Karl Rahner ist einer der bestimmenden Köpfe der Theologie des 20. Jahrhunderts. Doch was macht sein Werk auch fast 40 Jahre nach seinem Tod interessant? Ein Blick auf die Themen eines Jesuiten zwischen Konzil und Mystik.
Karl Rahner hat das Zweiten Vatikanische Konzil (1962-65) entscheidend mitgeprägt, die Themen Mystik, Offenbarung und Gnade haben ihn jahrzehntelang beschäftig. Nicht zuletzt sein Zitat: "Der Fromme der Zukunft wird ein 'Mystiker' sein, einer, der etwas 'erfahren' hat, oder er wird nicht mehr sein", ist oft wiederholt und gedruckt worden. Mit seinem Denken hat der die Theologie aus den Zwängen des 19. Jahrhunderts geholt und auf eine neue Grundlage gestellt – den Blick vom Menschen her.
Das Medium beschäftigt sich mit Leben, Denken und Wirkung des Theologen Karl Rahner und zeigt dessen Bedeutung für die katholische Theologie des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen Rahners Verständnis von Gnade, Offenbarung und Gotteserfahrung sowie seine Verbindung von Theologie, Philosophie und menschlicher Lebenserfahrung. Das Medium erläutert die sogenannte anthropologische Wende in der Theologie, bei der nicht mehr allein von Gott her gedacht wird, sondern vom Menschen und seinen Erfahrungen ausgegangen wird. Zugleich wird Rahners Einfluss auf das Zweite Vatikanische Konzil und auf die Öffnung der Kirche gegenüber der modernen Welt dargestellt. Besondere Aufmerksamkeit erhält sein berühmter Gedanke, dass der Christ der Zukunft ein Mystiker sein werde, also ein Mensch, der eigene Glaubens und Gotteserfahrungen macht. Das Medium verdeutlicht außerdem, wie Rahners Denken bis heute aktuelle Fragen zu Kirche, Spiritualität, Freiheit, Ökumene und Glaubensentwicklung beeinflusst.