Für den Religionsunterricht bietet das Medium zahlreiche Anknüpfungspunkte zu den Themen Leid, Hoffnung, Schöpfungsverantwortung, Solidarität, Resilienz und Gottesfrage angesichts von Katastrophen. Die persönliche Erzählperspektive ermöglicht einen emotionalen Zugang, der Lernende unmittelbar anspricht und Empathie fördert. Methodisch eignet sich das Video besonders für eine Unterrichtseinheit zu den Themen „Warum lässt Gott Leid zu?“, „Zusammenhalt in Krisenzeiten“ oder „Verantwortung für die Schöpfung“. Nach einer ersten Sichtung können die Lernenden zentrale Gefühle und Erfahrungen Henrys sammeln und in Form einer Gefühlslandkarte visualisieren. Anschließend lassen sich verschiedene Deutungsebenen erschließen: die individuelle Erfahrung von Angst und Verlust, die Bedeutung familiärer Bindungen, die Rolle von Freundschaft sowie die Erfahrung von Solidarität durch freiwillige Helferinnen und Helfer. Im theologischen Gespräch kann diskutiert werden, wo Menschen in Krisensituationen Hoffnung finden und welche Antworten Religion auf Erfahrungen von Leid und Katastrophen geben kann. Darüber hinaus eröffnet das Medium die Möglichkeit, die Flutkatastrophe mit Fragen des Klimawandels und der Bewahrung der Schöpfung zu verbinden. Die Lernenden können untersuchen, welche Verantwortung Menschen für den Umgang mit der Natur tragen und wie christliche Vorstellungen von Schöpfungsverantwortung Orientierung bieten. Kreative Methoden bieten sich ebenfalls an: So können die Lernenden Tagebucheinträge aus Henrys Perspektive verfassen, Dankesbriefe an Helferinnen und Helfer schreiben oder Symbole der Hoffnung gestalten. Besonders gewinnbringend ist zudem die Analyse der Aussage Henrys am Ende des Films, dass ihn früher materielle Dinge glücklich gemacht hätten, heute jedoch die Gesundheit und das Leben seiner Familie. Diese Perspektive ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Fragen nach Glück, Sinn und den wirklich wichtigen Dingen im Leben. Das Medium verbindet damit ethisches Lernen, religiöse Deutungskompetenz und lebensweltliche Erfahrungen auf eindrucksvolle Weise.