Didaktisch eignet sich das Video besonders für die Behandlung der Frage nach dem historischen Jesus und nach den jüdischen Wurzeln des Christentums in der Sekundarstufe. Lernende erhalten einen anschaulichen Zugang zu messianischen Erwartungen im Judentum des ersten Jahrhunderts und erkennen, dass zentrale Aussagen Jesu nur vor diesem Hintergrund verständlich werden. Methodisch bietet sich zunächst ein gemeinsames Sammeln von Vorstellungen zum Begriff Messias an. Anschließend können zentrale Aussagen des Videos arbeitsteilig untersucht werden, etwa die Vision der vier Reiche, die Bedeutung des Reiches Gottes oder die Figur des Menschensohnes. Sinnvoll ist dabei eine Arbeit mit Bibeltexten aus Daniel 2, Daniel 7 sowie ausgewählten Evangelienstellen. Lernende können Gemeinsamkeiten zwischen den Danieltexten und den Aussagen Jesu herausarbeiten und diskutieren, weshalb Jesus in seiner Zeit so starke Reaktionen hervorrief. Besonders gewinnbringend ist eine Gegenüberstellung verschiedener Messiasvorstellungen. Dadurch wird deutlich, dass viele Menschen einen politischen Befreier erwarteten, Jesus jedoch ein anderes Verständnis vom Reich Gottes vermittelte. Das Medium eröffnet außerdem Möglichkeiten zur Förderung historischer Urteilskompetenz, da die Frage behandelt wird, wie frühe christliche Texte entstanden und weshalb ihre zeitliche Nähe zu den Ereignissen bedeutsam ist. Im Unterricht kann das Video als Einstieg, zur Vertiefung oder als Grundlage für Gruppenarbeiten und Präsentationen genutzt werden. Ebenso eignet sich das Material für Diskussionen über Hoffnung, Zukunftserwartungen und religiöse Deutungen von Geschichte. Durch die Verbindung von biblischen Texten, historischen Hintergründen und theologischen Fragestellungen unterstützt das Medium einen reflektierten und dialogischen Religionsunterricht.