Die Christologie ist die Lehre vom Christus bzw. seit Jesus die Lehre von Jesus als dem Christus. Gerade nach Tod und Auferstehung Jesu stellte sich die Frage, wer denn dieser Jesus von Nazareth gewesen war. Nur ein Mensch? Oder gar Gott? Oder sogar beides? Und wenn er beides war, wie sollte man sich das vorstellen?
Die ersten Jahrhunderte der Geschichte des Christentums sind von diesen Fragen geprägt und in dieser Videoreihe will ich die christologischen Entwicklungen der Alten Kirche, d. h. der Antike, nachzeichnen.
Das Video zum Subordinatianismus und zur spekulativen Christologie führt in eine weitere wichtige Entwicklungsphase der frühen christlichen Theologie ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie christliche Theologen die Beziehung zwischen Gott Vater und Jesus Christus philosophisch erklären wollten. Das Medium erläutert zunächst die Grundlagen des Mittelplatonismus und zeigt, wie hellenistisch gebildete Denker ihre philosophischen Vorstellungen in die christliche Theologie einbrachten. Besonders hervorgehoben wird die Vorstellung eines transzendenten Gottes, der durch einen Mittler mit der Welt verbunden ist. Dieser Mittler wird als Logos verstanden, der die Welt erschafft und ordnet. Das Video erklärt anschaulich, wie christliche Apologeten wie Justin der Märtyrer versuchten, christlichen Glauben mit griechischer Philosophie zu verbinden. Dabei entsteht die Vorstellung, dass Christus als Logos zwar göttlich ist, aber dem Vater untergeordnet bleibt. Diese Denkweise wird als Subordinatianismus bezeichnet. Das Video zeigt damit wichtige Schritte auf dem Weg zur Entwicklung der christlichen Trinitäts und Christologielehre und macht deutlich, wie eng frühe Theologie mit philosophischen Denkmodellen verbunden war.