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Theologie live

Theologie live

Erzählt die Paradiesgeschichte, wie das Böse in die Welt kam?

Veröffentlichung:13.5.2021

Warum soll es eigentlich „Sünde“ sein, klug werden zu wollen? Thomas Hieke, Professor für Altes Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der JGU Mainz, klärt auf, was es mit dem sog. Sündenfall auf sich hat.

Ohne Freiheit gibt es keine Liebe. Deshalb gab Gott dem Menschen den freien Willen. Der Missbrauch dieser Freiheit tritt immer wieder auf. Würde sich der Mensch nur nach Gottes Willen und Geboten richten, wäre das Paradies erreicht.

Das Medium setzt sich kritisch mit der traditionellen Deutung der sogenannten Paradiesgeschichte auseinander und eröffnet einen neuen Zugang zu Genesis 2–4. Im Mittelpunkt steht die Frage nach Freiheit, Verantwortung und der Fähigkeit des Menschen, zwischen Gut und Böse zu entscheiden. Der Vortrag erklärt, dass Begriffe wie „Sündenfall“, „Erbsünde“ oder die Vorstellung eines strafenden Gottes nicht direkt im biblischen Text vorkommen, sondern spätere Deutungen darstellen. Stattdessen wird die Erzählung als Entwicklungsgeschichte menschlicher Freiheit verstanden: Der Mensch wird als autonomes und verantwortliches Wesen beschrieben, das lernen muss, Entscheidungen zu treffen und mit deren Folgen umzugehen. Dabei werden auch Bezüge zu Kain und Abel, zur jüdischen Tradition von Jom Kippur sowie zur christlichen Erlösungslehre hergestellt. Das Medium verbindet bibelwissenschaftliche Erkenntnisse mit existenziellen Fragen nach Schuld, Freiheit, Liebe und Verantwortung.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II und kann im Rahmen biblischer Anthropologie, Schöpfungstheologie oder ethischer Bildung eingesetzt werden. Durch die verständliche und zugleich tiefgehende Auseinandersetzung mit Genesis 2–4 eröffnet das Video neue Perspektiven auf vertraute biblische Texte und regt zur kritischen Reflexion traditioneller Glaubensvorstellungen an. Methodisch empfiehlt sich zunächst eine gemeinsame Sichtung einzelner Abschnitte mit anschließender Textarbeit zu den biblischen Erzählungen. Die Lernenden können klassische Vorstellungen vom „Sündenfall“ mit den im Video vorgestellten bibelwissenschaftlichen Deutungen vergleichen und diskutieren, welche Konsequenzen sich daraus für das Gottes- und Menschenbild ergeben. Besonders geeignet sind philosophisch-theologische Gespräche über Freiheit, Verantwortung, Schuld und Liebe. Dabei kann die Frage vertieft werden, warum Freiheit überhaupt notwendig ist und welche Bedeutung moralische Entscheidungen für das menschliche Zusammenleben haben. Kreative Methoden wie Standbilder, Symbolarbeit oder Tagebucheinträge aus der Perspektive von Adam, Eva oder Kain ermöglichen zusätzlich emotionale und subjektorientierte Zugänge. Das Medium eignet sich außerdem hervorragend für interdisziplinäre Lernprozesse mit Ethik oder Philosophie, etwa im Blick auf Autonomie und moralische Entscheidungsfähigkeit. Die Lernenden werden angeregt, traditionelle religiöse Deutungsmuster kritisch zu hinterfragen und eigene Vorstellungen von Freiheit, Schuld und Verantwortung zu entwickeln. Durch den lebensweltlichen Bezug kann das Video dazu beitragen, religiöse Texte nicht als fernes Dogma, sondern als Deutung menschlicher Erfahrungen zu verstehen.

Hessen

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Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.3 Aspekte christlicher Anthropologie.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 1. Der Mensch als Geschöpf und „Schöpfer“.

11.1 / 3. Der Mensch und seine Verantwortung.

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 4. Schöpfungsauftrag und ökologische Verantwortung.

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