Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders, um Lernenden zu zeigen, wie historische Argumentation in der Bibelwissenschaft funktioniert und wie eng Fragen nach Datierung, Autorenschaft, Augenzeugenschaft und Glaubwürdigkeit miteinander verbunden sind. Der Film kann gut in einer Unterrichtsreihe zu den Evangelien, zur Entstehung des Neuen Testaments oder zur Frage nach dem historischen Jesus eingesetzt werden. Methodisch empfiehlt sich eine abschnittweise Erarbeitung, da das Video viele Argumentationsschritte enthält. Zu Beginn können Lernende eine Zeitleiste erstellen, auf der zentrale Daten wie die Kreuzigung Jesu, die Missionszeit der Apostel, die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 und mögliche Entstehungszeiten der Evangelien eingetragen werden. Anschließend können sie die Argumente für eine spätere und für eine frühere Datierung sammeln und gewichten. Besonders fruchtbar ist eine Pro und Kontra Diskussion zur Frage, ob die Tempelprophezeiung Jesu als Datierungsargument tragfähig ist. Dabei lernen die Lernenden, zwischen theologischer Vorentscheidung, historischer Wahrscheinlichkeit und textinternen Hinweisen zu unterscheiden. Für eine vertiefende Quellenarbeit eignen sich Markus 13, die Parallelstellen bei Matthäus und Lukas sowie der Schluss der Apostelgeschichte. Die Lernenden können untersuchen, welche Hinweise diese Texte selbst geben und welche Deutungen daraus möglich sind. Auch das synoptische Problem kann durch Schaubilder oder Gruppenarbeit erschlossen werden, indem verschiedene Modelle der Abhängigkeit zwischen Matthäus, Markus und Lukas visualisiert und verglichen werden. Das Medium fördert damit historisches Denken, kritische Urteilsbildung und die Fähigkeit, komplexe theologische Argumente nachvollziehbar zu strukturieren. Wichtig ist eine didaktische Rahmung, damit Lernende erkennen, dass die Frage nach der Datierung nicht nur ein Spezialproblem der Forschung ist, sondern Auswirkungen auf das Verständnis der Evangelien als Glaubenszeugnisse und mögliche historische Quellen hat. Gleichzeitig sollte im Unterricht deutlich werden, dass es in der Forschung unterschiedliche Positionen gibt und dass seriöse religiöse Bildung nicht vorschnell vereinfacht, sondern begründet abwägt.