Didaktisch ist das Medium besonders wertvoll für einen kompetenzorientierten Religionsunterricht in der Sekundarstufe I. Der Schwerpunkt liegt weniger auf einer reinen Wissensvermittlung als vielmehr auf der Entwicklung von Dialogfähigkeit, Perspektivwechsel und reflektierter Urteilsbildung. Lernende werden dazu angeregt, eigene Vorstellungen, Vorurteile und gesellschaftliche Bilder vom Islam kritisch zu hinterfragen. Besonders hervorzuheben ist der Ansatz der komparativen Theologie, bei dem christliche und muslimische Perspektiven bewusst miteinander in Beziehung gesetzt werden. Methodisch bietet das Material vielfältige Möglichkeiten: Bildanalysen, Gruppenarbeiten, Diskussionen, Gallery-Walks, Arbeit mit Schulbüchern, Internetrecherchen, Begegnungslernen sowie die Reflexion eigener Erfahrungen mit Religion und Medien. Die vorgeschlagenen Unterrichtssequenzen eröffnen lebensweltnahe Zugänge, etwa über soziale Medien, Alltagsbilder des Islam oder persönliche Kontakte zu muslimischen Menschen. Ein besonderer didaktischer Gewinn liegt in der Verbindung von Sachwissen und emotionalem Lernen: Lernende setzen sich nicht nur mit theologischen Inhalten auseinander, sondern reflektieren auch Ängste, Unsicherheiten und gesellschaftliche Konfliktfelder. Dadurch eignet sich das Medium hervorragend zur Förderung interreligiöser Kompetenz, demokratischer Bildung und eines respektvollen gesellschaftlichen Miteinanders. Ebenso hilfreich sind die konkreten Hinweise zu Moscheebesuchen, Gesprächsformaten und authentischen Materialien aus islamischen Schulbüchern wie „Saphir“. Das Material unterstützt Lehrkräfte dabei, Islamunterricht nicht problemorientiert oder defizitär zu gestalten, sondern differenziert, dialogisch und friedensorientiert.
Das Bild und Quellenmaterial kann auf drei verschiedene Varianten eingesetzt werden. Diese Varianten sind eine nach der anderen im Text beschrieben. In der ersten Variante gelingt der Einstieg über eine Bildcollage. Dabei werden drei Bilder betrachtet. Eines enthält geometrische Formen. Eines ist angelehnt an Himmel und Erde. Das dritte Bild ist vollkommen leer und verweist auf die Transzendenz. Die drei Bilder bieten somit die zwei extremen Formen von Immanenz und Transzendenz sowie die Verbindung von beiden im zweiten Bild. Gefühle zu den Bildern werden thematisiert. Die Bilder können ebenfalls ausgedruckt und bezogen auf diese Gefühle koloriert werden. Daraus kann ein Gallerywalk entstehen.
In einem nächsten Schritt wird die persönliche Disposition zum Islam über ein Zitat thematisiert. Dabei wird vor allen Dingen die Angst in den Vordergrund gestellt. Persönliche Erfahrungen mit dem Islam werden daraufhin gesammelt und verglichen. 19 Bilder in Material stellen gängige Stereotypen zum Islam, über Kleidung, Architektur, historische Abbildungen und Speisegebote heraus. Hier können Bilder ausgewählt und eigene Erfahrungen oder Gefühle dazu benannt und beschrieben werden.
In einer dritten komplexeren Variante wird selbst eine Collage gestalten. Inspirationen dazu werden über Bilder zum Islam aus dem Internet gewonnen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Bilder werden im Plenum ausgewertet. Es ist möglich, diese Bilder erneut in die drei Formen zu unterteilen. Die Beschreibung des Islam im Alltag, die Interaktion zwischen Allah und den Menschen sowie das Bilderverbot mit einem weißen Blatt. In einem zweiten Schritt wird erneut die Angst vor dem Islam thematisiert. In dieser Variante entsteht jedoch in Gruppenarbeit über Internetrecherche ein Plakat zum Thema. Im Material selbst für dein Buch genannt, das jedoch sehr selten zur Verfügung stehen dürfte. Deshalb wird das Netz als Quelle gewählt. In einem dritten Schritt dieser Variante für die islamische Theologie über das Gottesbild, die Beziehung zwischen Allah und Mensch und islamische Kultur untersucht.