Text kennen, sondern als vielfältige Form der Beziehung zu Gott, in der Freude, Dankbarkeit, Bitte, Klage, Fragen, Gefühle, Gemeinschaft und Schweigen ihren Platz haben können.

Ein Puzzle zu Psalm 139 zum Gottesbild wird zerschnitten und aus vierzehn Zeilen zusammengesetzt. In einem weiteren Schritt wird ein Kurzvideo angeleitet. Der nächste Schritt bietet Symbolkarten zum Thema Perlen für Gott an. Ein letzter Schritt erzählt die Geschichte zum Thema Selbstbewusstsein und Chancen. Ein Problem kann sich später als Glücksfall erweisen und viel Traurigkeit ist deshalb nicht nötig. Eine Frau hat nur eine gesprungene Schüssel, um Wasser zu holen und verliert Wasser auf dem Weg. Dadurch wachsen jedoch viele schöne Blumen dort am Wegesrand.

Material:

M1 Symbolkarten zum Gottesbild

M2 Wort-Bild-Karten zu „Perlen für Gott“

M3 Psalm 139

M4 Wir drehen ein Gebetsvideo zu Psalm 139

M5 Symbolkarten19 zu „Perlen für Gott“

M6 Der Sprung in der Schüssel


Methoden:

Basteln

Hessen

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Primarstufe | Primarstufe 3/4

Bibel und Tradition (Hessen | Primarstufe 3/4).

Gott (Hessen | Primarstufe 3/4).

Jesus Christus (Hessen | Primarstufe 3/4).

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Biblische Botschaft (Rheinlandpfalz | Primarstufe 3/4).

Die Frage nach Gott (Rheinlandpfalz | Primarstufe 3/4).

Jesus Christus (Rheinlandpfalz | Primarstufe 3/4).

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28.1.2021

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Gott

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