Für die Verwendung im Religionsunterricht empfiehlt sich das Medium besonders innerhalb einer Unterrichtsreihe zu Kreuz, Passion und Ostern, Barmherzigkeit, Schuld und Vergebung oder Versöhnung. Didaktisch bedeutsam ist, dass das Kreuz nicht als bloßes Erkennungszeichen des Christentums behandelt wird. Das Material betont vielmehr, dass Lernende seine inhaltliche Bedeutung erschließen müssen, da die Kenntnis und das Verständnis christlicher Symbole nicht selbstverständlich vorausgesetzt werden können. Als Einstieg bietet sich deshalb die im Material vorgeschlagene Begegnung mit einem realen Kruzifix an. In einer ruhigen Atmosphäre betrachten die Lernenden das Kreuz und nehmen zunächst ihre eigenen Gedanken und Gefühle wahr. Fragen nach der Wirkung des Kreuzes, nach Traurigkeit, Betroffenheit oder den möglichen Empfindungen Jesu eröffnen einen subjektorientierten Zugang. Daran kann sich eine symbolorientierte Erschließung anschließen. Besonders anschaulich ist die Arbeit mit zwei körperhohen Holzbalken. Der Längsbalken kann als Verbindung zwischen Gott und Mensch wahrgenommen werden, während der Querbalken für die Verbundenheit der Menschen und der Welt steht. Werden beide Balken zusammengefügt, entsteht das Kreuz als Zeichen dafür, dass Gott den Menschen nahe ist und trägt. Die Texte des Materials können abschnittsweise vorgelesen, von den Lernenden markiert und anschließend gemeinsam gedeutet werden. Dadurch verbindet sich körperliches und räumliches Wahrnehmen mit sprachlicher und theologischer Reflexion. Für die weitere Erarbeitung eignet sich die Passionsgeschichte nach Lukas. Lernende können sich in Simon von Zyrene, einen Soldaten, den Hauptmann oder die beiden mit Jesus gekreuzigten Verbrecher hineinversetzen und Gedanken aus der jeweiligen Perspektive formulieren. Auf diese Weise werden Perspektivübernahme und Empathie gefördert und zugleich Fragen nach Leiden, Schuld, Vergebung und dem Verhalten Jesu gegenüber anderen erschlossen. Eine besondere Stärke des Materials liegt in seinem performativen Ansatz. Wenn Lernende mit ausgestreckten Armen für kurze Zeit selbst eine Kreuzform einnehmen und anschließend die Arme auf die Schultern der neben ihnen stehenden Personen legen, können Belastung und Entlastung körperlich erfahren werden. Diese Übung verlangt eine sensible Durchführung. Sie sollte kurz bleiben und darf keine Schmerzen hervorrufen. Das körperliche Erleben sollte anschließend unbedingt sprachlich reflektiert werden, damit die symbolische Erfahrung nicht für sich stehen bleibt. Besondere pädagogische Sensibilität ist auch beim Themenfeld Schuld erforderlich. Das Material warnt davor, bei Kindern ein ängstliches Gewissen zu fördern. Stattdessen soll ein mutiger und aufrichtiger Umgang mit eigenem Fehlverhalten ermöglicht werden. Bei der meditativen Schreibaufgabe zu Situationen, in denen Lernende selbst verletzt wurden oder anderen Leid zugefügt haben, sollte daher Freiwilligkeit gelten. Persönliche Erfahrungen müssen nicht im Plenum offengelegt werden. Das Material empfiehlt ausdrücklich, im gemeinsamen Gespräch auf einer allgemeinen Ebene zu bleiben und bei Bedarf ein persönliches Gespräch anzubieten. Für eine abschließende Vertiefung eignet sich die Verbindung von Kreuz und Osterkerze. Die Geschichte „Licht von der Osterkerze“ führt Schuld, Reue, Vergebung und Neubeginn in einer für die Grundschule anschaulichen Lichtsymbolik zusammen. Das abschließende Material auf Seite 8 zeigt ein Kreuz vor einer aufgehenden Sonne. Die Lernenden schreiben die Aussage „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung“ in das Kreuz, gestalten das Bild und deuten die Sonne hinter dem Kreuz. Diese Aufgabe eignet sich besonders zur Ergebnissicherung, da das zunächst vor allem mit Leiden und Tod verbundene Kreuz nun im Horizont von Auferstehung und Hoffnung verstanden werden kann. Insgesamt ermöglicht das Material einen ganzheitlichen Religionsunterricht, der biblisches Lernen, Symbolerschließung, theologisches Nachdenken, persönliche Reflexion, kreatives Gestalten, Körpererfahrung, Gespräch und Gebet miteinander verbindet.
Baustein 1: Sich vom Kreuz berühren lassen. Die Lernenden werden emotional vom Kreuzesgeschehen angerührt. Sie erkennen im Kreuz das Leiden Christi und sein „Für-die-Menschen-Sein“.
Baustein 2: Jesus Christus, gekreuzigt und gestorben. Die Lernenden setzen sich mit dem Sterben und dem Tod Jesu auseinander. Die Aspekte „Lasten tragen“, „Leiden“ und „Sündenvergebung“ werden im Handeln Jesu erkannt.
Baustein 3: Deine Fehler – meine Fehler. Die Lernenden setzen sich mit Fehlverhalten, das, wenn es willentlich geschieht, als Sünde bezeichnet wird, auseinander. Sie reflektieren Situationen, in denen ihnen Leid zugefügt wurde und in denen sie anderen Leid verursacht haben. Anfang Haft erkennen sie im Kreuz Gottes vergebende Liebe.
Baustein 4: Im Kreuz ist Hoffnung. Die Lernenden erkennen die Verbindung zwischen, Versöhnung / Erlösung und Hoffnung. Sie verstehen den Zusammenhang zwischen Hoffnung und Kreuz