Didaktisch eignet sich das Video besonders für den Religionsunterricht in der Oberstufe sowie für Unterrichtseinheiten zur Entstehung des Neuen Testaments und zur historischen Jesusforschung. Die Lernenden erhalten einen differenzierten Einblick in historische Arbeitsweisen und lernen den Unterschied zwischen interner und externer Evidenz kennen. Besonders gewinnbringend ist dabei die Erkenntnis, dass historische Forschung nicht nur auf direkten Beweisen beruht, sondern häufig verschiedene Indizien miteinander verknüpft werden müssen. Methodisch bietet sich zunächst eine gemeinsame Erarbeitung der Begriffe interne Evidenz und externe Evidenz an. Anschließend können Lernende arbeitsteilig die verschiedenen Argumentationslinien untersuchen, etwa die neutestamentlichen Hinweise auf Markus, die Aussagen der Kirchenväter oder die sprachlichen Besonderheiten des Markusevangeliums. Ebenso eignet sich das Medium für eine Quellenanalyse, bei der Lernende originale Textstellen aus dem Markusevangelium mit Aussagen früher christlicher Autoren vergleichen. Eine Zeitleiste zur Entwicklung der Tradition um Markus und Petrus kann zusätzlich helfen, historische Zusammenhänge sichtbar zu machen. Für vertiefende Diskussionen kann gefragt werden, wie viel historische Sicherheit überhaupt möglich ist und welche Rolle Wahrscheinlichkeiten in der Geschichtswissenschaft spielen. Auch die Frage, warum frühe Christen bestimmte Texte als glaubwürdig ansahen, bietet zahlreiche Gesprächsanlässe. Das Medium fördert historische Urteilskompetenz, Quellenkritik, theologisches Reflexionsvermögen und die Fähigkeit, komplexe Argumentationen nachzuvollziehen. Durch die Verbindung von biblischen Texten, historischen Quellen und moderner Forschung eignet sich das Video zudem sehr gut zur Förderung wissenschaftspropädeutischer Kompetenzen im Religionsunterricht.