M1: Tafelbild „Vergleich der Offenbarungen im Christentum und im Islam“
Das zentrale Material der Unterrichtseinheit ist ein großes Tafelbild beziehungsweise Bodenbild. Es stellt die Offenbarungswege beider Religionen gegenüber. Auf der islamischen Seite wird gezeigt, wie Allah den Engel Gabriel zu Mohammed sendet, wie Mohammed den Koran empfängt und wie seine Weggefährten später Koran und Hadithe aufschreiben. Auf der christlichen Seite wird dargestellt, wie Gott sich in Jesus Christus offenbart, wie Jesus in der Tradition des Judentums steht und wie die Evangelisten die Erfahrungen der ersten Nachfolger Jesu aufschreiben.
Im Unterricht setzen die Lernenden das Tafelbild schrittweise zusammen. Sie ordnen die einzelnen Bildkarten den richtigen Stellen zu und rekonstruieren dadurch die Entstehung von Koran, Hadithen, Evangelien und Bibel. Die Lehrkraft moderiert den Prozess und entwickelt gemeinsam mit der Klasse die unterschiedlichen Offenbarungswege. Dadurch entstehen grundlegende Einsichten über Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Religionen.
M2 bis M11: Graphische Darstellungen
Die Materialien M2 bis M11 bestehen aus einzelnen Bildkarten, die für das Bodenbild beziehungsweise Tafelbild verwendet werden. Jede Karte symbolisiert einen wichtigen Baustein der Offenbarungsgeschichte.
M2: Allah
Die Bildkarte zeigt den arabischen Schriftzug für Allah. Die Lernenden ordnen ihn dem islamischen Offenbarungsweg zu und diskutieren die Bedeutung Gottes im Islam.
M3: Engel Gabriel
Die Karte zeigt den Engel Gabriel. Die Lernenden erkennen seine Vermittlerrolle zwischen Allah und Mohammed und vergleichen diese mit anderen Engelgestalten aus Bibel und Koran.
M4: Mohammed empfängt die Offenbarung
Die Darstellung zeigt Mohammed beim Empfang der Offenbarung. Die Lernenden erschließen die Vorstellung, dass der Koran nach islamischem Verständnis direkt von Allah stammt und Mohammed ihn weitergegeben hat.
M5: Der Koran
Die Bildkarte zeigt einen Koran. Die Lernenden ordnen ihn als zentrale Offenbarung des Islam ein und diskutieren seine besondere Stellung im muslimischen Glauben.
M6: Hadithe
Die Karte symbolisiert die Hadithe. Die Lernenden lernen, dass diese Berichte und Aussprüche Mohammeds enthalten und neben dem Koran eine wichtige Quelle islamischer Orientierung darstellen.
M7: Gottesname im Judentum
Die Karte zeigt den hebräischen Gottesnamen. Sie verdeutlicht den jüdischen Hintergrund Jesu und schafft eine Verbindung zwischen Judentum und Christentum.
M8: Jesus als Jude
Die Lernenden erkennen, dass Jesus im Judentum verwurzelt war und die Hebräische Bibel kannte. Dadurch wird die Entstehung des Christentums im Kontext des Judentums verständlich.
M9: Jüngerinnen und Jünger Jesu
Die Bildkarte zeigt Menschen aus dem Umfeld Jesu. Die Lernenden erarbeiten, dass die Erfahrungen der ersten Nachfolger Jesu Grundlage der Evangelien wurden.
M10: Jesus Christus
Die Darstellung zeigt Jesus als Zentrum des christlichen Glaubens. Die Lernenden erkennen den entscheidenden Unterschied zum Islam: Für Christinnen und Christen ist nicht die Bibel, sondern Jesus selbst die wichtigste Offenbarung Gottes.
M11: Bibel und Evangelien
Die Karte symbolisiert die Evangelien beziehungsweise die Bibel. Die Lernenden ordnen sie als Zeugnisse der Erfahrungen mit Jesus ein und vergleichen ihre Entstehung mit der Entstehung des Korans.
M12: Arbeitsblatt „Was wichtig ist ...?“
Dieses Arbeitsblatt fasst die wesentlichen Informationen in einfacher Sprache zusammen. Es erläutert die unterschiedliche Bedeutung von Bibel und Koran sowie von Jesus und Mohammed. Dabei wird erklärt, warum Jesus im Christentum die wichtigste Offenbarung Gottes darstellt und weshalb der Koran im Islam die zentrale Offenbarung Allahs ist.
Im Unterricht lesen die Lernenden den Text selbstständig oder in Partnerarbeit. Anschließend markieren sie wichtige Aussagen, vergleichen die Religionen und formulieren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede. Das Arbeitsblatt dient der Vertiefung und Ergebnissicherung.
M13: Arbeitsauftrag „Was glauben ...?“
Dieses Material enthält Schreibaufgaben. Die Lernenden formulieren mithilfe vorgegebener Begriffe eigene Sachtexte zu den Fragen:
Was glauben Muslime über Koran und Mohammed?
Was glauben Christinnen und Christen über Jesus Christus und die Bibel?
Die Aufgabe fördert die religiöse Sprachfähigkeit. Die Lernenden müssen die erarbeiteten Informationen strukturieren und in eigenen Worten wiedergeben. Gleichzeitig üben sie, religiöse Aussagen aus einer Außenperspektive sachgerecht zu formulieren.
Unterrichtsverlauf mit den Materialien
Aufbau des Bodenbildes oder Tafelbildes mit den Bildkarten M2 bis M11.
Gemeinsame Erarbeitung der Offenbarungswege im Islam und Christentum.
Vergleich von Jesus und Mohammed sowie von Bibel und Koran.
Diskussion über die Bedeutung dieser Unterschiede für den Glauben.
Bearbeitung des Arbeitsblattes M12 in Einzelarbeit oder Partnerarbeit.
Verfassen eigener Texte mit M13.
Präsentation und gemeinsame Sicherung der Ergebnisse.