Bedeutet evangelikal zu sein im globalen Süden dasselbe wie im deutschsprachigen Raum mitten in Europa? Oliver Dürr und Nicolas Matter suchen mit Frank Hinkelmann den Kern des Evangelikalismus und sprechen darüber, was Evangelikale auf der ganzen Welt verbindet.
Die Auftaktfolge der zweiten Staffel von Furcht und Zittern eröffnet einen neuen Blick auf die Debatten um Evangelikalismus, Postevangelikalismus und die Zukunft christlicher Gemeinschaften. Im Gespräch mit dem Kirchenhistoriker und Präsidenten der Europäischen Evangelischen Allianz, Frank Hinkelmann, wird zunächst die Frage gestellt, was Evangelikalismus überhaupt ist und weshalb dieser Begriff so schwer zu definieren ist. Dabei wird deutlich, dass Evangelikalismus weltweit eine vielfältige und überkonfessionelle Bewegung darstellt, die sich durch die Autorität der Bibel, die zentrale Bedeutung Jesu Christi, die Erfahrung von Bekehrung und Wiedergeburt, die praktische Nachfolge sowie die Gemeinschaft von Glaubenden über konfessionelle Grenzen hinweg auszeichnet. Das Video beleuchtet die historischen Wurzeln evangelikaler Bewegungen, ihre Verbindung zu Pietismus, Erweckungsbewegungen und Pfingstbewegungen sowie ihre globale Verbreitung. Zugleich werden aktuelle Herausforderungen thematisiert, darunter Fragen nach Gemeinschaft, Machtmissbrauch, Dekonstruktion, gesellschaftlicher Verantwortung, theologischer Identität und den Zukunftsperspektiven christlicher Gemeinschaften in einer säkularen Gesellschaft. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung des globalen Christentums und die Einsicht, dass viele Diskussionen im deutschsprachigen Raum aus weltkirchlicher Perspektive nur einen kleinen Ausschnitt christlicher Wirklichkeit darstellen.