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Jesus Glauben - Folge 09 - Die Datierung der Evangelien

Veröffentlichung:3.11.2020

Das Video beschäftigt sich mit der Datierung der Evangelien und hinterfragt besonders die verbreitete Annahme, dass das Markusevangelium erst nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 entstanden sein müsse. Es stellt dar, dass gängige Datierungen Markus kurz nach 70, Matthäus und Lukas um 80 bis 85 sowie Johannes um 90 bis 95 ansetzen, diese Zeiträume aber grundsätzlich noch mit Augenzeugenschaft vereinbar sind. Im Zentrum steht die Frage, ob die Tempelprophezeiung Jesu tatsächlich als Beweis für eine späte Entstehung gelten kann. Das Video argumentiert, dass dies nicht zwingend ist, weil die Ankündigung der Tempelzerstörung weder unmöglich noch außergewöhnlich konkret sei und auch andere jüdische Stimmen vor 70 ähnliche Erwartungen formulierten. Zudem wird auf das Ende der Apostelgeschichte verwiesen, das eine frühere Datierung des lukanischen Doppelwerks und damit auch eine frühere Datierung von Lukas und möglicherweise Markus nahelegen könnte. Abschließend erklärt das Medium das synoptische Problem und verschiedene Lösungsmodelle wie die Zwei Quellen Theorie, die Farrer Theorie, die Griesbach Theorie und das augustinische Modell.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders, um Lernenden zu zeigen, wie historische Argumentation in der Bibelwissenschaft funktioniert und wie eng Fragen nach Datierung, Autorenschaft, Augenzeugenschaft und Glaubwürdigkeit miteinander verbunden sind. Der Film kann gut in einer Unterrichtsreihe zu den Evangelien, zur Entstehung des Neuen Testaments oder zur Frage nach dem historischen Jesus eingesetzt werden. Methodisch empfiehlt sich eine abschnittweise Erarbeitung, da das Video viele Argumentationsschritte enthält. Zu Beginn können Lernende eine Zeitleiste erstellen, auf der zentrale Daten wie die Kreuzigung Jesu, die Missionszeit der Apostel, die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 und mögliche Entstehungszeiten der Evangelien eingetragen werden. Anschließend können sie die Argumente für eine spätere und für eine frühere Datierung sammeln und gewichten. Besonders fruchtbar ist eine Pro und Kontra Diskussion zur Frage, ob die Tempelprophezeiung Jesu als Datierungsargument tragfähig ist. Dabei lernen die Lernenden, zwischen theologischer Vorentscheidung, historischer Wahrscheinlichkeit und textinternen Hinweisen zu unterscheiden. Für eine vertiefende Quellenarbeit eignen sich Markus 13, die Parallelstellen bei Matthäus und Lukas sowie der Schluss der Apostelgeschichte. Die Lernenden können untersuchen, welche Hinweise diese Texte selbst geben und welche Deutungen daraus möglich sind. Auch das synoptische Problem kann durch Schaubilder oder Gruppenarbeit erschlossen werden, indem verschiedene Modelle der Abhängigkeit zwischen Matthäus, Markus und Lukas visualisiert und verglichen werden. Das Medium fördert damit historisches Denken, kritische Urteilsbildung und die Fähigkeit, komplexe theologische Argumente nachvollziehbar zu strukturieren. Wichtig ist eine didaktische Rahmung, damit Lernende erkennen, dass die Frage nach der Datierung nicht nur ein Spezialproblem der Forschung ist, sondern Auswirkungen auf das Verständnis der Evangelien als Glaubenszeugnisse und mögliche historische Quellen hat. Gleichzeitig sollte im Unterricht deutlich werden, dass es in der Forschung unterschiedliche Positionen gibt und dass seriöse religiöse Bildung nicht vorschnell vereinfacht, sondern begründet abwägt.

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