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Y-Kollektiv

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Leben im Frankfurter Bahnhofsviertel

Zwischen Junkies und Hipstern:

Veröffentlichung:12.12.2019

Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist verschrien als Elendskiez. Drogen, Prostitution und Kriminalität bestimmen das Image dieses Stadtteils. Auf offener Straße wird Heroin gespritzt, in den Hauseingängen wird mit Drogen gedealt. Gleichzeitig gilt das Bahnhofsviertel als Herz Frankfurts; die Mieten steigen, es eröffnet eine Szene-Bar nach der anderen und immer mehr Hipster und Künstler ziehen in den Kiez hinter dem Hauptbahnhof. Absturz und Aufbruch liegen hier ganz dicht beieinander. Reporter Alexander Tieg ist nach Frankfurt gefahren, er will wissen: Wie passen diese unterschiedlichen Lebenswelten zusammen? Und was sagen die Anwohner*innen, Drogensüchtige und Gewerbetreibende über ihr Zusammenleben in einem von Deutschlands berüchtigtsten Stadtvierteln?

Das Medium setzt sich mit dem Frankfurter Bahnhofsviertel auseinander, einem Stadtteil, der häufig mit Drogen, Kriminalität und sozialem Elend verbunden wird. Die Reportage zeigt jedoch bewusst auch die vielfältigen und widersprüchlichen Seiten des Viertels. Neben offenen Drogenszenen, Konsumräumen und Berichten ehemaliger Drogenabhängiger kommen Bewohnerinnen und Bewohner, Geschäftsleute sowie soziale Akteure zu Wort. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild eines Stadtteils zwischen sozialem Abstieg, Hilfsangeboten, kultureller Vielfalt und Gentrifizierung. Besonders eindrücklich sind die persönlichen Geschichten von suchtkranken Menschen, die offen über Abhängigkeit, Ausgrenzung und Hoffnung sprechen. Gleichzeitig thematisiert die Reportage gesellschaftliche Vorurteile und lädt dazu ein, genauer hinzuschauen, statt Menschen vorschnell zu verurteilen.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht in den Themenbereichen Menschenwürde, Sucht, Ausgrenzung, soziale Gerechtigkeit, Nächstenliebe und gesellschaftliche Verantwortung. Das Medium eröffnet die Möglichkeit, stereotype Vorstellungen über sogenannte „Problemviertel“ kritisch zu hinterfragen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen differenziert wahrzunehmen. Vor der Sichtung kann mit den Lernenden gesammelt werden, welche Bilder und Vorurteile sie mit dem Begriff „Bahnhofsviertel“ verbinden. Während der Arbeit mit dem Video bietet sich eine Analyse unterschiedlicher Perspektiven an: die Sicht von Bewohnerinnen und Bewohnern, von suchtkranken Menschen, von Sozialarbeitenden oder von Geschäftsinhabern. Besonders gewinnbringend ist die Beschäftigung mit der Frage nach Menschenwürde und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Lernenden können diskutieren, wie eine Gesellschaft mit Suchtkranken umgeht und welche Verantwortung Politik, Kirche und Gesellschaft tragen. Die Darstellung von Konsumräumen ermöglicht zudem eine ethische Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Frankfurter Weg“ und dem Spannungsfeld zwischen Hilfe, Prävention und gesellschaftlicher Ordnung. Methodisch eignen sich Gruppenarbeiten, Rollenspiele, Perspektivwechsel oder Schreibaufgaben aus der Sicht einzelner Personen der Reportage. Auch die Frage nach Sprache und Darstellung in Medien kann thematisiert werden: Wie wird über suchtkranke Menschen gesprochen? Welche Bilder erzeugen Mitgefühl oder Ablehnung? Darüber hinaus bietet das Medium zahlreiche Anknüpfungspunkte zu christlichen Grundwerten wie Barmherzigkeit, Solidarität und Annahme des Menschen unabhängig von seiner Lebenssituation. Wichtig ist dabei eine sensible Begleitung der Lernenden, da die dargestellten Szenen emotional herausfordernd sein können. Das Video fördert Empathie, soziale Sensibilität und die Fähigkeit, gesellschaftliche Probleme differenziert wahrzunehmen.

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