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Glaube & Gesellschaft im Gespräch | Universität Fribourg

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Was ist der Kern des Evangelikalismus? (Furcht & Zittern 8)

Veröffentlichung:15.9.2022

Bedeutet evangelikal zu sein im globalen Süden dasselbe wie im deutschsprachigen Raum mitten in Europa? Oliver Dürr und Nicolas Matter suchen mit Frank Hinkelmann den Kern des Evangelikalismus und sprechen darüber, was Evangelikale auf der ganzen Welt verbindet.

Die Auftaktfolge der zweiten Staffel von Furcht und Zittern eröffnet einen neuen Blick auf die Debatten um Evangelikalismus, Postevangelikalismus und die Zukunft christlicher Gemeinschaften. Im Gespräch mit dem Kirchenhistoriker und Präsidenten der Europäischen Evangelischen Allianz, Frank Hinkelmann, wird zunächst die Frage gestellt, was Evangelikalismus überhaupt ist und weshalb dieser Begriff so schwer zu definieren ist. Dabei wird deutlich, dass Evangelikalismus weltweit eine vielfältige und überkonfessionelle Bewegung darstellt, die sich durch die Autorität der Bibel, die zentrale Bedeutung Jesu Christi, die Erfahrung von Bekehrung und Wiedergeburt, die praktische Nachfolge sowie die Gemeinschaft von Glaubenden über konfessionelle Grenzen hinweg auszeichnet. Das Video beleuchtet die historischen Wurzeln evangelikaler Bewegungen, ihre Verbindung zu Pietismus, Erweckungsbewegungen und Pfingstbewegungen sowie ihre globale Verbreitung. Zugleich werden aktuelle Herausforderungen thematisiert, darunter Fragen nach Gemeinschaft, Machtmissbrauch, Dekonstruktion, gesellschaftlicher Verantwortung, theologischer Identität und den Zukunftsperspektiven christlicher Gemeinschaften in einer säkularen Gesellschaft. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung des globalen Christentums und die Einsicht, dass viele Diskussionen im deutschsprachigen Raum aus weltkirchlicher Perspektive nur einen kleinen Ausschnitt christlicher Wirklichkeit darstellen.

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Für den Religionsunterricht bietet das Video zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Auseinandersetzung mit religiöser Vielfalt, kirchlicher Entwicklung und der globalen Dimension des Christentums. Lernende können zunächst eigene Vorstellungen vom Begriff Evangelikalismus sammeln und mit den im Video vorgestellten Merkmalen vergleichen. Besonders ergiebig ist die Analyse der unterschiedlichen Wahrnehmungen evangelikaler Bewegungen in Medien, Gesellschaft und Kirche. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, in der einzelne Aspekte wie Bibelverständnis, Bekehrung, Gemeinschaft, Mission, gesellschaftliches Engagement oder ökumenische Zusammenarbeit untersucht werden. Das Video eignet sich zudem hervorragend, um die Unterschiede zwischen lokalen Wahrnehmungen und globalen Entwicklungen des Christentums sichtbar zu machen. Lernende können erforschen, welche Rolle Christinnen und Christen im globalen Süden für die Zukunft des Christentums spielen und wie sich deren Perspektiven von europäischen Debatten unterscheiden. Darüber hinaus eröffnet das Gespräch wichtige Reflexionsräume zu Fragen von Macht, Autorität und Gemeinschaft. Die Ausführungen zu möglichen Formen von Machtmissbrauch ermöglichen eine kritische Auseinandersetzung mit Leitungsstrukturen religiöser Gemeinschaften und der Frage, welche Bedingungen förderlich für eine gesunde Gemeinschaft sind. Ebenso können die Lernenden diskutieren, wie christliche Gemeinschaften Verbindlichkeit und Freiheit miteinander verbinden können. Im Rahmen von Unterrichtseinheiten zu Kirche, religiöser Identität, Ökumene, Globalisierung oder religiöser Pluralität fördert das Medium die Fähigkeit, unterschiedliche Positionen differenziert wahrzunehmen, Vorurteile kritisch zu hinterfragen und eigene Urteile begründet zu entwickeln. Besonders wertvoll ist die Betonung eines offenen, selbstkritischen und dialogorientierten Umgangs mit religiösen Fragen, der die Gesprächskultur und die Urteilsbildung der Lernenden stärkt.

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