Didaktisch eignet sich das Video besonders für den Einsatz im Religionsunterricht, Ethikunterricht sowie im Geschichtsunterricht ab der Sekundarstufe I. Die Zeitzeugenberichte ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen von Schuld, Verantwortung, Gewissen, Menschenwürde und Frieden. Im Religionsunterricht kann das Medium insbesondere im Kontext von Friedenserziehung, Erinnerungskultur und ethischer Urteilsbildung eingesetzt werden. Methodisch bietet sich zunächst eine ruhige Rezeptionsphase an, in der Lernende einzelne Aussagen der Zeitzeugen bewusst wahrnehmen und persönliche Eindrücke notieren. Anschließend können zentrale Fragen im Unterrichtsgespräch vertieft werden, etwa zur Verantwortung junger Menschen in Diktaturen oder zu den Folgen von Krieg und Gewalt. Besonders sinnvoll sind Formen des dialogischen Lernens, bei denen Lernende ihre Gedanken austauschen und unterschiedliche Perspektiven reflektieren. Ebenso eignet sich das Medium für Gruppenarbeit mit thematischen Schwerpunkten wie Angst, Gehorsam, Propaganda oder Schuld. Durch die Verbindung von digitalen Medien und historischen Berichten fördert das Angebot zugleich Medienkompetenz und kritisches Geschichtsbewusstsein. Lehrkräfte sollten bei der Verwendung auf eine sensible Begleitung achten, da einzelne Inhalte emotional belastend wirken können. Die Augmented Reality Darstellung schafft einen hohen Grad an Anschaulichkeit und Motivation und ermöglicht einen lebensnahen Zugang zur Erinnerungskultur. Das Medium eignet sich zudem gut für projektorientiertes Lernen sowie für fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben zu Nationalsozialismus, Krieg und Frieden.