Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für die Themen Flucht, Migration, Menschenwürde, Fremdenfeindlichkeit, Solidarität und Frieden. Der Song eröffnet einen emotionalen Zugang zu den Erfahrungen von Geflüchteten und ermöglicht Perspektivwechsel, die Empathie und Mitgefühl fördern. Methodisch kann zunächst der Liedtext ohne musikalische Begleitung gelesen werden. Die Lernenden markieren Begriffe und Textstellen, die Gefühle von Angst, Hoffnung, Einsamkeit oder Ausgrenzung ausdrücken. Anschließend kann der Song angehört werden, um die Wirkung von Musik und Sprache zu reflektieren. Im Unterrichtsgespräch können die Lernenden die verschiedenen Stationen der Fluchterfahrung rekonstruieren und diskutieren, welche Herausforderungen Menschen auf der Flucht bewältigen müssen. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung mit biblischen Fluchtgeschichten, etwa der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten, dem Exodus Israels oder den Erfahrungen von Fremdsein und Heimatlosigkeit in der Bibel. Ebenso bietet sich eine Auseinandersetzung mit den Menschenrechten und dem christlichen Verständnis von Nächstenliebe und Gastfreundschaft an. Die Schilderung rassistischer Anfeindungen ermöglicht zudem eine kritische Reflexion über Vorurteile, Diskriminierung und gesellschaftliche Verantwortung. Kreative Methoden können das Verfassen innerer Monologe aus der Perspektive der beschriebenen Personen, das Schreiben von Friedensgebeten, die Gestaltung von Hoffnungsbildern oder die Entwicklung eigener Songtexte zu den Themen Frieden und Menschlichkeit umfassen. Das Medium verbindet emotionale Betroffenheit mit ethischer Reflexion und lädt dazu ein, über Verantwortung für Menschen in Not und über Möglichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens nachzudenken.