Für den Religionsunterricht eröffnet das Material vielfältige Möglichkeiten, zentrale Fragen menschlicher Freiheit, Verantwortung und Lebensgestaltung zu thematisieren. Lernende setzen sich mit existenziellen Entscheidungssituationen auseinander und erkennen, dass Lebenswege selten eindeutig vorgegeben sind. Besonders im Kontext von Berufung, Identitätsentwicklung, Zukunftsplanung und Sinnsuche bietet die Methode einen wertvollen Zugang zu religiösen und anthropologischen Fragestellungen. Methodisch beginnt die Arbeit mit einer individuellen Reflexion, in der die Lernenden zwei gleichwertige Alternativen analysieren und deren Chancen und Herausforderungen gegenüberstellen. Anschließend erweitern sie ihre Perspektive, indem sie überlegen, wie beide Optionen miteinander verbunden werden könnten oder welche völlig anderen Möglichkeiten denkbar wären. Der zusätzliche Joker durch Mitschülerinnen und Mitschüler eröffnet neue Sichtweisen und macht deutlich, wie hilfreich die Perspektive anderer Menschen für eigene Entscheidungen sein kann. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung von Selbstreflexion und Austausch, da die Lernenden ihre Gedanken mehrfach formulieren, erläutern und weiterentwickeln. Die alternative Aufstellungsvariante ermöglicht darüber hinaus einen körperorientierten Zugang, bei dem Entscheidungen räumlich erfahren werden. Dadurch werden Intuition, Gefühle und Körperwahrnehmungen stärker in den Reflexionsprozess einbezogen. Für den Religionsunterricht eignet sich die Methode besonders, um über Freiheit, Gewissen, Verantwortung, Lebensziele und die Suche nach dem eigenen Weg ins Gespräch zu kommen. Die Lehrkraft begleitet die Prozesse moderierend und schafft einen geschützten Raum, in dem Unsicherheiten, Zweifel und unterschiedliche Zukunftsvorstellungen offen thematisiert werden können. So wird deutlich, dass Entscheidungsfähigkeit nicht nur Wissen voraussetzt, sondern auch Mut, Selbstvertrauen und die Bereitschaft, neue Möglichkeiten zuzulassen.
Im ersten Schritt werden die zwei Optionen ausgewählt. Vorteile und Nachteile auch bezogen auf eigene Fähigkeiten und Neigungen werden niedergeschrieben. Die beiden als Optionen benannten Berufe und Überlegungen dazu werden dann in Gruppenarbeit vorgestellt. Auch das Feedback der drei anderen Gruppenmitglieder wird notiert. Alternativen, die von ihnen genannt werden ebenfalls notiert. Ein Fazit wird aus der Übung ermittelt und wie alle Ergebnisse im Material notiert.
Der nachfolgende Schritt thematisiert den Entscheidungsprozess anhand von fünf Fragestellungen. Dabei werden der Bezug der Entscheidung zu Lebenszielen, Zweifel und entscheidende Impulse untersucht. Gewonnene Erkenntnisse werden erneut in einem Feld des Materials notiert. Im nächsten Schritt wird der Entscheidungsprozess in einer Kleingruppe vorgestellt und mit Feedback bewertet. Im den Prozess zu vertiefen wird er als Vier Eckenspiel erneut aufgebaut.
Eines der Gruppenmitglieder liest als Coach fünf Fragestellungen vor und die momentan entscheidende Person stellt sich an den Platz, der ihre Entscheidung widerspiegelt. Option 1, Option 2, beides oder nichts von beidem. Während die Person auf dem Feld steht, soll sie das Ergebnis Vorentscheidung visualisieren. Impulsfragen zu jeder Option und Position helfen dabei und werden vom Coach der Gruppe vorgelesen. Die persönlichen Ergebnisse dieses Vorgangs werden erneut festgehalten. Danach wechseln die Rollen, bis jeder einmal seine Entscheidung reflektiert hat. Anschließend können im Plenum das Gefühl während der Übung oder auch die Entscheidungen besprochen werden. Wurde ein Logbuch der vorhergehenden Stunden angefertigt, so kann dieses erneut durchgesehen und in seiner Gänze reflektiert werden. Haben sich während des Vorgangs der Berufs oder Lebenswegentscheidung Veränderungen ergeben? Ist eine Entscheidung erfolgt, oder wird noch gesucht?