Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II innerhalb der Themenbereiche Bioethik, Menschenwürde, Familie, Verantwortung und moderne Reproduktionsmedizin. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu reflektieren und ethische Fragestellungen differenziert zu diskutieren. Didaktisch empfiehlt sich ein problemorientierter Einstieg über aktuelle Medienberichte oder persönliche Vorstellungen von Familie, Elternschaft und Kinderwunsch. Anschließend können die unterschiedlichen Formen der Leihmutterschaft sowie die dargestellten Fallbeispiele arbeitsteilig analysiert werden. Besonders geeignet sind Gruppenarbeiten, Rollenspiele oder strukturierte Debatten, in denen verschiedene Perspektiven wie die der Leihmutter, der Wunscheltern, des Kindes oder gesellschaftlicher Institutionen eingenommen werden. Die philosophischen Gedanken von Jürgen Habermas bieten zudem die Möglichkeit, anspruchsvolle ethische Fragestellungen zur Manipulation menschlichen Lebens und zur Gleichheit aller Menschen zu thematisieren. Lehrkräfte sollten das Thema sensibel behandeln, da Fragen nach Kinderlosigkeit, Familienformen oder Reproduktionsmedizin persönliche Erfahrungen der Lernenden berühren können. Wichtig ist außerdem eine sachliche Unterscheidung zwischen medizinischen Möglichkeiten, rechtlichen Regelungen und ethischen Bewertungen. Das Material fördert insbesondere Urteilskompetenz, Perspektivwechsel, Argumentationsfähigkeit und die Fähigkeit, komplexe bioethische Fragen differenziert zu beurteilen. Durch die Verbindung theologischer, philosophischer, gesellschaftlicher und medizinischer Aspekte eignet sich das Medium zudem sehr gut für fächerübergreifendes Arbeiten mit Ethik, Philosophie oder Biologie.
Der Einstieg gelingt über eine Karikatur zum Thema Leihmutterschaft. Darin erklärt eine Mutter ihrem Sohn seine Entstehung durch Manipulation in Form eines Fotoalbums. Dabei wird ein Dialog zu einem Gespräch zwischen Mutter und Kind erstellt. Im nächsten Schritt wird in Gruppenarbeit anhand von drei Beispielen prominenter Leihmutterschaft der ethische Konflikt zu diesem Thema aufgearbeitet.
Abschließend wird ein Text zum manipulierten Menschen vor dem Hintergrund der Eugenik und Jürgen Habermas Diskursethik ausgewertet. Dabei wird die Entstehung von Normen mit Bezug auf Gentechnik untersucht. Mama sieht ein ernsthaftes Problem in der Wert Gleichheit aller Menschen, wenn einige Menschen verbessert werden. Dadurch könnten zwei Rassen von Menschen entstehen mit unterschiedlichen Rechten. Katastrophale Folgen für unsere Zivilisation sind absehbar. Der Traum der Eugeniker im Dritten Reich ist nah an seiner Verwirklichung.