Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist verschrien als Elendskiez. Drogen, Prostitution und Kriminalität bestimmen das Image dieses Stadtteils. Auf offener Straße wird Heroin gespritzt, in den Hauseingängen wird mit Drogen gedealt. Gleichzeitig gilt das Bahnhofsviertel als Herz Frankfurts; die Mieten steigen, es eröffnet eine Szene-Bar nach der anderen und immer mehr Hipster und Künstler ziehen in den Kiez hinter dem Hauptbahnhof. Absturz und Aufbruch liegen hier ganz dicht beieinander. Reporter Alexander Tieg ist nach Frankfurt gefahren, er will wissen: Wie passen diese unterschiedlichen Lebenswelten zusammen? Und was sagen die Anwohner*innen, Drogensüchtige und Gewerbetreibende über ihr Zusammenleben in einem von Deutschlands berüchtigtsten Stadtvierteln?
Das Medium setzt sich mit dem Frankfurter Bahnhofsviertel auseinander, einem Stadtteil, der häufig mit Drogen, Kriminalität und sozialem Elend verbunden wird. Die Reportage zeigt jedoch bewusst auch die vielfältigen und widersprüchlichen Seiten des Viertels. Neben offenen Drogenszenen, Konsumräumen und Berichten ehemaliger Drogenabhängiger kommen Bewohnerinnen und Bewohner, Geschäftsleute sowie soziale Akteure zu Wort. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild eines Stadtteils zwischen sozialem Abstieg, Hilfsangeboten, kultureller Vielfalt und Gentrifizierung. Besonders eindrücklich sind die persönlichen Geschichten von suchtkranken Menschen, die offen über Abhängigkeit, Ausgrenzung und Hoffnung sprechen. Gleichzeitig thematisiert die Reportage gesellschaftliche Vorurteile und lädt dazu ein, genauer hinzuschauen, statt Menschen vorschnell zu verurteilen.