Die Christologie ist die Lehre vom Christus bzw. seit Jesus die Lehre von Jesus als dem Christus. Gerade nach Tod und Auferstehung Jesu stellte sich die Frage, wer denn dieser Jesus von Nazareth gewesen war. Nur ein Mensch? Oder gar Gott? Oder sogar beides? Und wenn er beides war, wie sollte man sich das vorstellen?
Die ersten Jahrhunderte der Geschichte des Christentums sind von diesen Fragen geprägt und in dieser Videoreihe will ich die christologischen Entwicklungen der Alten Kirche, d. h. der Antike, nachzeichnen.
Das Video zum Konzil von Nicäa behandelt einen entscheidenden Wendepunkt der frühen Christentumsgeschichte und erklärt die erste verbindliche dogmatische Klärung christologischer Fragen. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der Lehre des Arius, der Jesus Christus nicht als wahrhaft göttlich verstand, sondern als geschaffenes Wesen deutete. Das Medium erläutert zunächst die unterschiedlichen christologischen Strömungen des zweiten und dritten Jahrhunderts und zeigt, wie sich daraus Konflikte innerhalb der Kirche entwickelten. Anschließend wird dargestellt, warum Kaiser Konstantin das Konzil von Nicäa im Jahr 325 einberief und welche theologischen Gruppen dort aufeinandertrafen. Besonders ausführlich behandelt das Video die Entstehung des nicänischen Glaubensbekenntnisses und die zentralen Begriffe wie „wesensgleich mit dem Vater“, „gezeugt nicht geschaffen“ oder „wahrer Gott aus wahrem Gott“. Das Medium verdeutlicht anschaulich, wie die Kirche versuchte, die Göttlichkeit Jesu verbindlich zu formulieren und den christlichen Erlösungsglauben gegen den Arianismus zu verteidigen. Gleichzeitig zeigt das Video, dass die theologischen Auseinandersetzungen mit Nicäa keineswegs beendet waren, sondern sich auch danach weiter fortsetzten.